Die Allergy & Free From-Messe in Berlin 2016

Almgold - Aus der Käsealm Moosbrugger

Dieses Jahr wollte ich unbedingt zur Allergy & Free From-Messe in Berlin. Also Kind und mich plus mehrere Kilo Proviant eingepackt (ich ernähre mich ja nach Paleo und kenne in Berlin noch nicht die Läden, in denen ich gute Produkte kaufen kann) und ab in den Zug. Die Tage vor der Messe haben wir erstmal mit Zoobesuch, dem Naturkundemuseum und ein wenig Sightseeing verbracht. Mein Sohn weiß jetzt, dass Frau Merkel in einer „kaputten Waschmaschine“ arbeitet. *kicher*
Freitag war es dann soweit, wir sind extra früh und am ersten Messetag hingefahren, damit es nicht zu voll ist. Nach einer ersten Runde über die Messe habe ich dann meinen Sohn und den Opa ins benachbarte Technikmuseum geschickt, damit ich in Ruhe stöbern konnte – wobei die Ruhe auch nur eine Stunde hielt. Es gab viel zu sehen auf der Messe und das nächste Mal möchte ich unbedingt mehr Zeit habe!

Neben dem Stand der Deutschen Zöliakie Gesellschaft, der ECARF und MeinAllergiePortal waren es vor allem Lebensmittelhändler, die ihre „freefrom“-Produkte zeigten und die Besucher probieren ließen. Und natürlich konnte man auch fast alles kaufen – mein Plan, einen leichteren Koffer auf der Rückfahrt zu haben, da ich ja meinen Proviant aufgegessen hatte, ging also so überhaupt nicht auf.

Im folgenden möchte ich Euch ein paar einzelne Hersteller und Produkte vorstellen – andere Hersteller wie Schär, Genius, Hammermühle und Online-Shops wie die Foodoase oder Queerfood und Spezialanbieter die Delicardo etc. habe ich nur im Vorbeigehen gesehen oder kurz Hallo gesagt.

Lizza Superfood Teig aus Leinsamen und ChiasamenLizza
Sehr gefreut hatte mich, dass Lizza einen eigenen Stand hatte. Lizza ist ein – wie sie es nennen – Superfood Teig aus Leinsamen und Chiasamen, der sich für Pizza, Flammkuchen oder auch als Frühstücksbrot eignet. Er ist sowohl glutenfrei wie auch vegan und low-carb. Leider habe ich es nicht geschafft, ein Stück zu probieren, da immer wenn ich da war, schon Tomaten-Sauce drauf war (Tomate vertrage ich wegen der Histaminintoleranz nicht) und gerade, als mein Sohn mich von der Messe zerrte, kam eine freundliche Dame von Lizza und meinte, jetzt sei ein Stück ohne Tomate fertig. Ich habe aber eine Packung mitgenommen und werde sie in einem eigenen Blogbeitrag vorstellen.
www.lizza.de

The Primal Pantry, Paleo, RiegelThe Primal Pantry
Ein weiteres Highlight für mich war der Riegelhersteller The Primal Pantry aus England. Sie stellen Paleo-Riegel her, die einfach nur köstlich sind. Ganz neu sind auch Eiweiß-Riegel mit Hanfprotein, die ich aber als trocken und krümelig empfand – im Gegensatz zu den normalen Riegeln. Ich habe von jeder Sorte einen Riegel mitgenommen und werde auch darüber noch einen eigenen Blogbeitrag schreiben!
Mehr Infos: www.primalpantry.de

Almgold – Aus der Käsealm Moosbrugger
Da ich die ganzen glutenfreien Ersatzprodukte mit Mais- und Reismehl nicht vertrage, war ich schon etwas traurig, dass ich so viele Produkte nicht probieren konnte (ich hatte keine Lust, den Rest des Tages in Berlin mit furchtbaren Bauchschmerzen zu verbringen). Doch dann kam ich am Stand von Almgold vorbei. Sie verkaufen Rohmilchkäse, z.B. auch mit Blumen darin, wie auch Schinken und Würstchen. Alle Produkte sind gluten- und laktosefrei, frei von Geschmacksverstärkern, Phosphaten, Emulgatoren und Farbstoffen. In einigen Würsten lässt sich das Pökelsalz nicht vermeiden, aber – so erklärte mir der freundliche Herr am Stand – sie verwenden so wenig wie möglich und sind weit unter der gesetzlichen Vorgabe. Die Kühe werden auf der Weide gehalten und vernünftig gefüttert. Das merkt man den Produkten an, sie schmecken alle intensiv und nicht künstlich. Da schlägt das Paleo-Herz höher!
Besonders nett fand ich den „Kussechten Knoblauchspeck“ – der Knoblauchgeshcmack ist so zart, dass man kurze Zeit danach wieder jemanden küssen kann. Leider war mein Mann nicht mitgekommen, sonst hätten wir es getestet. 😉
Mehr zu den Produkten und zum Online-Shop findet Ihr hier: www.almgold.deAlmgold - Aus der Käsealm Moosbrugger

PÄX
PÄX stellt knuspriges Obst und Gemüse her, dass in mehreren Schritten getrocknet wird. Der Geschmack und die Konsistenz sind wirklich großartig, denn es sind nicht die üblichen klebrigen Trockenfrüchte, sondern extrem knusprige Varianten – ohne gefriergetrocknet zu sein. Ich habe z.B. Physalis probiert, die ganz unscheinbar getrocknet aussieht, aber eine wahre Geschmacksexplosion in dieser Variante ist. Neben eher typischen Sorten wie Erdbeeren, Ananas oder Äpfeln bietet Päx auch Zwiebeln, Zucchini, Tomaten und Paprika an – alle knusprig. Da werde ich mir bestimmt noch einiges bestellen!
Mehr Informationen: www.paexfood.de

Seitz
Nicht Paleo, aber eine interessante glutenfreie Alternative sind die neuen Fit’n’Free-Nudeln von Seitz. Es gibt bisher 3 Sorten: Rote Linsen, Kichererbsen und Buchweizen.

Zöllis
Die beiden Macher von Zöllis hatten keinen eigenen Stand, sondern wurden mir von Paddy und Jürgen Schmidtlein vom Zöliakie Austausch vorgestellt. Sie sind dabei über Crowdfunding ein komplett glutenfreies Restaurant in Nürnberg aufzubauen. Aber das ist noch nicht alles! Das Restaurant und der Lieferservice wird auch andere Allergien und Unverträglichkeiten berücksichtigen und eine Kundendatei führen, so dass man bei der Bestellung nicht alles wieder auflisten muss, sondern nur seinen Namen nennt und schon bekommt man ein individuell sicheres Essen. Eine wirklich großartige Idee!
Ich wünsche den beiden sympathischen Gründern viel, viel Erfolg, mehr Informationen findet Ihr hier
www.zoellis.de
www.startnext.de/zoellis

Neue Pralinen von Frankonia
Ein Highlight aus laktosefreier Sicht sind die neuen Pralinen von Frankonia, die sie auf der Messe vorgestellt haben. Auf meinem Schwester-Blog findet Ihr eine genaue Beschreibung: http://www.einfach-laktosefrei-leben.de/2016/04/die-neuen-laktosefreien-pralinen-von-frankonia/

BASIC Textur
Ein sehr überraschendes Produkt habe ich von BASIC Textur gefunden. Es ist eine Art Paste, auf deren Basis man viele Speisen wie z.B. Suppen, Emulsionen, Saucen, Schäume, Sorbets, Farcen usw. herstellen kann. Die BASIC Textur besteht aus Wasser und Fruchtfleisch von Zitrusfrüchten. Die Früchte werden erntefrisch entsaftet, entölt und getrocknet und dann in einem Spezialverfahren mit Wasser gemischt. Von der ECARF (der Europäischen Stiftung für Allergieforschung) wurde diese Paste mit dem „Allergiefreundlich Qualitätsgeprüft“-Siegel versehen. Die Paste selbst sieht eher unspektakulär aus und hat auch keinen Eigengeschmack, aber die Anwendungsgebiete sind extrem vielfältig. Bislang war sie vor allem für die Gastronomie gedacht, mittlerweile gibt es aber neben den großen Packungen von 1,5kg und 4,5kg auch eine kleine Packung für zuhause mit 500g. Leider habe ich sie aber noch nicht im Supermarkt gefunden.
Mehr Informationen: www.basic-textur.de


Homöopathische Mittel und Schüsslersalze bei Laktoseintoleranz und Zöliakie

Homöoapthie, Zöliakie, Laktoseintoleranz

Homöoapthie, Zöliakie, LaktoseintoleranzHomöopathische Mittel erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Allerdings kommt es immer wieder zu Fragen, ob man diese auch bei einer Laktoseintoleranz oder Zöliakie nehmen kann. Selbst Apotheker wissen nicht immer Bescheid! Mein Apotheker ist eh schon Kummer mit mir gewohnt und weiß und akzeptiert mittlerweile, dass ich bei einigen Themen besser Bescheid weiß als er (aber natürlich nicht bei vielen, ich bin ja keine ausgebildete Apothekerin). 😉

Homöopathische Mittel und Schüsslersalze gibt es in mehreren Darreichnungsformen: als Tropfen, als Globuli und als Tabletten.

Tropfen:
Die Tropfen sind meistens auf Alkoholbasis und deshalb für Kinder nicht geeignet. Hier habe ich allerdings noch keine laktose- oder glutenhaltigen gefunden.

Globuli:
Die sogenannten Globuli – also kleine Kügelchen – bestehen bei den Einzelmitteln aus Saccharose, also reinem Haushaltzucker. Die Mittel von der DHU sind immer auf Saccharose als Zucker-Basis und deshalb sowohl bei Laktoseintoleranz als auch Zöliakie geeignet.
Vorsichtig muss man allerdings bei Komplexmitteln sein sein. Von Wala gibt es etliche Komplexmittel, die Laktose enthalten, aber eben nicht alle. Hier muss man dem Apotheker sagen, dass er jedes Mal auf die Inhaltsstoffe schauen muss.

Tabletten:
Die meisten Komplexmittel – also Mittel z.B. gegen Heuschnupfen oder Erkältungen, die aus mehreren Wirkstoffen gemischt wurden – werden in Tablettenform verabreicht. Bei den Tabletten gibt es mittlerweile unterschiedliche Zusammensetzungen:

  • Tabletten mit Laktose und ohne Weizenstärke (nur bei Zöliakie geeignet)
  • Tabletten ohne Laktose und mit Weizenstärke (nur bei Laktoseintoleranz geeignet)
  • Tabletten mit Laktose und mit Weizenstärke

Hier muss man also IMMER auf die Zutatenliste achten und sie sich zeigen lassen.

Von der DHU (Deutsche Homöopathie-Union) gibt es z.B.

Von Pflüger gibt es die Schüsslersalze als Tabletten, diese sind aber laktosehaltig, genauso wie die Komplexmittel von dieser Firma.

Schüsslersalze als Globuli
Als ich vor Jahren anfing, mich mit Schüsslersalzen zu beschäftigen, gab es noch keine laktose- und glutenfreien Tabletten. Mit ein wenig Recherche habe ich damals die Firma Schuck-Mineral gefunden, die die Schüsslersalze in Globuli-Form anbieten:
http://www.schuckmineral.de/die-12-schuckmineral-globuli/

Auch die DHU hat jetzt neu die Schüsslersalze als gluten- und laktosefreie Globuli Variante herausgebracht.

Fazit:
Lass Dich also bitte nicht verunsichern, auch nicht von Aussagen von Apothekern, ohne dass derjenige in die Inhaltsstoffe geschaut hat. Und am Besten liest Du die Inhaltsstoffe der jeweiligen Packung selber noch mal durch.


Im Test: Andean Dream Quinoa Cookies – glutenfrei und laktosefrei

andean dream cookie, laktosefrei, glutenfrei

*** Achtung: Stand Februar 2017 gibt es zur Zeit keinen deutschen Vertrieb, deshalb sind die Kekse nicht in Deutschland erhältlich – leider… ***

andean dream cookie, laktosefrei, glutenfreiAuch wenn ich selber keine glutenfreien Ersatzprodukte mehr esse, stöbere ich immer noch gerne in den Bioläden und Reformhäusern nach neuen Produkten. Dabei bin ich neulich auf die Quinoa Cookies von Andean Dream gestoßen und musste sie rein aus Neugier und trotz des hohen Preises einfach mal mitnehmen. 198 Gramm kosten stolze 4,99 €, aber das liegt sicherlich auch an der Reise, die diese Kekse hinter sich haben: sie werden in Bolivien hergestellt.
Im Reformhaus in Hennef (Rhein-Sieg-Kreis) konnte ich nur die Sorte mit Kokosnuss finden. Geschmacklich finde ich sie recht gut, allerdings ein wenig trocken. Zwischendurch habe ich bei einer Freundin auch mal andere Sorten probiert, da fand ich Orange am Besten. Sehr praktisch ist die Verpackung: jeder Keks ist einzeln verpackt, so dass man sie sehr gut mmitnehmen kann. Auch ist zumindest der Quinoa aus Fair Trade. Die Kekse sind ei- und milchfrei, ohne Weizen, Soja oder Mais, cholesterinfrei und frei von Nüssen oder gehärteten Fetten. Für mich allerdings ein Riesenminuspunkt, dass Palmfruchtöl verwendet wird, hier sollte über eine Alternative nachgedacht werden.
Von Andean Dream gibt es übirgens noch Pasta und Suppen! Wer also mal Lust auf einen anderen Geschmack hat, sollte ruhig mal Quinoa-Produkte probieren.

Zutaten:
Bio Royal-Quinoa-Mehl aus den Anden, Tapioca-Mehl, ungehärtetes Palmfruchtöl, Rohzucker, geröstete Kokosraspeln, Bio-Reismehl, Zuckerrohrsirup, Natrium Bicarbonat, natürliches Kokosnuss- und Vanille-extrakt (frei von Mais und Soja).

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Glutenfreie und laktosefreie Osterkekse

Die fertigen Osterkekse
Mein Kleiner beim Teigrühren

Mein Kleiner beim Teigrühren

Mein Sohn und ich haben uns beide unsterblich in die süßen Oster-Ausstechformen verliebt, die es im Moment in den Geschäften gibt. Er musste nicht lange betteln, bis ich für uns welche gekauft habe. Nun stand ich aber vor dem Problem, welchen Teig ich dafür nehme. Ich wollte einen einigermaßen Paleo-tauglichen, gluten- und laktosefreien Teig und nicht schon wieder das Spekulatiusrezept nehmen. 
Mein Sohn, mittlerweile fünf, war angesichts der Zutaten, die ich für die Hasen nehmen wollte, dann aber erst mal mega skeptisch: „Ich mag keinen Honig! Ich mag kein Kokosöl!“ schrie er entsetzt, als ich alles vorbereitete, damit er den Teig rühren konnte. Ich habe ihn aber beruhigt, und das Endergebnis hat ihm so gut geschmeckt, dass er zu Ostern die Kekse für die ganze Familie backen will. 🙂

Die fertigen Osterkekse

Die fertigen Osterkekse

Man könnte die Kekse auch mit irgendeiner Glasur verzieren, allerdings waren sie bei uns zu schnell weg. 😉 Besonders gut schmecken sie in Tee oder Kaffee getunkt und frisch.

Solche Kekse sollten natürlich nur eine Ausnahme sein, wenn Ihr Euch nach Paleo ernährt, aber ich war so froh, mal wieder mit meinem Kleinen backen zu können!

Glutenfreie und laktosefreie Osterkekse
 
Zubereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
 
Zutaten
  • 2 Eier (Bio oder Freiland)
  • 70g geschmolzenes Kokosöl
  • 170g flüssigen Honig
  • 190g helle gemahlene Mandeln (wir haben es mit dunkleren gemacht, deshalb sind die Kekse nicht so hell)
  • 60g Kokosmehl plus Ein wenig zum Ausrollen
  • 120g Maniokmehl
  • ½ Teelöffel Salz
  • ½ Teelöffel Natron
  • Vanille aus der Mühle
Zubereitung
  1. Den Ofen auf 350f vorheizen.
  2. Backbleche mit Backpapier auslegen.
  3. Die drei Mehle, das Natron, Salz und die Vanille in einer kleinen Schüssel mischen.
  4. In einer großen Schüssel Eier, Kokosöl und Honig gründlich verrühren.
  5. Die trockenen Zutaten in die flüssigen geben und wieder gründlich verrühren.
  6. Zum Ausrollen ein Brett und den Teig immer wieder mit etwas Kokosmehl bestäuben, damit der Teig nicht zu sehr klebt.
  7. Kekse ausstechen und vorsichtig auf die Backbleche legen.
  8. Für 10-15 Minuten backen, bis die Ränder anfangen, sich zu bräunen.
  9. Nach dem Backen abkühlen lassen und genießen.

 


Geschmorte Lamm-Herzen im Speckmantel

Gastbeitrag von Nina Weber vom Spiel- und Mama-Entspannungs-Blog Land der Abenteuer.

Nina ist Anfang letzten Jahres mit ihrer Familie nach Katar ausgewandert. Sie versuchen, auch im fernen Nahen Osten nach dem Paleo-Prinzip zu leben. Oft ist das schwierig, aber es gibt auch frische Zutaten, die zu Koch-Experimenten verlocken … Wenn Nina nicht mit ihren 2 Söhnen ihre neue Heimat erkundet, schreibt sie Fantasybücher und Ratgeber wie „Mama macht mal Pause“ oder den „Trotzphasen-Survivalguide“.

Seit Tagen haben mich in der Fleischtheke die Lamm-Herzen aus Australien angelacht. Hatte noch im Ohr, dass man als Steinzeit-Esser auch immer mal wieder Innereien essen soll. Das haben wir seit unserem Umzug nach Arabien noch nicht gemacht. Also ran ans Werk.

Rezepte für Lamm-Herzen gegoogelt und das hier ausgewählt: http://www.greatbritishchefs.com/community/bacon-stuffed-braised-lamb-heart-recipe. Beim Kochen dann wild herumgeflucht, weil der Teufel im Detail steckte und man viel improvisieren muss mit dem Rezept.

Hier jetzt, für euch, die new & improved Version des Rezepts.

Unser Fazit: Bei den ersten Bissen dachten wir alle “urgs, das ist nicht so meins”. Dann fanden wir’s alle einen sehr leckeren und spannenden Geschmack, besonders in der Kombination mit dem zitronigen Gremolata. Das fand sogar mein Mann, der sonst kein Lamm-Fan ist. Die Kinder haben sich nochmal den Teller vollgeladen, ganz freiwillig, und gefragt, wann es wieder Herzen gibt. Bald! 🙂

Die Zubereitungsbeschreibung ist lang — lasst euch davon nicht abschrecken. Das meiste ist verschiedenstes Gemüse und Kräuter kleinschnippeln. Das liest sich lang, geht aber schnell. 😉

Geschmorte Lammherzen im Speckmantel

Zubereitungszeit: etwa 3 Stunden — etwa 1 Std. aktiv kochen, 2 Stunden Schmorzeit im Ofen

Zutaten für 4 Portionen

  • 4 Lammherzen (etwa 600 g), am besten küchenfertig präpariert. Ganze oder gehälftete, das ist egal.
  • 3 kleine Zwiebeln oder 6 Schalotten
  • 3 Knoblauchzehen (nur 1 wird mitgegessen)
  • 200 Gramm frische Würstchen oder 200 g Gehacktes
  • 1 Bund Thymian (noch besser: Zitronenthymian)
  • 2 Bund frische Petersilie
  • 1 ungespritzte Zitrone
  • etwa 40 Gramm glutenfreie Semmelbrösel oder gemahlene Nüsse. Wir haben GF-Zwiebäcke in der Küchenmaschine zerlegt. *
  • etwa 400-500 Gramm Frühstücksspeck – möglichst breite, lange Streifen
  • 400 ml Rotwein, z. B. Shiraz
  • 2 Selleriestangen (kein Knollensellerie)
  • 2 dicke Möhren
  • Salz und Pfeffer
  • Olivenöl
  • etwa 4 EL milden Balsamico-Essig
  • eine halbe Tasse Hühnerbrühe oder ein Schuss milden Cognac etc. zum Ablöschen
  • evtl. etwas (Mandel-/Soja-)Sahne für die Sauce

Spezielles Zubehör:

  • Küchengarn
  • ofenfester Bräter
  • Metallsieb oder flotte Lotte zum Durchpassieren
  • Super wäre eine Warmhalteplatte für das fertige Fleisch, während ihr die Sauce zubereitet. Aber man kann auch improvisieren.

 

*Semmelbrösel: Hier gern eine Paleo-Entsprechung verwenden. Entweder gemahlene Mandeln oder andere Nüsse oder Brösel aus Paleo-Brot (hier gibt’s z. B. ein Rezept für ein in 5 Minuten in der Mikrowelle gegartes Stückchen Paleo-Brot). Konnte ich aus Zeitmangel gestern nicht ausprobieren.

 

Ofen auf 140°C vorheizen; Umluft ca. 120-130°C. (Können wir hier nicht ausprobieren.) Wein, Garn etc. bereitstellen, damit nachher nichts anbrennt.

Die Herzen aus dem Kühlschrank nehmen.

Die ganzen Kräuter und Gemüse vorbereiten und in separaten Schüsseln bereitstellen:

  • 3 der Zwiebeln, Sellerie und Möhren putzen, hacken und zusammen beiseite stellen.
  • Die restlichen 3 Zwiebeln sehr fein hacken. 2 Knoblauchzehen pellen und mit dem Messer zerdrücken. 2-3 EL Olivenöl in einer Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen. Zwiebeln und Knoblauch darin sanft anbraten und unter Rühren 10 Minuten golden garen. Dann zum Abkühlen beiseite stellen.
  • Während die Zwiebeln garen vom Thymian etwa 8 lange Stängel abteilen, waschen und die Blättchen abstreifen. Eine Handvoll Petersilie (etwa 1/2 bis 1 Bund, je nach Dicke des Bunds) waschen, trocknen und mit der Hand oder Küchenmaschine fein hacken.
  • Die Zitrone waschen, trocknen und mit einem Zester oder der Küchenreibe die ganze Schale abziehen. Fein häckseln.
  • Wenn ihr eine zitronige Note mögt, es aber keinen Zitronenthymian gab, könnt ihr einen Hauch Zitronenzesten zu Petersilie und Thymian geben. Rest von den Zitronenzesten beiseite stellen.

Die Füllung aus den Würstchen in eine Schüssel drücken bzw. das Gehackte in die Schüssel geben. Gehäckselte Petersilie, Thymian, gegarte Zwiebeln zum Fleisch geben; Knoblauchzehen wegwerfen. Knoblauchfans können sie  fein gehackt zur Füllung geben. Semmelbrösel aus Brot/Zwieback herstellen, falls nötig.

Die Katze hielt's nicht mehr aus und musste die Herstellung der Semmelbrösel aus der Nähe begutachten

Die Katze hielt’s nicht mehr aus und wollte die Herstellung der Semmelbrösel aus der Nähe begutachten

Gemahlene Nüsse oder Semmelbrösel zum Fleisch geben. Mit Salz und Pfeffer würzen (fertiges Wurstbrät nur wenig nachwürzen) und gründlich vermischen.

Wurstbrät und viele Kräuter - die leckere Füllung der Lammherzen

Wurstbrät und viele Kräuter – die leckere Füllung der Lammherzen

In einem ofenfesten Bräter einen großen Schuss Olivenöl erhitzen, mittlere Hitze. Sellerie-, Zwiebel- und Möhrenstücke dazugeben. Das Gemüse lange sanft schmoren, bis es einen Goldton annimmt. Immer mal wieder mit dem Pfannenwender umschichten, während ihr die Herzen vorbereitet.

Gemüse fürs "Bett"

Gemüse fürs „Bett“

Frühstücksspeck aus der Packung nehmen und auf einem Teller bereitlegen. Großen Teller für die fertigen Herzen bereitstellen, ebenso Küchengarn und Schere.

Sehen eingepackt gruslig aus, ausgepackt nicht mehr: die Lamm-Herzen

Sehen eingepackt gruslig aus, ausgepackt nicht mehr: die Lamm-Herzen

Herzen aus der Packung nehmen, abspülen und trockentupfen. Keine Scheu: Bei uns waren die Herzen eine viel unblutigere Angelegenheit als anderes rohes Fleisch. Sie lassen sich wirklich gut und ohne Ekel verarbeiten. Mit einem scharfen Küchenmesser die Herzen putzen, falls nötig. Einfach mit dem Finger über die Oberflächen fahren und alles wegschneiden, das sich nicht glatt/weich anfühlt. Äderchen/Sehnchen durchschneiden, falls noch vorhanden. Ob man die harten weißen Stückchen außen wegschneiden muss oder nicht, weiß ich nicht. Ich habe sie flach abgeschnitten. Das klingt jetzt nach mehr Arbeit, als es ist. Bei unseren Herzen kam insgesamt ungefähr ein Kinderhändchen voll Abfall zusammen.

Wenn die Herzen zerteilt verkauft wurden oder sehr klein sind,  etwas herumpuzzlen, um jeweils 2 Herz-Hälften so zu kombinieren, dass man sie gut füllen kann. Gibt es einen großen Innenraum, füllt man den. Alles nicht so genau nehmen – es kommt ja ein Speckmantel drum.

Jedes gefüllte Herzpaket mit Speckstreifen umwickeln. Man benötigt jeweils ca. 2-4 Streifen. Die Streifen wie bei Pappmaché aufbringen, so dass sie sich überlappen. Eng mit Garn umwickeln und festknoten. Wir haben keine Rouladennadeln verwendet, da ich Bedenken hatte, dass die Herzen zäh werden, wenn ich sie vor dem Anbraten mit einer Nadel durchstoße. Ich finde auch das Anbraten mit Nadeln eher nervig.

Die Pfanne, in der ihr die Zwiebeln gegart habt, sauberwischen und einen Schuss Olivenöl darin erhitzen. Die Herzen bei mittlerer bis hoher Hitze von allen Seiten anbraten.

Eine Handvoll Thymianzweige (vermutlich der Rest vom Bund) und Petersilienstängel über das Gemüse im Bräter geben. Je nach Vorliebe kann man zusätzliche Küchenkräuter dazugeben, z. B. 1 Lorbeerblatt oder etwas Rosmarin. Da die Sauce durchpassiert wird, kann alles lose in den Bräter.

Die Herzen im Speckmantel auf das Gemüse im Bräter geben. Den Bratensatz in der Pfanne mit dem Rotwein ablöschen und vom Boden freikratzen. Über die Rouladen gießen, dabei alle Rouladen benetzen. Den Bräter erhitzen, bis der Rotwein kocht. Deckel drauf. In den heißen Ofen geben. Küchenuhr auf 1 Stunde stellen.

Lammherzen angebraten auf dem Gemüsebett

Lammherzen angebraten auf dem Gemüsebett

Den Balsamico-Essig in einen kleinen Topf geben und bei mittlerer Hitze stark einkochen, bis er sirup-artig ist. Beiseite stellen.

Optional: Nach 1 Std. Garzeit die Herzen mit etwas von dem Sud übergießen. Ist nicht zwingend nötig. Uhr auf 1 weitere Stunde stellen, geschlossen weitergaren.

Gremolata herstellen: 1 Knoblauchzehe schälen und stückeln. 1 Bund Petersilie waschen, trocknen und mit dem Knoblauch im Food Processor fein häckseln. Zitronenzesten dazugeben und noch einmal kurz anhäckseln. In eine Schüssel geben und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

Jetzt Tisch decken und die Beilagen vorbereiten. Die fertigen Herzen kühlen nämlich schnell aus.

Wir haben zu den Herzen knackig gegartes Pfannengemüse und Kartoffelpüree serviert. Wer keine Kartoffeln verwenden möchte, kann auf Selleriepüree ausweichen oder etwas ganz anderes: Alles, was euch auch zu Rouladen schmecken würde, passt.

Cognac oder Hühnerbrühe, Metallsieb, Alufolie oder dicht schließende angewärmte Schüssel bereitstellen.

Nach insgesamt 2 Stunden Garzeit die Rouladen aus dem Sud heben und in Alufolie wickeln oder in der warmen Schüssel aufbewahren. Gemüse/Sud vom Boden des Bräters loskratzen. Durch ein Metallsieb den gesamten Inhalt des Bräters nach und nach (oder auf einmal, hängt von der Siebgröße ab) zur Balsamico-Reduktion geben. Ist alles Gemüse im Sieb, mit einem Löffel reiben und pressen, um soviel Sud und Gemüseteile wie möglich durch das Sieb in die Sauce zu pressen. Inhalt des Siebs wegwerfen. Einen Schuss Cognac oder Hühnerbrühe zum Balsamico geben, wer mag auch einen Hauch Sahne. Bei hoher Hitze um etwa die Hälfte einkochen, dabei immer mal wieder umrühren. Achtung: Die Sauce sollte so dick sein, dass sie am Löffelrücken kleben bleibt, aber kein Gel werden. Das ist uns nämlich passiert 😉 Abschmecken. Wenn es zu markant oder dickflüssig ist, noch etwas Sahne oder Brühe unterrühren.

Die Herzen mit dem Speckmantel auf einem Brett mit einem scharfen Messer in  Scheiben schneiden und hübsch auf einer Fleischplatte anrichten. Gremolata (Petersilie mit Zitronenschale und Knofi) darüberstreuen und gleich servieren.

Sauce separat dazu servieren.

Leider habe ich vor lauter Hektik beim Servieren kein Foto von den angerichteten Lammherzen gemacht — ihr müsst einfach glauben, dass es sehr appetitlich aussah in dünnen Scheibchen auf dem farbenfrohen Gemüsebett mit Gremolata drüber.  Nächstes Wochenende bereiten wir das Rezept noch mal zu, dann gibt’s auch ein Foto. 😉


Paleo-Spekulatius – gluten- und laktosefrei

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paleo, spekulatius, glutenfrei, laktosefreiIn Anlehnung an das Rezept für glutenfreie Weihnachtsplätzchen von Paleo360 habe ich Paleo-Spekulatius kreiert. Ich wollte unbedingt Spekulatius essen dieses Jahr! Und die gekauften glutenfreien Spekulatius schmecken mir nicht und enthalten auch oft Butter, die ich dank Laktose-Intoleranz auch nicht vertrage.

Ich habe in den letzten Wochen etliche Experimente mit den verschiedensten Teigen gemacht, da ich eigentlich auch Mandel-freie Spekulatius haben wollte, aber es halt alles nicht geklappt. Vor allem die Versuche mit Kastanienmehl waren eine Pleite, da die Kastanie viel zu dominant war im Geschmack: die Spekulatius schmeckten wie heiße Maronen, über die man Spekulatiusgewürz gekippt hatte.

Stattdessen habe ich die Mandelmenge vom Originalrezept halbiert und mit Cassava-Mehl ersetzt. So hat das ganze ein fast authentischen Spekulatiusgefühl!

Ich habe die Spekulatiusform von Tchibo aus Silikon benutzt, da man sie dabei besser aus der Form bekommt.

Paleo-Spekulatius - gluten- und laktosefrei
 
Zubereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
 
Zutaten
  • 125 g gemahlene Mandeln
  • 125 Cassava-Mehl oder Maniokstärke
  • 2 Eier
  • 1 TL Natron
  • 40g geschmolzenes Kokosöl
  • 100g Honig
  • 2 TL Spekulatiusgewürz
Zubereitung
  1. Den Ofen auf 160 Grad vorheizen
  2. Die Mehle und die Mandeln mit den Eiern, Salz, dem Spekulatiusgewürz und Natron in einer Schüssel gründlich verrühren.
  3. Das flüssige Kokosöl und den Honig dazu geben und wieder gründlich mischen.
  4. Den Teig in einzelnen Portionen in die Spekulatiusform reindrücken und dabei darauf achten, dass die Kekse die gleiche Höhe haben.
  5. Für 5-6 Minuten backen, wenn Du die Silikonbackform benutzt, ansonsten etwas länger. Sobald die Ränder anfangen, etwas dunkel zu werden, rausholen.

 


Bananen-Cranberry-Muffins

bananen cranberry muffins, glutenfrei, laktosefrei, getreidefrei, nussfrei

bananen cranberry muffins, glutenfrei, laktosefrei, getreidefrei, nussfreiNeulich im Supermarkt konnte ich den frischen Cranberries nicht widerstehen. Da sie sogar aus Deutschland kamen, musste ich sie einfach mitnehmen. Zu Hause stand ich dann etwas ratlos davor. Sollte ich eine Sauce machen? Oder eine Art Marmelade? Als ich noch so darüber nachdachte, machte ich mir nebenbei ein paar Bananenmuffins. Hmm, vielleicht würde das ja passen. Um mir nicht alle Muffins zu verderben, habe ich erstmal nur in 2 ein paar Cranberries gesteckt. Als ich sie aus dem Ofen holte und probierte, habe ich die Entscheidung bitter bereut. Das ist die ideale Kombination! Süße Banane mit den sauren Cranberries ist so lecker! Also habe ich am nächsten Tag direkt wieder die Muffins gemacht – diesmal alle mit Cranberries. Wenn Ihr frische kauft, achtet nur drauf, dass sie aus Deutschland sind. Und je nachdem, wie reif die Bananen sind, könnt Ihr den Kokosblütenzucker auch reduzieren!
Die Muffins halten sich 2-3 Tage in einem luftdicht verschlossenen Behälter, man kann sie aber auch gut im Kühlschrank aufbewahren oder sogar einfrieren. Lohnt sich bei mir nur nicht. 😉

Bananen-Cranberry-Muffins
 
Zubereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
 
Zutaten
  • 2 reife Bananen
  • 2 Eier
  • 80g frische Cranberries
  • 1 TL gemahlene Vanille
  • 70g geschmolzenes Kokosöl (oder Ghee)
  • 2 TL Kokosblütenzucker
  • 35g Kokosmehl
  • ½ TL Natron
  • Eine Prise Salz (ich nehme Himalayasalz)
  • ½ TL Zimt
Zubereitung
  1. Den Ofen auf 160 Grad vorheizen. Eine Muffinform einfetten oder mit Papierförmchen auslegen.
  2. In einer großen Schüssel die Bananen mit einer Gabel zerdrücken.
  3. Dann die Eier, Vanille und Kokosblütenzucker hinzufügen und mit dem Handmixer verrühren.
  4. Das Kokosöl dazugeben und weiter gründlich verrühren.
  5. Das Kokosmehl, Natron, Salz und Zimt hinzufügen und wieder gründlich verrühren.
  6. Zum Schluss die Cranberries unterrühren.
  7. Den Teig in die Muffinform geben.
  8. -25 Minuten backen bis die Stäbchenprobe gelingt.
  9. Aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten abkühlen lassen, bevor man sie aus den Förmchen nehmen kann.