Haribo – macht Allergiker gar nicht froh!

haribo, nicht für allergiker, glutenfrei

haribo, nicht für allergiker, glutenfreiEdit 28.8.2018: Ich hatte gestern ein sehr nettes Telefonat mit Haribo, die meine Beschwerde sehr ernst nehmen und auch Kontakt mit der Shopmanagerin in Bad Godesberg aufnehmen werden. Allerdings haben sich bisher wenige über die schlechte Lesbarkeit der Zutatenliste beschwert – je mehr das machen, um so besser!


Würde es einen Preis für die Allergiker-unfreundlichste Firma geben, wäre Haribo für mich ein klarer Favorit. Ich rege mich schon lange über die schlechte Lesbarkeit der Zutatenliste auf den Haribo-Packungen auf. Aber unser Besuch gestern Mittag beim Haribo-Shop in Bad Godesberg hat gezeigt, dass Haribo so gar nichts für Allergiker und andere ernährungstechnische Grenzfälle übrig hat!

Seit wir auch meinen Sohnemann auf glutenfreie Ernährung umstellen mussten vor über einem Jahr, waren wir nicht mehr in einem Hariboladen. Und mein Besuch gestern wird auch der letzte sein!
Wie jedes Kind freute er sich darauf, sich an der großen Theke eine Tüte mit den verschiedenen Süßigkeiten zusammenzustellen. Ich hatte ihm schon gesagt, dass wir erst herausfinden müssen, was wir essen dürfen. An der Theke ist mittlerweile gekennzeichnet, was ohne Gelatine und tierische Zutaten ist – was ja durchaus sinnvoll ist.
haribo, ohne zusatz von gelatine
Bei Fragen zu den Inhaltsstoffen muss man sich an einen Mitarbeiter wenden.

haribo, inhaltsstoffe

Wir fragten also eine freundliche „Mitarbeiter-in“, ob sie wisse, wo Gluten drin sei und folgten ihr zu einem Büro. Dort hörten wir, wie sie unsere Frage wiederholte und ein weiterer Mitarbeiter schon sehr schroff antwortete, dass sie ja auf keinen Fall mehr die Listen mit den Allergien rausgeben würden. Ich dachte schon oh-oh, das wird schwierig. Der Mitarbeiter kam herausgestürmt und meinte sehr unwirsch, was wir den wissen wollten. Ich erklärte, dass mein Sohn und ich kein Gluten essen dürften und die Information brauche, in welchen Produkten von der Theke den Gluten enthalten sei. Er faselte etwas von überall Spuren. Ich erklärte ihm freundlich, aber bestimmt, dass die Spurenkennzeichnung gesetzlich nicht geregelt sei und wir die Zutatenlisten oder Allergiehinweise brauchen. Er motze mich an, dass sei so von der Zentrale vorgegeben und ich solle ja „nicht ihn dafür anmachen“. Und überhaupt könne man ja nicht jegliche Allergie abdecken. Ich erklärte ihm – zugegebenerweise mittlerweile auch etwas aufgebracht, da ich die enttäuschte Miene meines Sohnes sah – dass es 14 Hauptallergene gäbe, die gekennzeichnet werden müssen. Nein, die Information habe er nicht, und überhaupt, davon wisse er nichts, also sei das nicht so. Wir könnten jedes einzelne Produkt an der Theke durchgehen – wer ein Kind unter 10 Jahren in einem Hariboladen erlebt hat, weiß, dass das nicht besonders praktikabel ist! Auch war mein Vertrauen in die Aussagen dieses Mitarbeiters gleich null, so dass ich ihm erklärte, dass er mein Kind und mich schwer enttäuscht habe. Ich konnte dann mit meinem Sohnemann den Kompromiß aushandeln, dass ich mehrere verschiedene Tüten kaufe und sie in eine der Tüten von der Theke umfülle, wenn wir das Geschäft verlassen haben. Er war nicht begeistert, aber es blieb uns ja nichts anderes übrig. Wäre ich alleine gewesen, hätte ich den Laden verlassen, ohne etwas zu kaufen!

Als wir uns die verschiedenen ausländischen Tüten angeschaut haben, fiel mir dann diese Tüte noch auf:

haribo, schlechte lesbarkeit, inhaltsstoffe

Während für den französischen, den belgischen und den niederländischen Markt die Zutatenliste mit einem andersfarbigen Feld hinterlegt ist, steht die deutsche Zutatenliste nach wie vor auf der durchsichtigen Verpackung und ist nur schwer lesbar. Dem deutschen Allergiker und ernährungstechnischen Grenzfällen wird also die Unlesbarkeit einfach zugemutet, für andere Länder wird es im Sinne des § 3 LMKVVerordnung über die Kennzeichnung von Lebensmitteln (Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung – LMKV) richtig umgesetzt: „Die Angaben nach Absatz 1 sind auf der Fertigpackung oder einem mit ihr verbundenen Etikett an gut sichtbarer Stelle in deutscher Sprache, leicht verständlich, deutlich lesbar und unverwischbar anzubringen.“

Dieser letzte Haribo-Besuch hat mir deutlich gezeigt, wie egal wir Haribo sind. Deshalb werde ich auch für zu Hause ab sofort kein Haribo mehr kaufen, sondern nur noch Süßwaren von Firmen, die Ihre Pflicht gegenüber ihren Kunden mit ernährungstechnischen Einschränkungen gesundheitlicher Art auch erfüllen.


Die Allergy & Free From-Messe in Berlin 2016

Almgold - Aus der Käsealm Moosbrugger

Dieses Jahr wollte ich unbedingt zur Allergy & Free From-Messe in Berlin. Also Kind und mich plus mehrere Kilo Proviant eingepackt (ich ernähre mich ja nach Paleo und kenne in Berlin noch nicht die Läden, in denen ich gute Produkte kaufen kann) und ab in den Zug. Die Tage vor der Messe haben wir erstmal mit Zoobesuch, dem Naturkundemuseum und ein wenig Sightseeing verbracht. Mein Sohn weiß jetzt, dass Frau Merkel in einer „kaputten Waschmaschine“ arbeitet. *kicher*
Freitag war es dann soweit, wir sind extra früh und am ersten Messetag hingefahren, damit es nicht zu voll ist. Nach einer ersten Runde über die Messe habe ich dann meinen Sohn und den Opa ins benachbarte Technikmuseum geschickt, damit ich in Ruhe stöbern konnte – wobei die Ruhe auch nur eine Stunde hielt. Es gab viel zu sehen auf der Messe und das nächste Mal möchte ich unbedingt mehr Zeit habe!

Neben dem Stand der Deutschen Zöliakie Gesellschaft, der ECARF und MeinAllergiePortal waren es vor allem Lebensmittelhändler, die ihre „freefrom“-Produkte zeigten und die Besucher probieren ließen. Und natürlich konnte man auch fast alles kaufen – mein Plan, einen leichteren Koffer auf der Rückfahrt zu haben, da ich ja meinen Proviant aufgegessen hatte, ging also so überhaupt nicht auf.

Im folgenden möchte ich Euch ein paar einzelne Hersteller und Produkte vorstellen – andere Hersteller wie Schär, Genius, Hammermühle und Online-Shops wie die Foodoase oder Queerfood und Spezialanbieter die Delicardo etc. habe ich nur im Vorbeigehen gesehen oder kurz Hallo gesagt.

Lizza Superfood Teig aus Leinsamen und ChiasamenLizza
Sehr gefreut hatte mich, dass Lizza einen eigenen Stand hatte. Lizza ist ein – wie sie es nennen – Superfood Teig aus Leinsamen und Chiasamen, der sich für Pizza, Flammkuchen oder auch als Frühstücksbrot eignet. Er ist sowohl glutenfrei wie auch vegan und low-carb. Leider habe ich es nicht geschafft, ein Stück zu probieren, da immer wenn ich da war, schon Tomaten-Sauce drauf war (Tomate vertrage ich wegen der Histaminintoleranz nicht) und gerade, als mein Sohn mich von der Messe zerrte, kam eine freundliche Dame von Lizza und meinte, jetzt sei ein Stück ohne Tomate fertig. Ich habe aber eine Packung mitgenommen und werde sie in einem eigenen Blogbeitrag vorstellen.
www.lizza.de

The Primal Pantry, Paleo, RiegelThe Primal Pantry
Ein weiteres Highlight für mich war der Riegelhersteller The Primal Pantry aus England. Sie stellen Paleo-Riegel her, die einfach nur köstlich sind. Ganz neu sind auch Eiweiß-Riegel mit Hanfprotein, die ich aber als trocken und krümelig empfand – im Gegensatz zu den normalen Riegeln. Ich habe von jeder Sorte einen Riegel mitgenommen und werde auch darüber noch einen eigenen Blogbeitrag schreiben!
Mehr Infos: www.primalpantry.de

Almgold – Aus der Käsealm Moosbrugger
Da ich die ganzen glutenfreien Ersatzprodukte mit Mais- und Reismehl nicht vertrage, war ich schon etwas traurig, dass ich so viele Produkte nicht probieren konnte (ich hatte keine Lust, den Rest des Tages in Berlin mit furchtbaren Bauchschmerzen zu verbringen). Doch dann kam ich am Stand von Almgold vorbei. Sie verkaufen Rohmilchkäse, z.B. auch mit Blumen darin, wie auch Schinken und Würstchen. Alle Produkte sind gluten- und laktosefrei, frei von Geschmacksverstärkern, Phosphaten, Emulgatoren und Farbstoffen. In einigen Würsten lässt sich das Pökelsalz nicht vermeiden, aber – so erklärte mir der freundliche Herr am Stand – sie verwenden so wenig wie möglich und sind weit unter der gesetzlichen Vorgabe. Die Kühe werden auf der Weide gehalten und vernünftig gefüttert. Das merkt man den Produkten an, sie schmecken alle intensiv und nicht künstlich. Da schlägt das Paleo-Herz höher!
Besonders nett fand ich den „Kussechten Knoblauchspeck“ – der Knoblauchgeshcmack ist so zart, dass man kurze Zeit danach wieder jemanden küssen kann. Leider war mein Mann nicht mitgekommen, sonst hätten wir es getestet. 😉
Mehr zu den Produkten und zum Online-Shop findet Ihr hier: www.almgold.deAlmgold - Aus der Käsealm Moosbrugger

PÄX
PÄX stellt knuspriges Obst und Gemüse her, dass in mehreren Schritten getrocknet wird. Der Geschmack und die Konsistenz sind wirklich großartig, denn es sind nicht die üblichen klebrigen Trockenfrüchte, sondern extrem knusprige Varianten – ohne gefriergetrocknet zu sein. Ich habe z.B. Physalis probiert, die ganz unscheinbar getrocknet aussieht, aber eine wahre Geschmacksexplosion in dieser Variante ist. Neben eher typischen Sorten wie Erdbeeren, Ananas oder Äpfeln bietet Päx auch Zwiebeln, Zucchini, Tomaten und Paprika an – alle knusprig. Da werde ich mir bestimmt noch einiges bestellen!
Mehr Informationen: www.paexfood.de

Seitz
Nicht Paleo, aber eine interessante glutenfreie Alternative sind die neuen Fit’n’Free-Nudeln von Seitz. Es gibt bisher 3 Sorten: Rote Linsen, Kichererbsen und Buchweizen.

Zöllis
Die beiden Macher von Zöllis hatten keinen eigenen Stand, sondern wurden mir von Paddy und Jürgen Schmidtlein vom Zöliakie Austausch vorgestellt. Sie sind dabei über Crowdfunding ein komplett glutenfreies Restaurant in Nürnberg aufzubauen. Aber das ist noch nicht alles! Das Restaurant und der Lieferservice wird auch andere Allergien und Unverträglichkeiten berücksichtigen und eine Kundendatei führen, so dass man bei der Bestellung nicht alles wieder auflisten muss, sondern nur seinen Namen nennt und schon bekommt man ein individuell sicheres Essen. Eine wirklich großartige Idee!
Ich wünsche den beiden sympathischen Gründern viel, viel Erfolg, mehr Informationen findet Ihr hier
www.zoellis.de
www.startnext.de/zoellis

Neue Pralinen von Frankonia
Ein Highlight aus laktosefreier Sicht sind die neuen Pralinen von Frankonia, die sie auf der Messe vorgestellt haben. Auf meinem Schwester-Blog findet Ihr eine genaue Beschreibung: http://www.einfach-laktosefrei-leben.de/2016/04/die-neuen-laktosefreien-pralinen-von-frankonia/

BASIC Textur
Ein sehr überraschendes Produkt habe ich von BASIC Textur gefunden. Es ist eine Art Paste, auf deren Basis man viele Speisen wie z.B. Suppen, Emulsionen, Saucen, Schäume, Sorbets, Farcen usw. herstellen kann. Die BASIC Textur besteht aus Wasser und Fruchtfleisch von Zitrusfrüchten. Die Früchte werden erntefrisch entsaftet, entölt und getrocknet und dann in einem Spezialverfahren mit Wasser gemischt. Von der ECARF (der Europäischen Stiftung für Allergieforschung) wurde diese Paste mit dem „Allergiefreundlich Qualitätsgeprüft“-Siegel versehen. Die Paste selbst sieht eher unspektakulär aus und hat auch keinen Eigengeschmack, aber die Anwendungsgebiete sind extrem vielfältig. Bislang war sie vor allem für die Gastronomie gedacht, mittlerweile gibt es aber neben den großen Packungen von 1,5kg und 4,5kg auch eine kleine Packung für zuhause mit 500g. Leider habe ich sie aber noch nicht im Supermarkt gefunden.
Mehr Informationen: www.basic-textur.de


Umgang mit Nahrungsmittelintoleranzen: Neuer Video-Kurs

udemy kurs emotionaler umgang mit lebensmittel allergien intoleranzen

udemy kurs emotionaler umgang mit lebensmittel allergien intoleranzenAuf der Internet-Plattform Udemy ist ab sofort ein Video-Kurs von mir erhältlich, der Menschen helfen soll, die von Lebensmittelallergien, aber auch Laktose- und Histaminintoleranz sowie Zöliakie betroffen sind, besser mit ihren Einschränkungen umzugehen, vor allem auf emotionaler Ebene.

Denn es gibt online so viel Wissen über die einzelnen Allergien und Intoleranzen, also zum Beispiel was man essen kann und was nicht, welche Restaurants geeignet sind, wie man zu einer Diagnose kommt usw. Aber es gibt keine Hilfe, wie man mit dem Gefühlschaos klarkommen soll, das einem nach einer Diagnose unweigerlich treffen wird. Wer zum Beispiel von Zöliakie nicht betroffen ist, versteht nicht, wie geradezu schmerzhaft der Geruch von frischgebackenen Brötchen sein kann, wenn man an einer Bäckerei vorbeigeht. Deshalb habe ich diesen Kurs erstellt, um Euch zu zeigen, wie sie mit den drei Hauptemotionen – Verzweiflung, Wut und und Schuldgefühle – umgehen kann.

Der Kurs teilt sich in drei Teile. Zunächst stelle ich Euch die drei Hauptemotionen vor. Dann folgt eine kurze Einführung in das Konzept der Achtsamkeit, da dies für mich eines der geeignetsten Mittel ist, um mit den negativen Gefühlen besser zurecht zu kommen. Anschließend gibt sie klare Handlungsanweisungen, Übungen sowie 4 geführte Meditationen.

Ich hoffe, ich kann Euch damit unterstützen!

Hier geht es zu dem Kurs…


Ich bin vollkommen überfordert damit!

Überforderung bei Allergien und Intoleranzen

Überforderung bei Allergien und IntoleranzenNicht nur sofort nach einer Diagnose sondern auch später, vor allem wenn weitere Diagnosen dazukommen, kann man sich sehr leicht überfordert fühlen. Man will es alles nicht wahrhaben. Mir passiert es zum Beispiel immer noch – selbst einige Jahre nach meiner Zöliakie-Diagnose – dass ich das Gefühl habe, ich bin in einem falschen Film.

Sicherlich kennst Du Gedanken wie:

  • Nie wieder ein bestimmtes Lebensmittel essen?
  • Nie wieder unbeschwert überhaupt etwas essen?
  • Und immer diese Unsicherheit beim Essen gehen…
  • Ich esse nur noch gekochten Reis, dass ist am sichersten…

Alles dreht sich im Kopf und man weiß einfach nicht mehr, wohin mit seinen Gedanken und Gefühlen. Diese Sorgen sind natürlich absolut berechtigt, aber sie werden Dich auf dem Weg zum entspannten Umgang mit Ihrer Intoleranz/Allergie nicht weit bringen.  Wenn Dich diese oder ähnliche Gedanken plagen, solltest Du die folgende Übung aus der Achtsamkeit probieren:

Setze oder lege Dich an einen Platz, ab dem Du für ca. 10 Minuten ungestört bist.
Schließe die Augen und konzentriere Dich zunächst nur auf Deinen Atem.
Spüre, wie er langsam zur Ruhe kommt, wie die Luft durch Deine Nase in die Lungen strömt. Wenn Du Dich bereit fühlst, konzentriere Dich auf einen Deiner sorgenvolle Gedanken. Bleibe bei diesem Gedanken! Lass nicht zu, dass sich der Gedanke verselbstständigt und Du sozusagen von Hölzchen auf Stöckchen kommen.
Bleibe nur bei dem Gedanken – und dann fühle in Deinen Körper, was dieser Gedanke mit Dir macht.
Es kann sein, dass sich Dein Hals zuschnürt, oder dass sich Dein Magen zusammenzieht. Beobachte diese Empfindung nur.
Und wenn Du kannst, gib ihr einen Namen.
Werte sie jedoch nicht, ob es gut oder schlecht ist, oder ob Du Dir albern dabei vorkommst – was beim ersten Mal übrigens ganz normal ist, dass man das denkt.
Doch je mehr Du bei dem Gefühl bleibst, dass dieser Gedanke in Dir auslöst, um so mehr wirst Du merken, dass es wirklich nur ein Gefühl ist und es ganz langsam immer kleiner wird. Wenn Du nun spürst, dass das Gefühl erträglich geworden ist, konzentriere Dich sich zunächst für 5 Atemzüge wieder auf Deinen Atem und öffne dann ganz langsam wieder die Augen.
Wie fühlst Du sich jetzt?
Schreibe Deine Erfahrungen auf.

Und wenn Du das nächste Mal sich überfordert fühlen, mache diese Übung. Denn je häufiger Du sie machst, um so einfacher wird es für Dich!


Ein ernährungstechnischer Grenzfall in Hamburg

Der Hamburger Rathausplatz mal leer!
Der Hamburger Rathausplatz mal leer!

Der Hamburger Rathausplatz mal leer!

Wenn einer eine Reise tut, erlebt er häufig die merkwürdigsten Dinge. So ist es mir im Februar passiert, als ich geschäftlich zu einem Seminar nach Hamburg musste. Vom Pech beim Fliegen und beim Abendessen bis zum perfekten Mittagessen war alles dabei!

Der Flug nach Hamburg

Es fing schon beim Flug an. Ich hatte meinen Flug Köln – Hamburg und zurück mit dem  Smart-Tarif inklusive Snack bei Eurowings gebucht.  Während der Buchung gab es keinen Hinweis, dass es auf Kurzstrecken-Flügen keine laktose- oder glutenfrei Kost gibt. Ich hatte In meinem Unwissen extra dem Kundenservice angeschrieben, und bekam zur Antwort ja, sie würden es ans Flugpersonal weitergeben. Ich freute mich also auf einen Flug mit Snack!

Als ich dann im Flugzeug der Stewardess während der Snack-Ausgabe sagte, dass ich etwas extra bestellt hätte, pflaumt diese mich grob an, das würde es hier nicht geben, will ich das Käse- oder Wurstsandwich? Ich antworte, dass ich weder noch möchte, da ich kein Brot vertrage. Sie antwortet, dass hätte sie ja noch nie gehört! Wenn ich keinen Käse essen kann, solle ich doch Wurst nehmen. Ergebnis: ich ging leer aus, mir wurde auch keine andere Alternative aus dem Menü angeboten – wobei ich auch nicht weiß, ob es aufgrund der kurzen Flugzeit etwas anderes gab. Bei den Getränken wagte ich dann nach einem Tonic Water zu fragen und bekam nur einen Blick von ihr, der soviel sagte wie: was glauben Sie eigentlich, wer und wo Sie sind?

Im Board-Magazin fand ich dann immerhin kleingedruckt den Hinweis: „Auf kurzen Flügen mit einer Flugzeit unter 60 Minuten und einer hohen Passagierauslastung kann es zu einem eingeschränkten Serviceangebot kommen. Wir bitten um Verständnis, dass wir an Bord keine Sondermahlzeiten (wie z.B. gluten- oder laktosefreie Speisen) anbieten.“  In den FAQs auf der Webseite von Eurowinds steht jedoch: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir an Bord leider keine Sondergerichte (wie gluten- oder laktosefreie Speisen) anbieten können.“

Welche Information gilt denn jetzt, Eurowings: gibt es gar kein laktose- und glutenfreies Essen oder nur bei den Kurzflügen unter 60 Minuten? Natürlich überstehe ich einen Flug von 50 Minuten ohne Snack, aber dann sollte es von allen Seiten richtig kommuniziert werden. Auch die Unfreundlichkeit der Stewardess bleibt mir sauer in Erinnerung. Kunden- und Allergikerfreundlich sieht anders aus!

Mania – Paleo in a Box

In Hamburg angekommen, checkte ich in mein Hotel ein und machte mich auf den Weg zum  Mania – Paleo in a Box, östlich von der Innenstadt. Man darf sich nicht abschrecken lassen von der Umgebung – es ist ein kleines Gewerbegebiet und der Eingang zum Mania liegt in einem Hinterhof. Eigentlich ist das Mania auch nur der Eingangsbereich eines Crossfit-Studios. Wenn gerade ein Kurs läuft, ist es sehr laut, aber ansonsten ist der kleine Bereich hübsch und auf seine eigene Art nett eingerichtet. Das Mania bietet täglich ein warmes Gericht an. Leider hatte ich Pech, denn es gab Chili con Carne mit Süßkartoffeln. Wegen meiner Histaminintoleranz vertrage ich Tomaten allerdings gar nicht.

Mania - Paleo in a Box

Mania – Paleo in a Box

Die Dame, die für das Mania zuständig ist, ist total nett und ich habe dann zwei 2 Kugeln und 2 Mandelmuffins mitgenommen sowie den Weihnachtsshake probiert, der sehr lecker war. Leider fehlte mir dann noch ein Abendessen, so dass ich in einem Supermarkt mir noch Salat und Beilage geholt habe.

Leckere Dinge von Mania!

Leckere Dinge von Mania!

 

Sicheres Essen bei der Veranstaltung

Am nächsten Morgen hatte ich Glück beim Frühstück: es gab Lachs und ich hatte mein „Steinzeit“-Brot dabei, der Tag fing also gut an. Aber es wurde noch besser: Ich hatte mit dem Koch des Hotels, in dem die Veranstaltung statt fand, vorher abgesprochen, dass ich Zöliakie, Laktose- und Histaminintoleranz habe und dass ich mich zum Mittagessen einfach über ein Stück Fleisch mit Gemüse freuen würde. Das Personal war extrem hilfsbereit und rief sogar noch mal beim Koch an, um ganz sicher zu gehen, dass sie mich nicht „vergiften“. Und ich bekam nicht nur ein kleines Stückchen mit 3 Teilen Gemüse, sondern einen gut gefüllten Teller! Die neidvollen Blicke der anderen Teilnehmer waren mir sicher. 😉

Auch der Rückflug war sehr angenehm – die Crew hatte so gute Laune, dass ich keinen Stress machen wollte und beim Sandwich einfach nur ablehnte. Dafür wurde ich mit einem entspannten Flug belohnt.

Fazit

Es hat sich wieder einmal bestätigt, dass ich als ernährungstechnischer Grenzfall immer etwas zu essen in der Tasche haben sollte. Und das eine klare Absprache, was ich als Alternative zum Essen haben möchte, viel besser funktioniert, als wenn ich den Köchen nur eine Liste geben mit dem, was ich nicht essen darf. Mal schauen, wann ich wieder ins schöne Hamburg komme!


Warum ich die Wörter Fehlernährung und Diätfehler nicht mag

Beides genießenVor ein paar Tagen hatte ich in einer Ernährungsberatergruppe in Facebook eine Diskussion zum Thema Zöliakie. Dabei schrieb mein Gesprächspartner, dass diese bestimmt auch durch die heutigen „Fehlernährungzustande“ kommen würde. Dieses Wort – genauso wie „Diätfehler“ schwirrt mir seitdem im Kopf herum. Bei beiden Wörtern schwingt eine Wertung oder sogar Verurteilung mit, die ich nicht für angemessen halte.

Natürlich ist eine Ernährung, die überwiegend aus Pizza und Cola besteht, nicht gesund und wird dem Körper langfristig schaden bzw. ihm nicht die Nährstoffe geben, die er braucht. Natürlich ist eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst, gesunden Fetten und wenn man mag, gutem Fleisch und Fisch, nährstoffreicher. Aber warum müssen wir unser Essen immer bewerten? Warum ist ein Stück Torte eine „Sünde“, für die wir uns später regelrecht kasteien müssen? Warum kann es nicht ein genußvoller Moment sein, den wir einfach nur genießen – genauso wie man dann später einen leckeren Salat genießt?

Wir müssen unser Essen und unser Essverhalten nicht bewerten, dafür gibt es einfach keinen Grund. Im Gegenteil, wir setzen uns damit unter Druck, wollen alles richtig machen. Aber funktioniert das? In den meisten Fällen doch eher nicht. Denn wenn wir uns unter Druck setzen, können wir das Essen nicht mehr genießen oder es als das sehen, was es wirklich ist: Nahrung für unseren Körper, damit er funktionieren kann. Auch werden wir nie alles richtig machen können. Denn was ist schon die richtige Ernährung? Eine Standardantwort kann es nicht geben. Jeder Körper ist anders und jeder Körper verändert sich mit der Zeit. Vielleicht gibt es Zeiten, in denen eine vegane Ernährung für einen einzelnen gut ist. Vielleicht hilft auch eine Vollwertkost. Ich selber ernähre mich seit eineinhalb Jahren nach Paleo und es geht mir so gut wie schon lange nicht mehr. Aber ist das die richtige Ernährung bis an mein Lebensende? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass es mir im Moment gut tut und mir schmeckt – und mehr verlange ich nicht von meiner Nahrung.

Wenn Du also merkst, dass Du Deine Ernährung in gut und schlecht einteilst, oder Du zum Beispiel mit einem Schokoriegel „sündigst“, halte einen Moment inne und denk noch einmal darüber nach. Ist der Riegel wirklich eine Sünde? Oder kannst Du ihn einfach nur genießen und Dich darüber freuen?

Wie oben schon geschrieben empfinde ich auch den „Diätfehler“ als ein ganz schwieriges Wort. Die meisten von uns essen nicht absichtlich etwas, wogegen wir allergisch sind oder was wir nicht vertragen. Mein letzter Unfall war eine Packung mit frischen Sprossen, auf der kein Spurenhinweis stand. 4 Stunden Durchfall und ein Telefonat später hatte ich herausbekommen, dass die Firma auch Weizensprösslinge verarbeitet und ich deshalb Gluten abgekommen hatte. Das war nichts, was ich hätte verhindern können, also kein Fehler, sondern ein Unfall. Deshalb spreche ich bei Zöliakie auch immer von „Glutenunfällen“. Natürlich gibt es Situationen, wo man nicht richtig aufgepasst hat, die Zutatenliste nur überflogen hat oder nicht daran gedacht hat, dass sich eine Zutatenliste verändert haben könnte. Klar, man hätte es besser machen können, aber wer ist schon zu 100% perfekt? Solange wir uns bemühen, Allergen-frei zu essen, müssen wir uns keine Vorwürfe machen, wenn es doch mal schiefgeht. Niemand ist perfekt, niemand macht immer alles 100%ig richtig – wir können es nur versuchen!


Homöopathische Mittel und Schüsslersalze bei Laktoseintoleranz und Zöliakie

Homöoapthie, Zöliakie, Laktoseintoleranz

Homöoapthie, Zöliakie, LaktoseintoleranzHomöopathische Mittel erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Allerdings kommt es immer wieder zu Fragen, ob man diese auch bei einer Laktoseintoleranz oder Zöliakie nehmen kann. Selbst Apotheker wissen nicht immer Bescheid! Mein Apotheker ist eh schon Kummer mit mir gewohnt und weiß und akzeptiert mittlerweile, dass ich bei einigen Themen besser Bescheid weiß als er (aber natürlich nicht bei vielen, ich bin ja keine ausgebildete Apothekerin). 😉

Homöopathische Mittel und Schüsslersalze gibt es in mehreren Darreichnungsformen: als Tropfen, als Globuli und als Tabletten.

Tropfen:
Die Tropfen sind meistens auf Alkoholbasis und deshalb für Kinder nicht geeignet. Hier habe ich allerdings noch keine laktose- oder glutenhaltigen gefunden.

Globuli:
Die sogenannten Globuli – also kleine Kügelchen – bestehen bei den Einzelmitteln aus Saccharose, also reinem Haushaltzucker. Die Mittel von der DHU sind immer auf Saccharose als Zucker-Basis und deshalb sowohl bei Laktoseintoleranz als auch Zöliakie geeignet.
Vorsichtig muss man allerdings bei Komplexmitteln sein sein. Von Wala gibt es etliche Komplexmittel, die Laktose enthalten, aber eben nicht alle. Hier muss man dem Apotheker sagen, dass er jedes Mal auf die Inhaltsstoffe schauen muss.

Tabletten:
Die meisten Komplexmittel – also Mittel z.B. gegen Heuschnupfen oder Erkältungen, die aus mehreren Wirkstoffen gemischt wurden – werden in Tablettenform verabreicht. Bei den Tabletten gibt es mittlerweile unterschiedliche Zusammensetzungen:

  • Tabletten mit Laktose und ohne Weizenstärke (nur bei Zöliakie geeignet)
  • Tabletten ohne Laktose und mit Weizenstärke (nur bei Laktoseintoleranz geeignet)
  • Tabletten mit Laktose und mit Weizenstärke

Hier muss man also IMMER auf die Zutatenliste achten und sie sich zeigen lassen.

Von der DHU (Deutsche Homöopathie-Union) gibt es z.B.

Von Pflüger gibt es die Schüsslersalze als Tabletten, diese sind aber laktosehaltig, genauso wie die Komplexmittel von dieser Firma.

Schüsslersalze als Globuli
Als ich vor Jahren anfing, mich mit Schüsslersalzen zu beschäftigen, gab es noch keine laktose- und glutenfreien Tabletten. Mit ein wenig Recherche habe ich damals die Firma Schuck-Mineral gefunden, die die Schüsslersalze in Globuli-Form anbieten:
http://www.schuckmineral.de/die-12-schuckmineral-globuli/

Auch die DHU hat jetzt neu die Schüsslersalze als gluten- und laktosefreie Globuli Variante herausgebracht.

Fazit:
Lass Dich also bitte nicht verunsichern, auch nicht von Aussagen von Apothekern, ohne dass derjenige in die Inhaltsstoffe geschaut hat. Und am Besten liest Du die Inhaltsstoffe der jeweiligen Packung selber noch mal durch.


Warum fällt der Verzicht so schwer?

Manchmal denkt man nur an Essen!

Manchmal denkt man nur an Essen!

Manchmal denkt man nur an Essen!

Wer kennt es nicht, die Tage, an denen man denkt, egal, ich esse jetzt, was ich will, sch*** auf meine Allergie oder Intoleranz. Und genau dann passiert es, dass wir Dinge essen, die uns nicht nur nicht gut tun, sondern je nachdem sogar schaden können. Aber warum kommen manche nicht weg von der Schokolade, dem Gluten, den Eiern oder was auch immer eine Reaktion auslöst?

Nun, es liegt sicherlich nicht daran, dass derjenige dumm wäre oder nicht über die Risiken eines Allergieschocks oder im Fall der Zöliakie von Darmkrebs Bescheid wüßten. Raucher wissen auch, dass jeder Zug an der Zigarette ihnen schadet – trotzdem reicht das meist nicht als Grund aus, mit dem Rauchen aufzuhören.

Doch warum sonst ist der Verzicht so schwer? Sind wir alle süchtig mach Brot und Pralinen?

Tatsächlich ist es zu einem gewissen Teil so. Denn unser Gehirn bildet suchtbildende Stoffe aufgrund von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Das funktioniert so: wenn wir Lebensmittel zu uns nehmen, die uns nicht bekommen, reagiert der Körper mit Stress. Es kann dann passieren, dass unser Körper darauf mit der Produktion von Endorphinen antwortet. Die Endorphine gehören zu den Opiaten, wie auch zB Morphium. Opiate geben uns ein gutes Gefühl, alles wollen wir immer mehr und mehr davon, damit wir mehr von diesem Glücksgefühl bekommen – wir können sogar süchtig danach werden. Es wird zu einem Teufelskreis aus Heißhunger und chemischer Reaktion. Wir werden zu regelrechten Junkies!

Diesen Teufelskreis zu unterbrechen ist natürlich extrem schwierig – aber besonders bei einer Zöliakie lebensnotwendig. Der erste Schritt ist, sich bewusst zu werden, dass man in diesem Kreislauf feststeckt und ihn als solches zu akzeptieren. Erst dann kann man an dem eigentlichen Problem arbeiten. Sinnvoll ist es, sich genau aufzuschreiben, wann der Heißhunger auftritt auf etwas, das einem schadet.

Ist es z.B. abends vor dem Fernseher? Dann könnte Langeweile das zu Grunde liegende Problem sein und der Körper will einfach einen „Kick“. Dann gilt es, gegen die Langeweile vorzugehen.
Kommt der Heißhunger plötzlich im Büro? Dann sollte man schauen, ob hier ebenfalls eventuell Langeweile das Problem ist oder eventuell Stress oder Unzufriedenheit. All das mögen wir nicht, also verlangt unser Körper mach unserer Glücksdroge, um den Tag zu überstehen.

Allein an diesen Beispielen wird schon deutlich, dass es langfristig natürlich nicht die richtige Lösung sein kann, sich durch eine absichtlich falsche Ernährung nicht den wirklichen Problemen zu stellen. Irgendwann schaden wir unserem Körper so stark, dass die Schäden nicht mehr reparierbar sind.

Ein Coaching kann in diesem Fall helfen, die negativen Gefühle aufzudecken und zu erkennen, und an einer Lösung zu arbeiten. Aber Du kannst auch alleine schon etwas tun: ich habe hier ein Arbeitsblatt zum Download bereitgestellt – lade es Dir herunter, drucke es aus und nutze es! Wenn Du noch weitere Hilfe brauchst, kannst Du mich hier kontaktieren.


Warum Verzicht manchmal so schwer ist oder: Was tun, wenn die Firewall löchrig ist

Firewall, Verzicht bei Allergien

Wegen Zöliakie, Unverträglichkeiten oder Allergien auf leckere Lebensmittel zu verzichten, kann manchmal wirklich schwierig sein. Viele denken, nur weil ich Ernährungscoach bin, würde mir das leichter fallen – aber um ganz ehrlich zu sein, das tut es nicht. Was mir leichter fällt, ist der Umgang mit diesen Gefühlen, aber auch das ist sehr tagesformabhängig.

Firewall, Verzicht bei AllergienIch weiß, normalerweise sollte ich ein „leuchtendes Vorbild“ sein. Aber ich will auch ganz ehrlich mit Dir sein. Das Jahr 2015 hat mich sehr viel Kraft und Nerven gekostet. Mein Mann wurde schwer krank, geplante Urlaube und Fortbildungen musste ich absagen, und dann konnte auch noch mein Sohn wochenlang nicht in die Kita gehen. Diese schwierigen Monate habe ich gut überstanden, bin immer einen Schritt nach dem anderen gegangen, einen Tag nach dem anderen, so wie ich es auch im Coaching vermittle. Jetzt am Anfang des neuen Jahres bin ich erschöpft, nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Und jetzt merke ich, wie meine Disziplin ins Wanken gerät und ich mich mit verträumten Blick in die Tiefkühltruhen mit Pizza starre oder plötzlich eine Smartiespackung in der Hand halte. Beides würde mich wegen meiner Zöliakie, Laktoseintoleranz und Histaminintoleranz auf Wochen krank machen und normalerweise verschwende ich keinen Gedanken daran. Doch im Moment hat meine Firewall ernsthafte Sicherheitslücken, um es mal als Nerd zu sagen. Ganz ehrlich: das macht mir Angst! Was also tun bei einer löchrigen Firewall?

Zuerst einmal habe ich versucht, meine Aktivitäten einzuschränken. Auch wenn einige Entscheidungen sehr schwer gefallen sind, aber mir tut es im Moment einfach gut, mich auch mal zu Hause einzuigeln.

Dann habe ich versucht herauszufinden, was meinen Hunger wirklich stillen könnte und mein Körper sagte mir ganz klar, dass er für den Moment mehr Nüsse haben möchte.
So konnte ich für mich persönlich mehrere Strategien entwickeln:

  • Ich achte im Moment sehr darauf, dass mein Notfallpack für unterwegs immer gefüllt ist, so dass ich nicht in Verlegenheit komme, unterwegs etwas kaufen zu müssen.
  • Ich habe eine größere Portion „skandinavisches Brot“ gebacken, die ich zum Frühstück essen kann, ohne das ich darüber nachdenken muss, was ich mir morgens mache.
  • Entgegen meiner sonstigen Essgewohnheiten habe ich mir sogar Rohmilch-Käse aus einer regionalen Käseherstellung geholt, bei der ich weiß, dass er seine Kühe auf der Weide hält (wenn Du mehr über Jules Käsekiste wissen will, kannst hier im meinem Schwesterblog darüber lesen).
  • Ich habe mir Cantuccini gebacken, die sich länger halten und die ich gut mitnehmen kann. So habe ich immer etwas zum Knabbern dabei.
  • Wenn ich wirklich das Bedürfnis habe, mir etwas gönnen zu wollen, mache ich mir eine Tasse griechischen Tee. Der Duft wirkt auf mich sehr beruhigend und allein der Akt des Teekochens (ich benutze lose Blätter) entspannt mich.

Was kann Dir helfen, wenn Du merkst, dass Deine Firewall nicht mehr ganz stabil ist?


Buchtipp: Paläo Vegan von Ellen Jaffe Jones

paläo veganMit diesem Buch habe ich mich auf ein Experiment eingelassen: vegane Paleo-Ernährung! Für mich ist das ein Widerspruch in sich, obwohl sich auf der anderen Seite auch vieles ähneln sollte, also z.B. der Versuch, so viel in Bioqualität, frisch und regional zu kaufen, wie irgendwie möglich. Auch nach der Lektüre des Buches muss zugeben – ich war und bin immer noch skeptisch bei einer veganen Paleo-Ernährung, oder pegan, wie es mittlerweile genannt wird. Doch das hängt damit zusammen, aus welchen Gründen man sich nach Paleo ernähren möchte. Für mich persönlich war das Weglassen von entzündungsfördernden Stoffen wichtig, und das ist bei der veganen Paleo-Ernährung leider nicht möglich, weil ja Hülsenfrüchte und Getreide als Ersatz für Stoffe im Fleisch verzehrt werden müssen. Auf der anderen Seite hat dieses Buch für mir auch die Augen geöffnet, da ich ja als Coach und Ernährungsberaterin immer aus der Sicht der Nahrungsmittelallergien, Intoleranzen und Autoimmunerkrankungen auf Paleo schaue. Doch das sind natürlich nicht die einzigen Gründe, warum man sich nach den Paleo-Prinzipien ernähren kann und warum sollten Veganer auf die Vorteile der Paleo-Ernährung verzichten.

Mit dieser für mich veränderten Sichtweise macht das Buch für mich Sinn. Denn das „cheaten“ mit Hülsenfrüchten oder z.B. hochwertigem Sojaprodukten und Getreide fällt somit unter die 15-20% Prozent-Regel, die man je nach Paleo-Autor an nicht Paleo-Lebensmitteln verzehren darf. Wie man das aufteilt, also z.B. pro Mahlzeit oder bei ca. 21 Mahlzeiten pro Woche 4x mit Getreide/Hülsenfrüchten bleibt dann jedem selbst überlassen. Wie gesagt, für Menschen mit Zöliakie, Autoimmunerkrankungen etc., die wie ich mit Paleo gute Erfahrungen gemacht haben, wäre diese Variante nichts, für alle anderen die aber auf Fleisch verzichten wollen oder müssen, ist das ein interessanter Ansatz.

Man muss sich allerdings bewusst werden, dass der Paleo-Gedanke an einigen Stelle doch sehr verwässert wird, z.B. in dem Amaranth, Buchweizen und Quinoa als Paleo-Nahrungsmittel betitelt werden.

Die Autorin des Buches Ellen Jaffe Jones ist zertifizierte Personal Trainerin, Reporterin und Autorin, aktiv im Verbraucherschutz tätig und lebt seit 30 Jahren vegan. Ihr Co-Autor Alan Roettinger ist Schriftsteller, Food Designer, Blogger und Reporter und hat mehrere vegane Kochbücher veröffentlicht.

Dieses Kochbuch enthält über 80 unaufgeregte Rezepte, die leicht nachzukochen sind. Schön sind die genauen Nährwertangaben bei jedem Rezept und einfach zu befolgende Anweisungen.
Hier ein paar Beispiele:

  • Gebackene Artischocken
  • Curry mit Zwiebeln und grünen Paprika
  • Butternutsskürbis mit Haselnüssen
  • Ananas-Avocado-Salsa
  • Harissa
  • Geröstete Möhren und Pastinaken

Auch wenn ich persönlich mich schwer tue mit pegan, so gibt mir dieses Buch doch viele schöne Anregungen, was man mit Gemüse noch alles machen kann.