Haribo – macht Allergiker gar nicht froh!

haribo, nicht für allergiker, glutenfrei

haribo, nicht für allergiker, glutenfreiEdit 28.8.2018: Ich hatte gestern ein sehr nettes Telefonat mit Haribo, die meine Beschwerde sehr ernst nehmen und auch Kontakt mit der Shopmanagerin in Bad Godesberg aufnehmen werden. Allerdings haben sich bisher wenige über die schlechte Lesbarkeit der Zutatenliste beschwert – je mehr das machen, um so besser!


Würde es einen Preis für die Allergiker-unfreundlichste Firma geben, wäre Haribo für mich ein klarer Favorit. Ich rege mich schon lange über die schlechte Lesbarkeit der Zutatenliste auf den Haribo-Packungen auf. Aber unser Besuch gestern Mittag beim Haribo-Shop in Bad Godesberg hat gezeigt, dass Haribo so gar nichts für Allergiker und andere ernährungstechnische Grenzfälle übrig hat!

Seit wir auch meinen Sohnemann auf glutenfreie Ernährung umstellen mussten vor über einem Jahr, waren wir nicht mehr in einem Hariboladen. Und mein Besuch gestern wird auch der letzte sein!
Wie jedes Kind freute er sich darauf, sich an der großen Theke eine Tüte mit den verschiedenen Süßigkeiten zusammenzustellen. Ich hatte ihm schon gesagt, dass wir erst herausfinden müssen, was wir essen dürfen. An der Theke ist mittlerweile gekennzeichnet, was ohne Gelatine und tierische Zutaten ist – was ja durchaus sinnvoll ist.
haribo, ohne zusatz von gelatine
Bei Fragen zu den Inhaltsstoffen muss man sich an einen Mitarbeiter wenden.

haribo, inhaltsstoffe

Wir fragten also eine freundliche „Mitarbeiter-in“, ob sie wisse, wo Gluten drin sei und folgten ihr zu einem Büro. Dort hörten wir, wie sie unsere Frage wiederholte und ein weiterer Mitarbeiter schon sehr schroff antwortete, dass sie ja auf keinen Fall mehr die Listen mit den Allergien rausgeben würden. Ich dachte schon oh-oh, das wird schwierig. Der Mitarbeiter kam herausgestürmt und meinte sehr unwirsch, was wir den wissen wollten. Ich erklärte, dass mein Sohn und ich kein Gluten essen dürften und die Information brauche, in welchen Produkten von der Theke den Gluten enthalten sei. Er faselte etwas von überall Spuren. Ich erklärte ihm freundlich, aber bestimmt, dass die Spurenkennzeichnung gesetzlich nicht geregelt sei und wir die Zutatenlisten oder Allergiehinweise brauchen. Er motze mich an, dass sei so von der Zentrale vorgegeben und ich solle ja „nicht ihn dafür anmachen“. Und überhaupt könne man ja nicht jegliche Allergie abdecken. Ich erklärte ihm – zugegebenerweise mittlerweile auch etwas aufgebracht, da ich die enttäuschte Miene meines Sohnes sah – dass es 14 Hauptallergene gäbe, die gekennzeichnet werden müssen. Nein, die Information habe er nicht, und überhaupt, davon wisse er nichts, also sei das nicht so. Wir könnten jedes einzelne Produkt an der Theke durchgehen – wer ein Kind unter 10 Jahren in einem Hariboladen erlebt hat, weiß, dass das nicht besonders praktikabel ist! Auch war mein Vertrauen in die Aussagen dieses Mitarbeiters gleich null, so dass ich ihm erklärte, dass er mein Kind und mich schwer enttäuscht habe. Ich konnte dann mit meinem Sohnemann den Kompromiß aushandeln, dass ich mehrere verschiedene Tüten kaufe und sie in eine der Tüten von der Theke umfülle, wenn wir das Geschäft verlassen haben. Er war nicht begeistert, aber es blieb uns ja nichts anderes übrig. Wäre ich alleine gewesen, hätte ich den Laden verlassen, ohne etwas zu kaufen!

Als wir uns die verschiedenen ausländischen Tüten angeschaut haben, fiel mir dann diese Tüte noch auf:

haribo, schlechte lesbarkeit, inhaltsstoffe

Während für den französischen, den belgischen und den niederländischen Markt die Zutatenliste mit einem andersfarbigen Feld hinterlegt ist, steht die deutsche Zutatenliste nach wie vor auf der durchsichtigen Verpackung und ist nur schwer lesbar. Dem deutschen Allergiker und ernährungstechnischen Grenzfällen wird also die Unlesbarkeit einfach zugemutet, für andere Länder wird es im Sinne des § 3 LMKVVerordnung über die Kennzeichnung von Lebensmitteln (Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung – LMKV) richtig umgesetzt: „Die Angaben nach Absatz 1 sind auf der Fertigpackung oder einem mit ihr verbundenen Etikett an gut sichtbarer Stelle in deutscher Sprache, leicht verständlich, deutlich lesbar und unverwischbar anzubringen.“

Dieser letzte Haribo-Besuch hat mir deutlich gezeigt, wie egal wir Haribo sind. Deshalb werde ich auch für zu Hause ab sofort kein Haribo mehr kaufen, sondern nur noch Süßwaren von Firmen, die Ihre Pflicht gegenüber ihren Kunden mit ernährungstechnischen Einschränkungen gesundheitlicher Art auch erfüllen.


Die Allergy & Free From-Messe in Berlin 2016

Almgold - Aus der Käsealm Moosbrugger

Dieses Jahr wollte ich unbedingt zur Allergy & Free From-Messe in Berlin. Also Kind und mich plus mehrere Kilo Proviant eingepackt (ich ernähre mich ja nach Paleo und kenne in Berlin noch nicht die Läden, in denen ich gute Produkte kaufen kann) und ab in den Zug. Die Tage vor der Messe haben wir erstmal mit Zoobesuch, dem Naturkundemuseum und ein wenig Sightseeing verbracht. Mein Sohn weiß jetzt, dass Frau Merkel in einer „kaputten Waschmaschine“ arbeitet. *kicher*
Freitag war es dann soweit, wir sind extra früh und am ersten Messetag hingefahren, damit es nicht zu voll ist. Nach einer ersten Runde über die Messe habe ich dann meinen Sohn und den Opa ins benachbarte Technikmuseum geschickt, damit ich in Ruhe stöbern konnte – wobei die Ruhe auch nur eine Stunde hielt. Es gab viel zu sehen auf der Messe und das nächste Mal möchte ich unbedingt mehr Zeit habe!

Neben dem Stand der Deutschen Zöliakie Gesellschaft, der ECARF und MeinAllergiePortal waren es vor allem Lebensmittelhändler, die ihre „freefrom“-Produkte zeigten und die Besucher probieren ließen. Und natürlich konnte man auch fast alles kaufen – mein Plan, einen leichteren Koffer auf der Rückfahrt zu haben, da ich ja meinen Proviant aufgegessen hatte, ging also so überhaupt nicht auf.

Im folgenden möchte ich Euch ein paar einzelne Hersteller und Produkte vorstellen – andere Hersteller wie Schär, Genius, Hammermühle und Online-Shops wie die Foodoase oder Queerfood und Spezialanbieter die Delicardo etc. habe ich nur im Vorbeigehen gesehen oder kurz Hallo gesagt.

Lizza Superfood Teig aus Leinsamen und ChiasamenLizza
Sehr gefreut hatte mich, dass Lizza einen eigenen Stand hatte. Lizza ist ein – wie sie es nennen – Superfood Teig aus Leinsamen und Chiasamen, der sich für Pizza, Flammkuchen oder auch als Frühstücksbrot eignet. Er ist sowohl glutenfrei wie auch vegan und low-carb. Leider habe ich es nicht geschafft, ein Stück zu probieren, da immer wenn ich da war, schon Tomaten-Sauce drauf war (Tomate vertrage ich wegen der Histaminintoleranz nicht) und gerade, als mein Sohn mich von der Messe zerrte, kam eine freundliche Dame von Lizza und meinte, jetzt sei ein Stück ohne Tomate fertig. Ich habe aber eine Packung mitgenommen und werde sie in einem eigenen Blogbeitrag vorstellen.
www.lizza.de

The Primal Pantry, Paleo, RiegelThe Primal Pantry
Ein weiteres Highlight für mich war der Riegelhersteller The Primal Pantry aus England. Sie stellen Paleo-Riegel her, die einfach nur köstlich sind. Ganz neu sind auch Eiweiß-Riegel mit Hanfprotein, die ich aber als trocken und krümelig empfand – im Gegensatz zu den normalen Riegeln. Ich habe von jeder Sorte einen Riegel mitgenommen und werde auch darüber noch einen eigenen Blogbeitrag schreiben!
Mehr Infos: www.primalpantry.de

Almgold – Aus der Käsealm Moosbrugger
Da ich die ganzen glutenfreien Ersatzprodukte mit Mais- und Reismehl nicht vertrage, war ich schon etwas traurig, dass ich so viele Produkte nicht probieren konnte (ich hatte keine Lust, den Rest des Tages in Berlin mit furchtbaren Bauchschmerzen zu verbringen). Doch dann kam ich am Stand von Almgold vorbei. Sie verkaufen Rohmilchkäse, z.B. auch mit Blumen darin, wie auch Schinken und Würstchen. Alle Produkte sind gluten- und laktosefrei, frei von Geschmacksverstärkern, Phosphaten, Emulgatoren und Farbstoffen. In einigen Würsten lässt sich das Pökelsalz nicht vermeiden, aber – so erklärte mir der freundliche Herr am Stand – sie verwenden so wenig wie möglich und sind weit unter der gesetzlichen Vorgabe. Die Kühe werden auf der Weide gehalten und vernünftig gefüttert. Das merkt man den Produkten an, sie schmecken alle intensiv und nicht künstlich. Da schlägt das Paleo-Herz höher!
Besonders nett fand ich den „Kussechten Knoblauchspeck“ – der Knoblauchgeshcmack ist so zart, dass man kurze Zeit danach wieder jemanden küssen kann. Leider war mein Mann nicht mitgekommen, sonst hätten wir es getestet. 😉
Mehr zu den Produkten und zum Online-Shop findet Ihr hier: www.almgold.deAlmgold - Aus der Käsealm Moosbrugger

PÄX
PÄX stellt knuspriges Obst und Gemüse her, dass in mehreren Schritten getrocknet wird. Der Geschmack und die Konsistenz sind wirklich großartig, denn es sind nicht die üblichen klebrigen Trockenfrüchte, sondern extrem knusprige Varianten – ohne gefriergetrocknet zu sein. Ich habe z.B. Physalis probiert, die ganz unscheinbar getrocknet aussieht, aber eine wahre Geschmacksexplosion in dieser Variante ist. Neben eher typischen Sorten wie Erdbeeren, Ananas oder Äpfeln bietet Päx auch Zwiebeln, Zucchini, Tomaten und Paprika an – alle knusprig. Da werde ich mir bestimmt noch einiges bestellen!
Mehr Informationen: www.paexfood.de

Seitz
Nicht Paleo, aber eine interessante glutenfreie Alternative sind die neuen Fit’n’Free-Nudeln von Seitz. Es gibt bisher 3 Sorten: Rote Linsen, Kichererbsen und Buchweizen.

Zöllis
Die beiden Macher von Zöllis hatten keinen eigenen Stand, sondern wurden mir von Paddy und Jürgen Schmidtlein vom Zöliakie Austausch vorgestellt. Sie sind dabei über Crowdfunding ein komplett glutenfreies Restaurant in Nürnberg aufzubauen. Aber das ist noch nicht alles! Das Restaurant und der Lieferservice wird auch andere Allergien und Unverträglichkeiten berücksichtigen und eine Kundendatei führen, so dass man bei der Bestellung nicht alles wieder auflisten muss, sondern nur seinen Namen nennt und schon bekommt man ein individuell sicheres Essen. Eine wirklich großartige Idee!
Ich wünsche den beiden sympathischen Gründern viel, viel Erfolg, mehr Informationen findet Ihr hier
www.zoellis.de
www.startnext.de/zoellis

Neue Pralinen von Frankonia
Ein Highlight aus laktosefreier Sicht sind die neuen Pralinen von Frankonia, die sie auf der Messe vorgestellt haben. Auf meinem Schwester-Blog findet Ihr eine genaue Beschreibung: http://www.einfach-laktosefrei-leben.de/2016/04/die-neuen-laktosefreien-pralinen-von-frankonia/

BASIC Textur
Ein sehr überraschendes Produkt habe ich von BASIC Textur gefunden. Es ist eine Art Paste, auf deren Basis man viele Speisen wie z.B. Suppen, Emulsionen, Saucen, Schäume, Sorbets, Farcen usw. herstellen kann. Die BASIC Textur besteht aus Wasser und Fruchtfleisch von Zitrusfrüchten. Die Früchte werden erntefrisch entsaftet, entölt und getrocknet und dann in einem Spezialverfahren mit Wasser gemischt. Von der ECARF (der Europäischen Stiftung für Allergieforschung) wurde diese Paste mit dem „Allergiefreundlich Qualitätsgeprüft“-Siegel versehen. Die Paste selbst sieht eher unspektakulär aus und hat auch keinen Eigengeschmack, aber die Anwendungsgebiete sind extrem vielfältig. Bislang war sie vor allem für die Gastronomie gedacht, mittlerweile gibt es aber neben den großen Packungen von 1,5kg und 4,5kg auch eine kleine Packung für zuhause mit 500g. Leider habe ich sie aber noch nicht im Supermarkt gefunden.
Mehr Informationen: www.basic-textur.de


Im Test: Andean Dream Quinoa Cookies – glutenfrei und laktosefrei

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*** Achtung: Stand Februar 2017 gibt es zur Zeit keinen deutschen Vertrieb, deshalb sind die Kekse nicht in Deutschland erhältlich – leider… ***

andean dream cookie, laktosefrei, glutenfreiAuch wenn ich selber keine glutenfreien Ersatzprodukte mehr esse, stöbere ich immer noch gerne in den Bioläden und Reformhäusern nach neuen Produkten. Dabei bin ich neulich auf die Quinoa Cookies von Andean Dream gestoßen und musste sie rein aus Neugier und trotz des hohen Preises einfach mal mitnehmen. 198 Gramm kosten stolze 4,99 €, aber das liegt sicherlich auch an der Reise, die diese Kekse hinter sich haben: sie werden in Bolivien hergestellt.
Im Reformhaus in Hennef (Rhein-Sieg-Kreis) konnte ich nur die Sorte mit Kokosnuss finden. Geschmacklich finde ich sie recht gut, allerdings ein wenig trocken. Zwischendurch habe ich bei einer Freundin auch mal andere Sorten probiert, da fand ich Orange am Besten. Sehr praktisch ist die Verpackung: jeder Keks ist einzeln verpackt, so dass man sie sehr gut mmitnehmen kann. Auch ist zumindest der Quinoa aus Fair Trade. Die Kekse sind ei- und milchfrei, ohne Weizen, Soja oder Mais, cholesterinfrei und frei von Nüssen oder gehärteten Fetten. Für mich allerdings ein Riesenminuspunkt, dass Palmfruchtöl verwendet wird, hier sollte über eine Alternative nachgedacht werden.
Von Andean Dream gibt es übirgens noch Pasta und Suppen! Wer also mal Lust auf einen anderen Geschmack hat, sollte ruhig mal Quinoa-Produkte probieren.

Zutaten:
Bio Royal-Quinoa-Mehl aus den Anden, Tapioca-Mehl, ungehärtetes Palmfruchtöl, Rohzucker, geröstete Kokosraspeln, Bio-Reismehl, Zuckerrohrsirup, Natrium Bicarbonat, natürliches Kokosnuss- und Vanille-extrakt (frei von Mais und Soja).

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Mit Zöliakie keine Insekten essen!

Insekten, Zöliakie

Insekten, ZöliakieEin neuer Trend in der Ernährung steht in den Startlöchern und ist besonders jetzt kurz vor Halloween in Lutschern oder Getränken zu finden: Insekten. Klar, die meisten werden jetzt angeekelt das Gesicht verziehen und sagen, dass sie nie, nie, NIE! im Leben eine Grille oder ähnliches essen werden. Das wird sich allerdings in den nächstem 10-20 Jahren verändern! Die Vorteile von Insekten sind vielfältig: sie sind als Eiweißlieferant wesentlich kostengünstiger und mit weniger Energieressourcen zu züchten als unser klassisches Vieh wie Kühe, Schweine oder Hühner. Sie enthalten fast keine Kohlenhydrate, sind fettarm und reich an Spurenelementen, Vitaminen und Mineralien.

In Thailand, China oder Afrika ist der Verzehr von Insekten übrigens vollkommen normal. Bei uns gab es noch im 19. Jahrhundert die sehr beliebte Maikäfersuppe!
Auch gibt es immer mehr Versuche, Lebensmittel mit Insektenmehl herzustellen, so dass man nicht mehr das ganze Insekt vor sich hat, sondern nur noch eine anonyme Masse. Das alles ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings müssen Menschen mit Zöliakie vorsichtig sein. Denn im Moment werden Grillen, Heuschrecken und co. nämlich meistens mit Weizenflocken gefüttert. Bei den Mehlwürmern ist das vielleicht noch naheliegend, bei den anderen Insekten weniger. Und im Gegensatz zu Hühnern isst man hier das gesamte Tier und nicht nur das Muskelfleisch oder einzelne Innereien. Ich bin kein Biologe, aber ich denke, dass allein schon der Mageninhalt einer Heuschrecke zu viel Gluten für jemanden mit Zöliakie beinhalten kann. Bis jetzt habe ich auch nur einen Hersteller von glutenfreiem Insektenmehl finden können, der leider in den USA sitzt.

Seid also bitte vorsichtig, wenn ihr Euch mal an Insekten ran traut oder auch gerade jetzt zu Halloween Sachen aus der Rubrik: Ich bin ein Star – holt mich hier raus probieren wollt. Denn zur Zeit haben die Hersteller dieser Lebensmittel noch nicht daran gedacht, dass in den Insekten Gluten enthalten sein kann!


Neue glutenfreie Produkte auf der Anuga

Der sehr appetitanregende Stand von Almondy

Jedes 2. Jahr findet einer der weltgrößten Lebensmittelmessen in Köln statt, die Anuga. In meinem anderen Blog habe ich bereits über die neuen laktosefreien Produkte berichtet. Neben der Suche nach glutenfreien Produkten habe ich mir – sozusagen als Mittagspause – auch einen Vortrag angehört über den stetigen Anstieg von „frei von“-Produkten. Dabei steht glutenfrei an erster Stelle, ein Trend, der aus den USA zu uns herüber gekommen ist. Es wurde immer wieder betont, dass bei der Herstellung von glutenfreien Lebensmitteln auf die Kontamination geachtet werden muss und dass es keine wissenschaftlichen Beweise dazu gäbe, das glutenfrei wirklich gesünder wäre für Menschen ohne Zöliakie und Glutenunverträglichkeit. Aus Sicht der Industrie, bzw. hier einem Marktforschungsinstitut, war ich überrascht, das zu hören. Nichtsdestotrotz war glutenfrei ein großes Thema auf der Anuga. Hier die spannensten Produkte, die ich gefunden habe:

Im laktosefrei-Blog habe ich ja schon davon berichtet: ab Anfang 2016 kommt die gluten- und laktosefreie Almondy-Mandel-Torte mit dunkler Schokolade in die Geschäfte. Dies ist eine gute Nachricht für alle, die mit Gluten und Laktose Probleme haben! Probieren konnte ich sie leider noch nicht, aber es dauert ja nicht mehr lange.
www.almondy.de

Der sehr appetitanregende Stand von Almondy

Der sehr appetitanregende Stand von Almondy

Von Coppenrath gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: sie haben glutenfreien Lebkuchen herausgebracht! Die schlechte: dieses Jahr sind die Lebkuchen nur in sehr wenigen Geschäften zu finden, also unbedingt danach Ausschau halten! Nächstes Jahr sollen sie dann überall erhältlich sein.

Glutenfreier Lebkuchen von Coppenrath

Glutenfreier Lebkuchen von Coppenrath

Achtet bei den Coppenrath Keksen nur bitte genau auf die Verpackung: es gibt zucker- und laktosefreie Kekse, die nicht glutenfrei sind!

Coppenrath Gebäck, laktose- aber nicht glutenfreie Sorte

Coppenrath Gebäck, laktose- aber nicht glutenfreie Sorte

http://www.coppenrath-feingebaeck.de/sortiment/gesunder-genuss.html

Seitz hat zum einen reine Buchweizennudeln und Kekse präsentiert, zum anderen unter einem eigenen Label Nudeln aus Hülsenfrüchten wie roten Linsen, Kichererbsen, Adzuki-Bohne und auch Hirse/Hanf und nochmal Buchweizen. Da sie im engen Kontakt mit Betroffenen stehen, haben sie versucht, für die, die kein Mais vertragen, Alternativen zu schaffen. Diese Nudeln kommen in ca. 8 Wochen auf den Markt.
www.seitz.de

Glutenfreie Kekse von Seitz

Glutenfreie Kekse von Seitz

Nudeln aus Hülsenfrüchten von Seitz

Nudeln aus Hülsenfrüchten von Seitz

Die Firma Eat Real hat Chips und Flips auf Quinoa-Basis vorgestellt, die sehr sehr lecker waren – wenn auch etwas scharf, puh. Bis jetzt gab es von der Firma Gemüse und Linsenchips (z.B. bei der Foodoase) aber durch den Eigengeschmack des Quinoa sind diese Chips mal etwas ganz anderes. Außerdem sind die Flips eine gute Alternative für Erdnussallergiker!
http://www.eatreal.co.uk/index.html

Glutenfreie Quinoa-Flips von eat real

Glutenfreie Quinoa-Flips von eat real

Ein großes Thema war auch Pizza – wobei ich bei der Pizza auf diesem Bild wirklich froh bin, dass ich sie nicht essen kann, weil sie nicht glutenfrei ist.

Zum Glück nicht glutenfrei! ;-)

Zum Glück nicht glutenfrei! 😉

Von Delicio aus Irland sollen unter einem anderen Namen in ca. 6 Wochen zwei Tiefkühlpizzen bei Lidl in die Tiefkühlabteilung kommen – also unbedingt auf die Werbeblättchen achten!

gf-delicio

Gleichzeitig und ebenfalls aus Irland werden zwei der vier glutenfreien San Marco-Pizzen auf den deutschen Markt kommen. Diese Marke ist sogar von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) mit Gold für die Margherita und Silber für die „Speciale“-Pizza ausgezeichnet worden. Dies sind auch die beiden Sorten, die als erstes auf den deutschen Markt kommen, aber die „Vegetale“ und die „vegetarische Pepperoni“ kommen bestimmt bald nach. Alle Pizzen sind übrigens auch weizen- und laktosefrei!
www.greenislefood.ie

Glutenfreie Pizza San Marco

Glutenfreie Pizza San Marco

Rosies aus den Niederlanden – die man hier bei der Foodoase bestellen kann – stellte ein glutenfreies Winter Crunchy Müsli und ein neues Kinder Superfood Müsli mit Granatapfel, Chia Samen, Himbeeren und Kokosblütenzucker vor. Außerdem bieten sie jetzt auch „Shake Awake“ an, ein glutenfreies Frühstück aus glutenfreiem Hafer, dass man nur mit Milch vermischen und schütteln muss.

Glutenfreie Frückstücksmischungen von Rosies

Glutenfreie Frückstücksmischungen von Rosies

Von Food for Life aus Californien habe ich etwas sehr interessantes probiert: Sprossenbrot! Dabei wird nicht das Korn zu Mehl verarbeitet, sondern eben die Sprossen aus dem Brot verbacken. Die Firma bietet auch normales glutenfreies Brot an, das aber bei weitem nicht so lecker und saftig ist. Es gibt sogar mehrere glutenfreie Varianten!
Zur Zeit sind die Brote noch nicht in Deutschland erhältlich, wenn überhaupt, kommen sie in die Bioläden und Reformhäuser. Man kann sie aber auch online bestellen bzw. sind sie in England erhältlich.
http://www.foodforlife.com/sprouted-for-life-bread

Glutenfreie Sprossenbrote von Food for Life

Glutenfreie Sprossenbrote von Food for Life

Ebenfalls sollte man in England nach der Marke „Food Heaven“ Ausschau halten. Diese haben mehrere Puddings, Nachtische, Kuchen und sogar Eis glutenfrei im Programm. Ob und wann die Produkte nach Deutschland kommen, ist leider noch ungewiss.

Besonders traurig in Hinsicht auf die Verfügbarkeit war mein Besuch bei La Donatella. Sie versuchen 1 tiefgekühltes laktose- und glutenfreies Dessert sowie 3 glutenfreie Desserts an die deutschen Restaurants zu verkaufen, die sich aber (noch) sehr dagegen sträuben. Das finde ich sehr schade, denn das Dessert, was ich probiert habe, war sehr lecker! Außerdem ist es einzeln mit Deckel verpackt, so dass wirklich keine Kontamination geschehen kann. Wirklich schade, aber vielleicht kommt es ja noch zum Umdenken in der Gastronomie….
http://www.ladonatella.eu/en/

Glutenfreie Desserts von La Donatella

Glutenfreie Desserts von La Donatella

Mehr über laktosefreie und Paleo-Produkte auf der Anuga 2015 findet Ihr über diese Links!


Glutenfreie und laktosefreie Osterkekse

Die fertigen Osterkekse
Mein Kleiner beim Teigrühren

Mein Kleiner beim Teigrühren

Mein Sohn und ich haben uns beide unsterblich in die süßen Oster-Ausstechformen verliebt, die es im Moment in den Geschäften gibt. Er musste nicht lange betteln, bis ich für uns welche gekauft habe. Nun stand ich aber vor dem Problem, welchen Teig ich dafür nehme. Ich wollte einen einigermaßen Paleo-tauglichen, gluten- und laktosefreien Teig und nicht schon wieder das Spekulatiusrezept nehmen. 
Mein Sohn, mittlerweile fünf, war angesichts der Zutaten, die ich für die Hasen nehmen wollte, dann aber erst mal mega skeptisch: „Ich mag keinen Honig! Ich mag kein Kokosöl!“ schrie er entsetzt, als ich alles vorbereitete, damit er den Teig rühren konnte. Ich habe ihn aber beruhigt, und das Endergebnis hat ihm so gut geschmeckt, dass er zu Ostern die Kekse für die ganze Familie backen will. 🙂

Die fertigen Osterkekse

Die fertigen Osterkekse

Man könnte die Kekse auch mit irgendeiner Glasur verzieren, allerdings waren sie bei uns zu schnell weg. 😉 Besonders gut schmecken sie in Tee oder Kaffee getunkt und frisch.

Solche Kekse sollten natürlich nur eine Ausnahme sein, wenn Ihr Euch nach Paleo ernährt, aber ich war so froh, mal wieder mit meinem Kleinen backen zu können!

Glutenfreie und laktosefreie Osterkekse
 
Zubereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
 
Zutaten
  • 2 Eier (Bio oder Freiland)
  • 70g geschmolzenes Kokosöl
  • 170g flüssigen Honig
  • 190g helle gemahlene Mandeln (wir haben es mit dunkleren gemacht, deshalb sind die Kekse nicht so hell)
  • 60g Kokosmehl plus Ein wenig zum Ausrollen
  • 120g Maniokmehl
  • ½ Teelöffel Salz
  • ½ Teelöffel Natron
  • Vanille aus der Mühle
Zubereitung
  1. Den Ofen auf 350f vorheizen.
  2. Backbleche mit Backpapier auslegen.
  3. Die drei Mehle, das Natron, Salz und die Vanille in einer kleinen Schüssel mischen.
  4. In einer großen Schüssel Eier, Kokosöl und Honig gründlich verrühren.
  5. Die trockenen Zutaten in die flüssigen geben und wieder gründlich verrühren.
  6. Zum Ausrollen ein Brett und den Teig immer wieder mit etwas Kokosmehl bestäuben, damit der Teig nicht zu sehr klebt.
  7. Kekse ausstechen und vorsichtig auf die Backbleche legen.
  8. Für 10-15 Minuten backen, bis die Ränder anfangen, sich zu bräunen.
  9. Nach dem Backen abkühlen lassen und genießen.

 


Glutenfreie Maniok-Kastanien-Brötchen

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maniok kastanien brötchen, glutenfrei, paleoIch habe schon unzählige Versuche mit glutenfreiem Brot und Brötchen hinter mir – aber dieses Rezept schmeckt mir am Besten! Und auch wenn ich nach Paleo lebe, habe ich zwischendurch mal Lust auf ein Brötchen – ich gebe es ja zu. 😉 Auf der Suche nach einem Rezept bin ich auf das Rezept von Svenja gestoßen, dass Ihr hier findet. Das Tolle an dem Rezept von Svenja ist, dass es ganz ohne Nüsse oder Kokosmehl auskommt. Ich wollte allerdings keinen reinen Maniok-Geschmack und habe anstatt 200g Gari nur 100g genommen und 100g Kastanienmehl hinzugefügt, sowie noch Schwarzkümmel und Leinsamen.

Außerdem habe ich mal kein Brot gebacken, sondern Brötchen in der „berühmten“ Tchibo-Form. Wenn Ihr nicht so eine Form habt,  könnt Ihr es auch in einer rechteckigen Kuchenbackform backen, die Backzeit beträgt dann 40 anstatt 20-25 Minuten. Die Brötchen kann man super einfrieren, sie halten sich im Kühlschrank aber auch mehrere Tage.

Gari und Maniok- oder auch Cassava-Mehl bekommt Ihr am besten in einem Asialaden, Kastanienmehl im Reformhaus oder Bioladen. Nächste Woche schreibe ich dann auch mal einen Blogbeitrag zu Gari/Maniok/Cassava!

Glutenfreie Maniok-Kastanien-Brötchen
 
Zubereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
 
Portionen: 9
Zutaten
  • 100g Maniokmehl
  • 100g Gari
  • 100g Kastanienmehl
  • 5 Eier
  • 200 ml Kokosmilch
  • Eine größere Prise Salz
  • 2 TL Schwarzkümmel
  • 2 EL geschrotete Leinsamen
  • 1 TL Natron
  • Schuss Apfelessig
Zubereitung
  1. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
  2. Zuerst die 3 Mehle in eine große Schüssel geben.
  3. Dann die Eier und die Kokoksmilch dazugeben.
  4. Anschließend das Salz, den Schwarzkümmel und die Leinsamen zufügen.
  5. Zum Schluss kommt das Natron und den Schuss Apfelessig.
  6. Sofort alles gründlich verrühren.
  7. Den Teig in die Form geben.
  8. Im Ofen für 20-25 Minuten backen.

 


Leckere glutenfreie Paleo-Pfannkuchen – aus Maniok-Mehl

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pfannkuchen, tapioka, paleo, glutenfreiWas haben wir hier nicht alles probiert, um glutenfreie Pfannkuchen hinzubekommen. Diverse Mehlmischungen gekauft, selber Mehle gemischt, französische Buchweizencrepes ausprobiert. Aber so richtig glücklich waren wir nie – vor allem mein Mann nicht, der da sehr wählerisch ist. Aber seit ein paar Wochen experimentieren wir mit Tapioka und haben die erstaunlichsten Ergebnisse. So auch beim Pfannkuchen! Diese Pfannkuchen kann man dünn backen, und sie sind trotzdem schön fluffig. Natürlich hat Tapioka einen ganz eigenen Geschmack – ich finde, es schmeckt etwas erdig  – aber ich mag ihn. Und die Pfannkuchen kann man ja auch individuell belegen, z.B. mit Apfelpüree oder besonders auch exotischen Früchten.
Anstatt der Kokosmilch kann man auch normale Milch nehmen.
Das Rezept ergibt 8 Pfannkuchen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

 

3.0 from 2 reviews
Leckere glutenfreie Paleo-Pfannkuchen - aus Tapioka-Mehl
 
Zubereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
 
Zutaten
  • 250g Maniok-Mehl (ich nehme Fufu aus dem Asialaden)
  • 4 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 1 Dose Kokosmilch (400ml)
  • Bei Bedarf 1 EL Wasser
Zubereitung
  1. Alles in einer großen Schüssel mit einem Schneebesen zu einem glatten Teig vermischen. Am Anfang bilden sich ziemlich viele Klümpchen, die lösen sich aber schnell auf.
  2. Dann wie normalen Pfannkuchen dünn in der Pfanne backen. Achtung, das Bräunungsverhalten ist anders, als bei normalen Pfannkuchen, aber das habt Ihr schnell raus.

 


Geschmorte Lamm-Herzen im Speckmantel

Gastbeitrag von Nina Weber vom Spiel- und Mama-Entspannungs-Blog Land der Abenteuer.

Nina ist Anfang letzten Jahres mit ihrer Familie nach Katar ausgewandert. Sie versuchen, auch im fernen Nahen Osten nach dem Paleo-Prinzip zu leben. Oft ist das schwierig, aber es gibt auch frische Zutaten, die zu Koch-Experimenten verlocken … Wenn Nina nicht mit ihren 2 Söhnen ihre neue Heimat erkundet, schreibt sie Fantasybücher und Ratgeber wie „Mama macht mal Pause“ oder den „Trotzphasen-Survivalguide“.

Seit Tagen haben mich in der Fleischtheke die Lamm-Herzen aus Australien angelacht. Hatte noch im Ohr, dass man als Steinzeit-Esser auch immer mal wieder Innereien essen soll. Das haben wir seit unserem Umzug nach Arabien noch nicht gemacht. Also ran ans Werk.

Rezepte für Lamm-Herzen gegoogelt und das hier ausgewählt: http://www.greatbritishchefs.com/community/bacon-stuffed-braised-lamb-heart-recipe. Beim Kochen dann wild herumgeflucht, weil der Teufel im Detail steckte und man viel improvisieren muss mit dem Rezept.

Hier jetzt, für euch, die new & improved Version des Rezepts.

Unser Fazit: Bei den ersten Bissen dachten wir alle “urgs, das ist nicht so meins”. Dann fanden wir’s alle einen sehr leckeren und spannenden Geschmack, besonders in der Kombination mit dem zitronigen Gremolata. Das fand sogar mein Mann, der sonst kein Lamm-Fan ist. Die Kinder haben sich nochmal den Teller vollgeladen, ganz freiwillig, und gefragt, wann es wieder Herzen gibt. Bald! 🙂

Die Zubereitungsbeschreibung ist lang — lasst euch davon nicht abschrecken. Das meiste ist verschiedenstes Gemüse und Kräuter kleinschnippeln. Das liest sich lang, geht aber schnell. 😉

Geschmorte Lammherzen im Speckmantel

Zubereitungszeit: etwa 3 Stunden — etwa 1 Std. aktiv kochen, 2 Stunden Schmorzeit im Ofen

Zutaten für 4 Portionen

  • 4 Lammherzen (etwa 600 g), am besten küchenfertig präpariert. Ganze oder gehälftete, das ist egal.
  • 3 kleine Zwiebeln oder 6 Schalotten
  • 3 Knoblauchzehen (nur 1 wird mitgegessen)
  • 200 Gramm frische Würstchen oder 200 g Gehacktes
  • 1 Bund Thymian (noch besser: Zitronenthymian)
  • 2 Bund frische Petersilie
  • 1 ungespritzte Zitrone
  • etwa 40 Gramm glutenfreie Semmelbrösel oder gemahlene Nüsse. Wir haben GF-Zwiebäcke in der Küchenmaschine zerlegt. *
  • etwa 400-500 Gramm Frühstücksspeck – möglichst breite, lange Streifen
  • 400 ml Rotwein, z. B. Shiraz
  • 2 Selleriestangen (kein Knollensellerie)
  • 2 dicke Möhren
  • Salz und Pfeffer
  • Olivenöl
  • etwa 4 EL milden Balsamico-Essig
  • eine halbe Tasse Hühnerbrühe oder ein Schuss milden Cognac etc. zum Ablöschen
  • evtl. etwas (Mandel-/Soja-)Sahne für die Sauce

Spezielles Zubehör:

  • Küchengarn
  • ofenfester Bräter
  • Metallsieb oder flotte Lotte zum Durchpassieren
  • Super wäre eine Warmhalteplatte für das fertige Fleisch, während ihr die Sauce zubereitet. Aber man kann auch improvisieren.

 

*Semmelbrösel: Hier gern eine Paleo-Entsprechung verwenden. Entweder gemahlene Mandeln oder andere Nüsse oder Brösel aus Paleo-Brot (hier gibt’s z. B. ein Rezept für ein in 5 Minuten in der Mikrowelle gegartes Stückchen Paleo-Brot). Konnte ich aus Zeitmangel gestern nicht ausprobieren.

 

Ofen auf 140°C vorheizen; Umluft ca. 120-130°C. (Können wir hier nicht ausprobieren.) Wein, Garn etc. bereitstellen, damit nachher nichts anbrennt.

Die Herzen aus dem Kühlschrank nehmen.

Die ganzen Kräuter und Gemüse vorbereiten und in separaten Schüsseln bereitstellen:

  • 3 der Zwiebeln, Sellerie und Möhren putzen, hacken und zusammen beiseite stellen.
  • Die restlichen 3 Zwiebeln sehr fein hacken. 2 Knoblauchzehen pellen und mit dem Messer zerdrücken. 2-3 EL Olivenöl in einer Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen. Zwiebeln und Knoblauch darin sanft anbraten und unter Rühren 10 Minuten golden garen. Dann zum Abkühlen beiseite stellen.
  • Während die Zwiebeln garen vom Thymian etwa 8 lange Stängel abteilen, waschen und die Blättchen abstreifen. Eine Handvoll Petersilie (etwa 1/2 bis 1 Bund, je nach Dicke des Bunds) waschen, trocknen und mit der Hand oder Küchenmaschine fein hacken.
  • Die Zitrone waschen, trocknen und mit einem Zester oder der Küchenreibe die ganze Schale abziehen. Fein häckseln.
  • Wenn ihr eine zitronige Note mögt, es aber keinen Zitronenthymian gab, könnt ihr einen Hauch Zitronenzesten zu Petersilie und Thymian geben. Rest von den Zitronenzesten beiseite stellen.

Die Füllung aus den Würstchen in eine Schüssel drücken bzw. das Gehackte in die Schüssel geben. Gehäckselte Petersilie, Thymian, gegarte Zwiebeln zum Fleisch geben; Knoblauchzehen wegwerfen. Knoblauchfans können sie  fein gehackt zur Füllung geben. Semmelbrösel aus Brot/Zwieback herstellen, falls nötig.

Die Katze hielt's nicht mehr aus und musste die Herstellung der Semmelbrösel aus der Nähe begutachten

Die Katze hielt’s nicht mehr aus und wollte die Herstellung der Semmelbrösel aus der Nähe begutachten

Gemahlene Nüsse oder Semmelbrösel zum Fleisch geben. Mit Salz und Pfeffer würzen (fertiges Wurstbrät nur wenig nachwürzen) und gründlich vermischen.

Wurstbrät und viele Kräuter - die leckere Füllung der Lammherzen

Wurstbrät und viele Kräuter – die leckere Füllung der Lammherzen

In einem ofenfesten Bräter einen großen Schuss Olivenöl erhitzen, mittlere Hitze. Sellerie-, Zwiebel- und Möhrenstücke dazugeben. Das Gemüse lange sanft schmoren, bis es einen Goldton annimmt. Immer mal wieder mit dem Pfannenwender umschichten, während ihr die Herzen vorbereitet.

Gemüse fürs "Bett"

Gemüse fürs „Bett“

Frühstücksspeck aus der Packung nehmen und auf einem Teller bereitlegen. Großen Teller für die fertigen Herzen bereitstellen, ebenso Küchengarn und Schere.

Sehen eingepackt gruslig aus, ausgepackt nicht mehr: die Lamm-Herzen

Sehen eingepackt gruslig aus, ausgepackt nicht mehr: die Lamm-Herzen

Herzen aus der Packung nehmen, abspülen und trockentupfen. Keine Scheu: Bei uns waren die Herzen eine viel unblutigere Angelegenheit als anderes rohes Fleisch. Sie lassen sich wirklich gut und ohne Ekel verarbeiten. Mit einem scharfen Küchenmesser die Herzen putzen, falls nötig. Einfach mit dem Finger über die Oberflächen fahren und alles wegschneiden, das sich nicht glatt/weich anfühlt. Äderchen/Sehnchen durchschneiden, falls noch vorhanden. Ob man die harten weißen Stückchen außen wegschneiden muss oder nicht, weiß ich nicht. Ich habe sie flach abgeschnitten. Das klingt jetzt nach mehr Arbeit, als es ist. Bei unseren Herzen kam insgesamt ungefähr ein Kinderhändchen voll Abfall zusammen.

Wenn die Herzen zerteilt verkauft wurden oder sehr klein sind,  etwas herumpuzzlen, um jeweils 2 Herz-Hälften so zu kombinieren, dass man sie gut füllen kann. Gibt es einen großen Innenraum, füllt man den. Alles nicht so genau nehmen – es kommt ja ein Speckmantel drum.

Jedes gefüllte Herzpaket mit Speckstreifen umwickeln. Man benötigt jeweils ca. 2-4 Streifen. Die Streifen wie bei Pappmaché aufbringen, so dass sie sich überlappen. Eng mit Garn umwickeln und festknoten. Wir haben keine Rouladennadeln verwendet, da ich Bedenken hatte, dass die Herzen zäh werden, wenn ich sie vor dem Anbraten mit einer Nadel durchstoße. Ich finde auch das Anbraten mit Nadeln eher nervig.

Die Pfanne, in der ihr die Zwiebeln gegart habt, sauberwischen und einen Schuss Olivenöl darin erhitzen. Die Herzen bei mittlerer bis hoher Hitze von allen Seiten anbraten.

Eine Handvoll Thymianzweige (vermutlich der Rest vom Bund) und Petersilienstängel über das Gemüse im Bräter geben. Je nach Vorliebe kann man zusätzliche Küchenkräuter dazugeben, z. B. 1 Lorbeerblatt oder etwas Rosmarin. Da die Sauce durchpassiert wird, kann alles lose in den Bräter.

Die Herzen im Speckmantel auf das Gemüse im Bräter geben. Den Bratensatz in der Pfanne mit dem Rotwein ablöschen und vom Boden freikratzen. Über die Rouladen gießen, dabei alle Rouladen benetzen. Den Bräter erhitzen, bis der Rotwein kocht. Deckel drauf. In den heißen Ofen geben. Küchenuhr auf 1 Stunde stellen.

Lammherzen angebraten auf dem Gemüsebett

Lammherzen angebraten auf dem Gemüsebett

Den Balsamico-Essig in einen kleinen Topf geben und bei mittlerer Hitze stark einkochen, bis er sirup-artig ist. Beiseite stellen.

Optional: Nach 1 Std. Garzeit die Herzen mit etwas von dem Sud übergießen. Ist nicht zwingend nötig. Uhr auf 1 weitere Stunde stellen, geschlossen weitergaren.

Gremolata herstellen: 1 Knoblauchzehe schälen und stückeln. 1 Bund Petersilie waschen, trocknen und mit dem Knoblauch im Food Processor fein häckseln. Zitronenzesten dazugeben und noch einmal kurz anhäckseln. In eine Schüssel geben und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

Jetzt Tisch decken und die Beilagen vorbereiten. Die fertigen Herzen kühlen nämlich schnell aus.

Wir haben zu den Herzen knackig gegartes Pfannengemüse und Kartoffelpüree serviert. Wer keine Kartoffeln verwenden möchte, kann auf Selleriepüree ausweichen oder etwas ganz anderes: Alles, was euch auch zu Rouladen schmecken würde, passt.

Cognac oder Hühnerbrühe, Metallsieb, Alufolie oder dicht schließende angewärmte Schüssel bereitstellen.

Nach insgesamt 2 Stunden Garzeit die Rouladen aus dem Sud heben und in Alufolie wickeln oder in der warmen Schüssel aufbewahren. Gemüse/Sud vom Boden des Bräters loskratzen. Durch ein Metallsieb den gesamten Inhalt des Bräters nach und nach (oder auf einmal, hängt von der Siebgröße ab) zur Balsamico-Reduktion geben. Ist alles Gemüse im Sieb, mit einem Löffel reiben und pressen, um soviel Sud und Gemüseteile wie möglich durch das Sieb in die Sauce zu pressen. Inhalt des Siebs wegwerfen. Einen Schuss Cognac oder Hühnerbrühe zum Balsamico geben, wer mag auch einen Hauch Sahne. Bei hoher Hitze um etwa die Hälfte einkochen, dabei immer mal wieder umrühren. Achtung: Die Sauce sollte so dick sein, dass sie am Löffelrücken kleben bleibt, aber kein Gel werden. Das ist uns nämlich passiert 😉 Abschmecken. Wenn es zu markant oder dickflüssig ist, noch etwas Sahne oder Brühe unterrühren.

Die Herzen mit dem Speckmantel auf einem Brett mit einem scharfen Messer in  Scheiben schneiden und hübsch auf einer Fleischplatte anrichten. Gremolata (Petersilie mit Zitronenschale und Knofi) darüberstreuen und gleich servieren.

Sauce separat dazu servieren.

Leider habe ich vor lauter Hektik beim Servieren kein Foto von den angerichteten Lammherzen gemacht — ihr müsst einfach glauben, dass es sehr appetitlich aussah in dünnen Scheibchen auf dem farbenfrohen Gemüsebett mit Gremolata drüber.  Nächstes Wochenende bereiten wir das Rezept noch mal zu, dann gibt’s auch ein Foto. 😉


Paleo-Spekulatius – gluten- und laktosefrei

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paleo, spekulatius, glutenfrei, laktosefreiIn Anlehnung an das Rezept für glutenfreie Weihnachtsplätzchen von Paleo360 habe ich Paleo-Spekulatius kreiert. Ich wollte unbedingt Spekulatius essen dieses Jahr! Und die gekauften glutenfreien Spekulatius schmecken mir nicht und enthalten auch oft Butter, die ich dank Laktose-Intoleranz auch nicht vertrage.

Ich habe in den letzten Wochen etliche Experimente mit den verschiedensten Teigen gemacht, da ich eigentlich auch Mandel-freie Spekulatius haben wollte, aber es halt alles nicht geklappt. Vor allem die Versuche mit Kastanienmehl waren eine Pleite, da die Kastanie viel zu dominant war im Geschmack: die Spekulatius schmeckten wie heiße Maronen, über die man Spekulatiusgewürz gekippt hatte.

Stattdessen habe ich die Mandelmenge vom Originalrezept halbiert und mit Cassava-Mehl ersetzt. So hat das ganze ein fast authentischen Spekulatiusgefühl!

Ich habe die Spekulatiusform von Tchibo aus Silikon benutzt, da man sie dabei besser aus der Form bekommt.

Paleo-Spekulatius - gluten- und laktosefrei
 
Zubereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
 
Zutaten
  • 125 g gemahlene Mandeln
  • 125 Cassava-Mehl oder Maniokstärke
  • 2 Eier
  • 1 TL Natron
  • 40g geschmolzenes Kokosöl
  • 100g Honig
  • 2 TL Spekulatiusgewürz
Zubereitung
  1. Den Ofen auf 160 Grad vorheizen
  2. Die Mehle und die Mandeln mit den Eiern, Salz, dem Spekulatiusgewürz und Natron in einer Schüssel gründlich verrühren.
  3. Das flüssige Kokosöl und den Honig dazu geben und wieder gründlich mischen.
  4. Den Teig in einzelnen Portionen in die Spekulatiusform reindrücken und dabei darauf achten, dass die Kekse die gleiche Höhe haben.
  5. Für 5-6 Minuten backen, wenn Du die Silikonbackform benutzt, ansonsten etwas länger. Sobald die Ränder anfangen, etwas dunkel zu werden, rausholen.