Buchrezension: Siegernahrung von Novak Djokovic

Novak Djokovic, SiegernahrungDer riva-Verlag war so freundlich, mir ein Rezensionsexemplar von Novak Djokovics Buch „Siegernahrung – Glutenfreie Ernährung für Höchstleistung“ zur Verfügung zu stellen. Als ich mit dem Lesen anfing, war ich zunächst verwirrt. Was war das für ein Buch? Ein Selbsthilfe und Motivationsbuch? Ein Ernährungsratgeber? Eine Biographie? Ich war auch irritiert von dem „Tschaka, Du schaffst es!“-Stil am Anfang, aber man wird nunmal nicht der beste Tennisspieler der Welt und Wimbledon-Sieger, wenn man keinen Ehrgeiz hat. Und so ist das Buch ein wenig von allem, und die Summe daraus noch mehr, als die Einzelteile ergeben.

Einen Teil macht Novaks Biographie aus. Schon mit sechs Jahren will er nur eines: der beste Tennisspieler der Welt werden. Er wächst in Serbien auf und sein Talent und Ehrgeiz wird schon früh entdeckt. Der Krieg hätte dies alles beenden können, aber er und seine Familie schaffen es, zu überleben und weiterzumachen. In einigen Passagen schildert er eindringlich von den Bombardierungen, etwas, über das sich wahrscheinlich wenige hier Gedanken gemacht haben, wie es damals für die normale Bevölkerung gewesen war. Allein diese Passagen machen das Buch lesenswert!

Er beschreibt auch seinen Weg zur Tennisspitze und wie er immer wieder kurz vorm Ziel zusammenbricht und keine Erklärung dafür hat. Erst ein Arzt, der im Fernseher bei einem Tennisspiel beobachtete, wie er zusammenbrach, brachte ihn auf die richtige Spur. Er testet dies erst mal mit Hilfe der Kineolosogie, dann mit einem Bluttest, und tatsächlich leidet Novak unter einer Glutenunverträglichkeit, aber keiner Zöliakie.

Der Umstieg fällt auch ihm schwer, aber er macht Mut und beschreibt, wie gut es ihm sehr schnell nach der Umstellung auf glutenfreie Kost ging. Auch ermutigt er den Leser immer wieder, den eigenen Körper und die eigene Ernährung zu beobachten und zu testen, ob es Lebensmittel gibt, die man nicht verträgt. Da bei ihm Gluten das Hauptproblem war, steht es natürlich im Vordergrund, aber er betont immer wieder, dass jeder Körper unterschiedlich ist.

In dem Buch ist auch ein detaillierter Essensplan mit Rezepten enthalten. Natürlich braucht unsereins längst nicht die Kalorien und damit die Energie eines Profitennisspielers, trotzdem kann man sich wertvolle Anregungen daraus holen.

Alles in allem ist es ein lesenswertes Buch, nicht nur für Menschen mit Zöliakie und Glutenunverträglichkeit. Denn es zeigt, wie wichtig die individuell richtige Ernährung für uns Menschen ist. Außerdem macht es deutlich, wieviel Anstrengung eine glutenfreie Ernährung bedeutet – Novak hat als Profispieler die finanziellen Mittel und Mitmenschen, die für ihn einkaufen und kochen, egal in welchem Hotel auf der Welt er sich befindet. Aber es ist auch für ihn mit Mühe verbunden und er gibt auch nie mit seinen Möglichkeiten an – er hat seine Herkunft nicht vergessen und die harte Arbeit, die ihn an die Spitze gebracht hat.

So macht das Buch uns Betroffenen Mut, unsere Ernährung und unser Leben in die Hand zunehmen, selbst wenn wir keine Tennisprofis werden, sondern nur unseren glutenfreien Alltag meistern.

Übrigens findet ihr auf meiner Podcastseite ein paar Leseproben…

Besuch mich:

Julia Stüber

Jahrgang 1973, Mutter eines fünfjährigen Nerds (bei den Genen kein Wunder), Bloggerin, Ernährungsberaterin, psychologische Beraterin, Rezeptetesterin - und wenn ich mal eine Pause brauche auch Harfenspielerin...
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