Haribo – macht Allergiker gar nicht froh!

haribo, nicht für allergiker, glutenfrei

haribo, nicht für allergiker, glutenfreiEdit 28.8.2018: Ich hatte gestern ein sehr nettes Telefonat mit Haribo, die meine Beschwerde sehr ernst nehmen und auch Kontakt mit der Shopmanagerin in Bad Godesberg aufnehmen werden. Allerdings haben sich bisher wenige über die schlechte Lesbarkeit der Zutatenliste beschwert – je mehr das machen, um so besser!


Würde es einen Preis für die Allergiker-unfreundlichste Firma geben, wäre Haribo für mich ein klarer Favorit. Ich rege mich schon lange über die schlechte Lesbarkeit der Zutatenliste auf den Haribo-Packungen auf. Aber unser Besuch gestern Mittag beim Haribo-Shop in Bad Godesberg hat gezeigt, dass Haribo so gar nichts für Allergiker und andere ernährungstechnische Grenzfälle übrig hat!

Seit wir auch meinen Sohnemann auf glutenfreie Ernährung umstellen mussten vor über einem Jahr, waren wir nicht mehr in einem Hariboladen. Und mein Besuch gestern wird auch der letzte sein!
Wie jedes Kind freute er sich darauf, sich an der großen Theke eine Tüte mit den verschiedenen Süßigkeiten zusammenzustellen. Ich hatte ihm schon gesagt, dass wir erst herausfinden müssen, was wir essen dürfen. An der Theke ist mittlerweile gekennzeichnet, was ohne Gelatine und tierische Zutaten ist – was ja durchaus sinnvoll ist.
haribo, ohne zusatz von gelatine
Bei Fragen zu den Inhaltsstoffen muss man sich an einen Mitarbeiter wenden.

haribo, inhaltsstoffe

Wir fragten also eine freundliche „Mitarbeiter-in“, ob sie wisse, wo Gluten drin sei und folgten ihr zu einem Büro. Dort hörten wir, wie sie unsere Frage wiederholte und ein weiterer Mitarbeiter schon sehr schroff antwortete, dass sie ja auf keinen Fall mehr die Listen mit den Allergien rausgeben würden. Ich dachte schon oh-oh, das wird schwierig. Der Mitarbeiter kam herausgestürmt und meinte sehr unwirsch, was wir den wissen wollten. Ich erklärte, dass mein Sohn und ich kein Gluten essen dürften und die Information brauche, in welchen Produkten von der Theke den Gluten enthalten sei. Er faselte etwas von überall Spuren. Ich erklärte ihm freundlich, aber bestimmt, dass die Spurenkennzeichnung gesetzlich nicht geregelt sei und wir die Zutatenlisten oder Allergiehinweise brauchen. Er motze mich an, dass sei so von der Zentrale vorgegeben und ich solle ja „nicht ihn dafür anmachen“. Und überhaupt könne man ja nicht jegliche Allergie abdecken. Ich erklärte ihm – zugegebenerweise mittlerweile auch etwas aufgebracht, da ich die enttäuschte Miene meines Sohnes sah – dass es 14 Hauptallergene gäbe, die gekennzeichnet werden müssen. Nein, die Information habe er nicht, und überhaupt, davon wisse er nichts, also sei das nicht so. Wir könnten jedes einzelne Produkt an der Theke durchgehen – wer ein Kind unter 10 Jahren in einem Hariboladen erlebt hat, weiß, dass das nicht besonders praktikabel ist! Auch war mein Vertrauen in die Aussagen dieses Mitarbeiters gleich null, so dass ich ihm erklärte, dass er mein Kind und mich schwer enttäuscht habe. Ich konnte dann mit meinem Sohnemann den Kompromiß aushandeln, dass ich mehrere verschiedene Tüten kaufe und sie in eine der Tüten von der Theke umfülle, wenn wir das Geschäft verlassen haben. Er war nicht begeistert, aber es blieb uns ja nichts anderes übrig. Wäre ich alleine gewesen, hätte ich den Laden verlassen, ohne etwas zu kaufen!

Als wir uns die verschiedenen ausländischen Tüten angeschaut haben, fiel mir dann diese Tüte noch auf:

haribo, schlechte lesbarkeit, inhaltsstoffe

Während für den französischen, den belgischen und den niederländischen Markt die Zutatenliste mit einem andersfarbigen Feld hinterlegt ist, steht die deutsche Zutatenliste nach wie vor auf der durchsichtigen Verpackung und ist nur schwer lesbar. Dem deutschen Allergiker und ernährungstechnischen Grenzfällen wird also die Unlesbarkeit einfach zugemutet, für andere Länder wird es im Sinne des § 3 LMKVVerordnung über die Kennzeichnung von Lebensmitteln (Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung – LMKV) richtig umgesetzt: „Die Angaben nach Absatz 1 sind auf der Fertigpackung oder einem mit ihr verbundenen Etikett an gut sichtbarer Stelle in deutscher Sprache, leicht verständlich, deutlich lesbar und unverwischbar anzubringen.“

Dieser letzte Haribo-Besuch hat mir deutlich gezeigt, wie egal wir Haribo sind. Deshalb werde ich auch für zu Hause ab sofort kein Haribo mehr kaufen, sondern nur noch Süßwaren von Firmen, die Ihre Pflicht gegenüber ihren Kunden mit ernährungstechnischen Einschränkungen gesundheitlicher Art auch erfüllen.


Mein Lieblingsbrot: glutenfrei, getreidefrei, laktosefrei

lieblingsbrot, glutenfrei, getreidefrei, laktosefrei

lieblingsbrot, glutenfrei, getreidefrei, laktosefreiEin wirklich gutes glutenfreies Brot hinzubekommen ist schon nicht einfach – aber dann noch komplett getreidefrei und ohne Hefe? Das ist nicht unmöglich, man muss nur ein wenig umdenken.

Bitte beachte, dass man bei diesem Brot nicht wirklich viel verändern kann, also vor allem nicht die Eier weglassen oder das Kokosmehl. Anders als bei meinem Steinzeit-Brot ist es hier extrem wichtig, sich an die Zutaten und die Mengenangabe zu halten!

Beim Honig kann man die Menge reduzieren oder erhöhen, je nach Geschmack, oder auch nur Honig nehmen und den Kokosblütensirup weglassen. Ich mag es aber mit dem Sirup, da das Brot dann dunkler und noch etwas weicher wird.

Außerdem kann man anstatt des Olivenöls auch Kokosöl, Butterreinfett oder Avocadoöl nehmen, meine Erfahrung ist jedoch, dass es mit dem Olivenöl am Besten schmeckt. Anstatt des Schwarzkümmels kann man auch gut Fenchel oder ähnliche Kräuter reinmischen, ich bin nur der absolute Fan von Schwarzkümmel. 😉 Aber auch ein paar Sonnenblumenkerne, Leinsamen o.ä. passen gut in und auf das Brot, nur bitte keine Chia-Samen, da sie zu viel Feuchtigkeit aufsaugen!

Das Brot hält sich mehrere Tage im Brotkorb oder in einem Baumwolltuch eingeschlagen. Einfrieren kann man es sehr gut, dann muss man es nur vorher in Scheiben schneiden. Was nicht wirklich gut funktioniert ist Toasten und Croutons daraus machen. Durch den Honig entwickelt sich eine merkwürdige Konsistenz beim Erhitzen.

Mein Lieblingsbrot: glutenfrei, getreidefrei, laktosefrei
 
Zubereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
 
Zutaten
Trockene Zutaten:
  • 90g Maniokmehl (keine Tapiokastärke oder Maniokgrieß!)
  • 40g Kartoffelstärke
  • 1 TL Natron
  • 1 TL Meer- oder Himalayasalz
  • 3 EL Flohsamenschalenmehl
  • 2 TL Kokosmehl
  • 2 EL Schwarzkümmel
Nasse Zutaten:
  • 7 Eier, Größe L (oder 8 Größe M)
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 EL Apfelessig
  • 60g Honig
  • 20g Kokosblütenzucker
Zubereitung
  1. Den Ofen auf 160 C Grad vorheizen.
  2. In einer kleineren Schüssel die trockenen Zutaten gründliche mischen.
  3. In einer größeren Schüssel die nassen Zutaten mit einem Handmixer o.ä. vermischen.
  4. Eine kleinere Brotbackform (meine ist 24 x 10,5cm) einfetten.
  5. Dann erst die trockenen Zutaten in die Schüssel mit den nassen Zutaten geben. Schnell am Besten mit einem Handmixer verrühren, sofort in die Form geben und ab in den Ofen damit!
  6. Für 30-35 Minuten backen.

 

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Paleo Jerky – ein leckerer, gesunder Snack

paleo jerky

paleo jerkyIch bin ja immer auf der Suche nach einem Paleo-konformen Snack – mit Zöliakie ist es noch schwieriger, sich unterwegs Paleo zu ernähren, da ich ja wirklich auf jeden Krümel achten muss. Um so mehr hat es mich gefreut, als ich die Paleo Jerkys gefunden habe! Zuerst war ich etwas sketpisch, da ich schon mal auf die normalen Beef Jerkys aus dem Supermarkt allergisch reagiert habe – da sind dann aber auch alle möglichen Inhaltsstoffe drin, die ich sowieso nicht essen möchte, mal ganz abgesehen von der zweifelhaften Haltung und Fütterung der Rinder.

Die Paleo Jerkys sind da anders. Das Fleisch stammt von Rindern aus Großbritanien und Irland, die zwei bis drei Jahre natürlich und draußen leben durften, und mit Gras gefüttert wurden. Auf jeder Packung ist ein Link abgedruckt zu der Farm, von der das Rind kam. Um 450g Paleo Jerky zu erhalten, werden 1 Kilo Weiderind schonend getrocknet. Das hat natürlich seinen Preis! Eine Packung mit 35g kostet 3,90 Euro, so dass es für den täglichen Genuß leider zu teuer ist.

Die Verpackung ist aus Plastik, da man eine luftdichte Verpackung brauchte – Papier so zu präparieren, dass man Fleisch darin lagern kann, wäre schlechter für die Umwelt als die recycelbare Plastikverpackung.

Mir gefällt besonders, dass die Logistik, also Lager, Verpackung und Versand über die Delphin Werkstätten in Berlin Pankow erfolgt. Dies ist eine anerkannte Werkstatt für Menschen mit Behinderung und ich weiß aus unserer Familie, wieviel gutes solch eine Werkstatt Betroffenen bieten kann.

Da es ein Paleo-Lebensmittel ist, sind die Paleo Jerkys natürlich frei von künstlichen Aromen und Farbstoffen. Ein Minuspunkt ist, dass sie die Konservierungsmittel Kaliumsorbat und Natriumnitrat enthalten, allerdings in den kleinsten möglichen Mengen und damit das Fleisch nicht schimmelt.

Die Paleo Jerkys gibt es in 4 verschiedenen Geschmacksrichtungen, von Original über Meeretich (scharf), Habaero (sehr scharf!) bis zu BBQ (sehr leckere Würzung).

Die Packungen nur online bestellbar, ab 45€ entfallen die Versandkosten. Man kann auch ein Abo mit einer monatlichen Lieferung abschließen und erhält dann 5% Rabatt.
Es gibt mittlerweile auch ein paar Geschäfte, in denen man die Jerkys findet, hier findet Ihr die Karte mit einem Überblick:
https://www.paleojerky.de/geschaeft/

Ich werde mir noch ein paar auf Vorrat bestellen, denn gerade wenn ich auf Geschäftsreise bin, ist es eine gute Verpflegung!

https://www.paleojerky.de/

 

Zutaten:

Original
Rindfleisch, Salz, Koriander, Essig, Chili, Muskatnuss, Pfeffer, Konservierungsstoffe Nitritpökelsalz, Kaliumsorbat

Meeretich
Rindfleisch, Salz, Koriander, Essig, Chili, Muskatnuss, Meeretich, Pfeffer, Konservierungsstoffe Nitritpökelsalz, Kaliumsorbat

Habanero
Sehr scharf, guter Geschmack vom Fleisch geht unter
Rindfleisch, Salz, Koriander, Essig, Knoblauch, Chili, Muskatnuss, Pfeffer, Konservierungsstoffe Nitritpökelsalz, Kaliumsorbat

BBQ
Rindfleisch, Salz, Koriander, Essig, Knoblauch, Chili, Muskatnuss, Pfeffer,Konservierungsstoffe Nitritpökelsalz, Kaliumsorbat


Buchtipp: „Inspiralisiert“ – Nudeln, Reis und Snacks aus Gemüse von Alissandra „Ali“ Maffucci

In diesem Buch dreht sich alles um modernes Kochen, welches Low-Carb-Alternativen zur normalen Ernährung aufzeigen möchte ohne auf gutes Essen verzichten zu müssen.
Es werden kalorien- wie auch kohlenhydratärmere Möglichkeiten geboten wie man Nudeln, Reis, Brot, Süßes, Pommes, Tortillas oder auch Nachos gesünder umstellen kann ohne eine schwierige Diät beginnen zu müssen.
Diese Art Kochbuch hilft Menschen, die gesünder leben wollen, ihr Gewicht reduzieren wollen, Menschen mit Zöliakie aber auch Menschen die sich nach Paleo oder Raw ernähren wollen.

In der Einführung berichtet die italienisch stämmige Alissandra Maffucci über ihre Beweggründe dieses Kochbuch zu schreiben. Sie erzählt über das gute Essen bei ihren Großeltern, über ihr „Genuss-Semester“ in Europa wie auch über ihre Mutter, die sie erst auf den Gedanken brachte einen Spiralschneider zu nutzen aber auch über ihre Idee das Ganze in ein Buch zu verwandeln.
Im nächsten Buchteil „lassen sie sich inspiralisieren“ erklärt die Autorin, was der gesundheitliche Nutzen an der Veränderung der Ernährung ist, wenn man statt Kohlenhydraten und Zucker gesunde Ausweichmöglichkeiten nutzt. Mit einer Beispieltabelle werden die Nährwerte von normalen Nudeln und Nudeln aus Gemüse verglichen. Ebenfalls schafft sie es zu vermitteln, dass auch Kinder mit viel Spaß und Appetit an diese Art er Ernährung herangeführt werden können.
Auf die Plätze, fertig, Spirale marsch! Nun geht es um praktische Tipps. Was sollte man beachten? Welche Obst- und Gemüsesorten sind geeignet? Was kann man alles mit einem Spiralschneider zaubern? Wie kann man sogar Reis aus Gemüse herstellen? Brötchen aus Gemüse? Welche Küchenutensilien werden noch gebraucht? Es geht um die Veränderung im Kauf von Produkten und natürlich ganz wichtig: wie man das vor einem liegende Buch überhaupt richtig benutzt mit den Rezeptsymbolen und anderem.

Jetzt geht es los! Ich habe, um mir einen besseren Eindruck von den Rezepten zu verschaffen, aus jeder Sparte 3 Rezepte ausgesucht und diese 1:1 nachgekocht.
Beim Thema Frühstück, welches 9 Rezepte beinhaltet, entschied ich mich u.a. für die Blaubeer-Süßkartoffel-Waffeln.

Das Gericht ist sehr übersichtlich, es werden nur 6 Zutaten benötigt, auch eine Nährwertangabe ist direkt dabei. Zuerst wird beschrieben, was das Besondere an diesem Rezept ist und danach wird in vier einfachen Schritten der Vorgang erklärt. Auch beim Nachkochen funktioniert alles wunderbar und es klappt auf Anhieb. Lecker ist das Ergebnis auf jeden Fall!
spiralisiertesBei den Snacks und Beilagen kann man sich zwischen 10 Rezepten entscheiden und auch hier ist es möglich in einfachen Schritten und mit nur wenigen Zutaten schöne Gerichte nachzukochen.
Das nächste Thema umfasst 15 Gerichte aus den Kategorien Suppen, Eintopfgerichte und Salate, anschließend werden 9 Ideen für die Zubereitung von Sandwiches, Wraps und mehr angeboten. Das Buch bietet ebenfalls noch 9 Ofengerichte, 9 Reisgerichte, 15 Pasta- & Nudelgerichte sowie 9 Desserts.
Bei den Desserts habe ich getestet, ob auch Kinder mit den Rezepten gut klarkommen. Es wurden die Süßkartoffel-Muffins mit Schokostücken getestet welche 9 Zutaten benötigen. Die Erklärung ist kindgerecht und leicht nachzuvollziehen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen.
Zum Schluss werden noch wichtige Themen im Buch aufgegriffen. 21 Obst- und Gemüsesorten werden detailiert erläutert wie man sie am besten für das Buch und die Rezepte nutzen kann. Das sind beispielsweise Äpfel, der Butternusskürbis aber auch Kochbananen. Im Anschluss gibt es Tabellen mit Nährwerten, Obst- und Gemüsegewicht und Nudelertrag wie auch die besten Zubereitungsarten für Obst- und Gemüsestreifen.
Alles in allem ist das Kochbuch sehr gut gelungen. Es beinhaltet viele interessante Rezepte , es ist einfach zu handhaben und die Ergebnisse sehen wirklich gut aus und sind geschmacklich top. Auch die Informationen, die man unabhängig von den Rezepten bekommt, sind sehr interessant und verständlich.
Ich würde das Buch persönlich weiterempfehlen und werde es auch weiterhin nutzen.

Autor: Alissandra „Ali“ Maffucci
Titel: „Inspiralisiert“ Nudeln, Reis und Snacks aus Gemüse
Gattung: modernes Kochbuch
Erscheinungsjahr: 2016
Verlag: riva Verlag

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Der Müsli-Baukasten – glutenfrei, getreidefrei, laktosefrei

müsli, glutenfrei, getreidefrei, laktosefrei

müsli, glutenfrei, getreidefrei, laktosefreiIch brauchte mal wieder etwas anderes zum Frühstück als Eier mit Gemüse oder das „Steinzeit“-Brot. Also dachte ich mir, dass ein Müsli her muss. Aber getreide-, gluten- und laktosefrei? Das schien mir zunächst doch sehr karg. Aber nachdem ich mich ein wenig eingelesen habe und verschiedenes ausprobiert habe, bin ich jetzt zu einem Müsli-Baukasten gekommen. Denn irgendwie habe ich nie alles da, was ich beim ersten Mal benutzt habe, aber dann habe ich gemerkt, dass man das Rezept wunderbar variieren kann.
Das wichtigste ist, dass die Nuss-Körner-Samen-Mischung zum Schluss 400g ergeben. Ich nehme als Basis immer 150g Nüsse. Das kann nur eine Nussart sein, z.B. Haselnüsse oder Chashews, oder auch eine Nussmischung, da mag ich z.B. die von dm sehr gerne.
Dann füllt man je nach Geschmack die 250g auf, denkbar sind:

  • Kokoschips oder Kokosflocken
  • Eine weitere Nusssorte, also zu Haselnüssen noch Mandeln oder Paranüsse
  • Sonnenblumenkerne
  • Chia-Samen
  • Hanfsamen
  • Leinsamen

Nach dem Backen kann man dann noch je nach Geschmack Trockenfrüchte wie Rosinen oder auch sehr lecker Mangostreifen hinzufügen.

Aber ein Wort der Warnung: das Müsli duftet warm noch so lecker, dass man es am liebsten gleich alles verputzen würde! Das wäre angesichts der Kalorienmenge natürlich nicht ratsam. Genießt  lieber jeden Morgen 2-3 Esslöffel davon zum Beispiel mit Mandelmilch.

Der Müsli-Baukasten - glutenfrei, getreidefrei, laktosefrei
 
Zutaten
  • 400g Nuss-Samen-Körner-Mischung
  • 60g Kokosöl
  • 40g Honig
  • ½ TL Salz
  • je nach Geschmack gemahlene Mandeln oder Zimt
Zubereitung
  1. Den Backofen auf 140 Grad Umluft vorheizen.
  2. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
  3. Die Nuss-Samen-Körner-Mischung in einer Küchenmaschine oder Moulinex kleinhexeln - aber nicht zu klein, sonst staubt es später im Mund so arg.
  4. Das Kokosöl im Wasserbad flüssig werden lassen.
  5. Dann das Kokosöl mit der Vanille, dem Salz und dem Honig in einer mittelgroßen Schüssel vermischen.
  6. Die Nuss-Samen-Körner-Mischung dazugeben und gründlich vermischen.
  7. Anschließend die Mischung auf das Backpapier geben und gleichmäßig verteilen.
  8. Für 10 Minuten rösten lassen, dann einmal umdrehen.
  9. Weitere 10 Minuten rösten lassen, wenn es dunkel genug ist, herausnehmen, ansonsten für weitere 5 Minuten im Ofen lassen, aber im Auge behalten! Es kann ganz schnell gehen, dass es zu dunkel wird!
  10. Aus dem Ofen nehmen und umrühren, so bleibt es schön locker.
  11. Eine halbe Stunde abkühlen lassen, dann die Trockenfrüchte dazugeben und in einem luftdichten Gefäß aufbewahren.

 


Die Allergy & Free From-Messe in Berlin 2016

Almgold - Aus der Käsealm Moosbrugger

Dieses Jahr wollte ich unbedingt zur Allergy & Free From-Messe in Berlin. Also Kind und mich plus mehrere Kilo Proviant eingepackt (ich ernähre mich ja nach Paleo und kenne in Berlin noch nicht die Läden, in denen ich gute Produkte kaufen kann) und ab in den Zug. Die Tage vor der Messe haben wir erstmal mit Zoobesuch, dem Naturkundemuseum und ein wenig Sightseeing verbracht. Mein Sohn weiß jetzt, dass Frau Merkel in einer „kaputten Waschmaschine“ arbeitet. *kicher*
Freitag war es dann soweit, wir sind extra früh und am ersten Messetag hingefahren, damit es nicht zu voll ist. Nach einer ersten Runde über die Messe habe ich dann meinen Sohn und den Opa ins benachbarte Technikmuseum geschickt, damit ich in Ruhe stöbern konnte – wobei die Ruhe auch nur eine Stunde hielt. Es gab viel zu sehen auf der Messe und das nächste Mal möchte ich unbedingt mehr Zeit habe!

Neben dem Stand der Deutschen Zöliakie Gesellschaft, der ECARF und MeinAllergiePortal waren es vor allem Lebensmittelhändler, die ihre „freefrom“-Produkte zeigten und die Besucher probieren ließen. Und natürlich konnte man auch fast alles kaufen – mein Plan, einen leichteren Koffer auf der Rückfahrt zu haben, da ich ja meinen Proviant aufgegessen hatte, ging also so überhaupt nicht auf.

Im folgenden möchte ich Euch ein paar einzelne Hersteller und Produkte vorstellen – andere Hersteller wie Schär, Genius, Hammermühle und Online-Shops wie die Foodoase oder Queerfood und Spezialanbieter die Delicardo etc. habe ich nur im Vorbeigehen gesehen oder kurz Hallo gesagt.

Lizza Superfood Teig aus Leinsamen und ChiasamenLizza
Sehr gefreut hatte mich, dass Lizza einen eigenen Stand hatte. Lizza ist ein – wie sie es nennen – Superfood Teig aus Leinsamen und Chiasamen, der sich für Pizza, Flammkuchen oder auch als Frühstücksbrot eignet. Er ist sowohl glutenfrei wie auch vegan und low-carb. Leider habe ich es nicht geschafft, ein Stück zu probieren, da immer wenn ich da war, schon Tomaten-Sauce drauf war (Tomate vertrage ich wegen der Histaminintoleranz nicht) und gerade, als mein Sohn mich von der Messe zerrte, kam eine freundliche Dame von Lizza und meinte, jetzt sei ein Stück ohne Tomate fertig. Ich habe aber eine Packung mitgenommen und werde sie in einem eigenen Blogbeitrag vorstellen.
www.lizza.de

The Primal Pantry, Paleo, RiegelThe Primal Pantry
Ein weiteres Highlight für mich war der Riegelhersteller The Primal Pantry aus England. Sie stellen Paleo-Riegel her, die einfach nur köstlich sind. Ganz neu sind auch Eiweiß-Riegel mit Hanfprotein, die ich aber als trocken und krümelig empfand – im Gegensatz zu den normalen Riegeln. Ich habe von jeder Sorte einen Riegel mitgenommen und werde auch darüber noch einen eigenen Blogbeitrag schreiben!
Mehr Infos: www.primalpantry.de

Almgold – Aus der Käsealm Moosbrugger
Da ich die ganzen glutenfreien Ersatzprodukte mit Mais- und Reismehl nicht vertrage, war ich schon etwas traurig, dass ich so viele Produkte nicht probieren konnte (ich hatte keine Lust, den Rest des Tages in Berlin mit furchtbaren Bauchschmerzen zu verbringen). Doch dann kam ich am Stand von Almgold vorbei. Sie verkaufen Rohmilchkäse, z.B. auch mit Blumen darin, wie auch Schinken und Würstchen. Alle Produkte sind gluten- und laktosefrei, frei von Geschmacksverstärkern, Phosphaten, Emulgatoren und Farbstoffen. In einigen Würsten lässt sich das Pökelsalz nicht vermeiden, aber – so erklärte mir der freundliche Herr am Stand – sie verwenden so wenig wie möglich und sind weit unter der gesetzlichen Vorgabe. Die Kühe werden auf der Weide gehalten und vernünftig gefüttert. Das merkt man den Produkten an, sie schmecken alle intensiv und nicht künstlich. Da schlägt das Paleo-Herz höher!
Besonders nett fand ich den „Kussechten Knoblauchspeck“ – der Knoblauchgeshcmack ist so zart, dass man kurze Zeit danach wieder jemanden küssen kann. Leider war mein Mann nicht mitgekommen, sonst hätten wir es getestet. 😉
Mehr zu den Produkten und zum Online-Shop findet Ihr hier: www.almgold.deAlmgold - Aus der Käsealm Moosbrugger

PÄX
PÄX stellt knuspriges Obst und Gemüse her, dass in mehreren Schritten getrocknet wird. Der Geschmack und die Konsistenz sind wirklich großartig, denn es sind nicht die üblichen klebrigen Trockenfrüchte, sondern extrem knusprige Varianten – ohne gefriergetrocknet zu sein. Ich habe z.B. Physalis probiert, die ganz unscheinbar getrocknet aussieht, aber eine wahre Geschmacksexplosion in dieser Variante ist. Neben eher typischen Sorten wie Erdbeeren, Ananas oder Äpfeln bietet Päx auch Zwiebeln, Zucchini, Tomaten und Paprika an – alle knusprig. Da werde ich mir bestimmt noch einiges bestellen!
Mehr Informationen: www.paexfood.de

Seitz
Nicht Paleo, aber eine interessante glutenfreie Alternative sind die neuen Fit’n’Free-Nudeln von Seitz. Es gibt bisher 3 Sorten: Rote Linsen, Kichererbsen und Buchweizen.

Zöllis
Die beiden Macher von Zöllis hatten keinen eigenen Stand, sondern wurden mir von Paddy und Jürgen Schmidtlein vom Zöliakie Austausch vorgestellt. Sie sind dabei über Crowdfunding ein komplett glutenfreies Restaurant in Nürnberg aufzubauen. Aber das ist noch nicht alles! Das Restaurant und der Lieferservice wird auch andere Allergien und Unverträglichkeiten berücksichtigen und eine Kundendatei führen, so dass man bei der Bestellung nicht alles wieder auflisten muss, sondern nur seinen Namen nennt und schon bekommt man ein individuell sicheres Essen. Eine wirklich großartige Idee!
Ich wünsche den beiden sympathischen Gründern viel, viel Erfolg, mehr Informationen findet Ihr hier
www.zoellis.de
www.startnext.de/zoellis

Neue Pralinen von Frankonia
Ein Highlight aus laktosefreier Sicht sind die neuen Pralinen von Frankonia, die sie auf der Messe vorgestellt haben. Auf meinem Schwester-Blog findet Ihr eine genaue Beschreibung: http://www.einfach-laktosefrei-leben.de/2016/04/die-neuen-laktosefreien-pralinen-von-frankonia/

BASIC Textur
Ein sehr überraschendes Produkt habe ich von BASIC Textur gefunden. Es ist eine Art Paste, auf deren Basis man viele Speisen wie z.B. Suppen, Emulsionen, Saucen, Schäume, Sorbets, Farcen usw. herstellen kann. Die BASIC Textur besteht aus Wasser und Fruchtfleisch von Zitrusfrüchten. Die Früchte werden erntefrisch entsaftet, entölt und getrocknet und dann in einem Spezialverfahren mit Wasser gemischt. Von der ECARF (der Europäischen Stiftung für Allergieforschung) wurde diese Paste mit dem „Allergiefreundlich Qualitätsgeprüft“-Siegel versehen. Die Paste selbst sieht eher unspektakulär aus und hat auch keinen Eigengeschmack, aber die Anwendungsgebiete sind extrem vielfältig. Bislang war sie vor allem für die Gastronomie gedacht, mittlerweile gibt es aber neben den großen Packungen von 1,5kg und 4,5kg auch eine kleine Packung für zuhause mit 500g. Leider habe ich sie aber noch nicht im Supermarkt gefunden.
Mehr Informationen: www.basic-textur.de


Warum ich die Wörter Fehlernährung und Diätfehler nicht mag

Beides genießenVor ein paar Tagen hatte ich in einer Ernährungsberatergruppe in Facebook eine Diskussion zum Thema Zöliakie. Dabei schrieb mein Gesprächspartner, dass diese bestimmt auch durch die heutigen „Fehlernährungzustande“ kommen würde. Dieses Wort – genauso wie „Diätfehler“ schwirrt mir seitdem im Kopf herum. Bei beiden Wörtern schwingt eine Wertung oder sogar Verurteilung mit, die ich nicht für angemessen halte.

Natürlich ist eine Ernährung, die überwiegend aus Pizza und Cola besteht, nicht gesund und wird dem Körper langfristig schaden bzw. ihm nicht die Nährstoffe geben, die er braucht. Natürlich ist eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst, gesunden Fetten und wenn man mag, gutem Fleisch und Fisch, nährstoffreicher. Aber warum müssen wir unser Essen immer bewerten? Warum ist ein Stück Torte eine „Sünde“, für die wir uns später regelrecht kasteien müssen? Warum kann es nicht ein genußvoller Moment sein, den wir einfach nur genießen – genauso wie man dann später einen leckeren Salat genießt?

Wir müssen unser Essen und unser Essverhalten nicht bewerten, dafür gibt es einfach keinen Grund. Im Gegenteil, wir setzen uns damit unter Druck, wollen alles richtig machen. Aber funktioniert das? In den meisten Fällen doch eher nicht. Denn wenn wir uns unter Druck setzen, können wir das Essen nicht mehr genießen oder es als das sehen, was es wirklich ist: Nahrung für unseren Körper, damit er funktionieren kann. Auch werden wir nie alles richtig machen können. Denn was ist schon die richtige Ernährung? Eine Standardantwort kann es nicht geben. Jeder Körper ist anders und jeder Körper verändert sich mit der Zeit. Vielleicht gibt es Zeiten, in denen eine vegane Ernährung für einen einzelnen gut ist. Vielleicht hilft auch eine Vollwertkost. Ich selber ernähre mich seit eineinhalb Jahren nach Paleo und es geht mir so gut wie schon lange nicht mehr. Aber ist das die richtige Ernährung bis an mein Lebensende? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass es mir im Moment gut tut und mir schmeckt – und mehr verlange ich nicht von meiner Nahrung.

Wenn Du also merkst, dass Du Deine Ernährung in gut und schlecht einteilst, oder Du zum Beispiel mit einem Schokoriegel „sündigst“, halte einen Moment inne und denk noch einmal darüber nach. Ist der Riegel wirklich eine Sünde? Oder kannst Du ihn einfach nur genießen und Dich darüber freuen?

Wie oben schon geschrieben empfinde ich auch den „Diätfehler“ als ein ganz schwieriges Wort. Die meisten von uns essen nicht absichtlich etwas, wogegen wir allergisch sind oder was wir nicht vertragen. Mein letzter Unfall war eine Packung mit frischen Sprossen, auf der kein Spurenhinweis stand. 4 Stunden Durchfall und ein Telefonat später hatte ich herausbekommen, dass die Firma auch Weizensprösslinge verarbeitet und ich deshalb Gluten abgekommen hatte. Das war nichts, was ich hätte verhindern können, also kein Fehler, sondern ein Unfall. Deshalb spreche ich bei Zöliakie auch immer von „Glutenunfällen“. Natürlich gibt es Situationen, wo man nicht richtig aufgepasst hat, die Zutatenliste nur überflogen hat oder nicht daran gedacht hat, dass sich eine Zutatenliste verändert haben könnte. Klar, man hätte es besser machen können, aber wer ist schon zu 100% perfekt? Solange wir uns bemühen, Allergen-frei zu essen, müssen wir uns keine Vorwürfe machen, wenn es doch mal schiefgeht. Niemand ist perfekt, niemand macht immer alles 100%ig richtig – wir können es nur versuchen!


Homöopathische Mittel und Schüsslersalze bei Laktoseintoleranz und Zöliakie

Homöoapthie, Zöliakie, Laktoseintoleranz

Homöoapthie, Zöliakie, LaktoseintoleranzHomöopathische Mittel erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Allerdings kommt es immer wieder zu Fragen, ob man diese auch bei einer Laktoseintoleranz oder Zöliakie nehmen kann. Selbst Apotheker wissen nicht immer Bescheid! Mein Apotheker ist eh schon Kummer mit mir gewohnt und weiß und akzeptiert mittlerweile, dass ich bei einigen Themen besser Bescheid weiß als er (aber natürlich nicht bei vielen, ich bin ja keine ausgebildete Apothekerin). 😉

Homöopathische Mittel und Schüsslersalze gibt es in mehreren Darreichnungsformen: als Tropfen, als Globuli und als Tabletten.

Tropfen:
Die Tropfen sind meistens auf Alkoholbasis und deshalb für Kinder nicht geeignet. Hier habe ich allerdings noch keine laktose- oder glutenhaltigen gefunden.

Globuli:
Die sogenannten Globuli – also kleine Kügelchen – bestehen bei den Einzelmitteln aus Saccharose, also reinem Haushaltzucker. Die Mittel von der DHU sind immer auf Saccharose als Zucker-Basis und deshalb sowohl bei Laktoseintoleranz als auch Zöliakie geeignet.
Vorsichtig muss man allerdings bei Komplexmitteln sein sein. Von Wala gibt es etliche Komplexmittel, die Laktose enthalten, aber eben nicht alle. Hier muss man dem Apotheker sagen, dass er jedes Mal auf die Inhaltsstoffe schauen muss.

Tabletten:
Die meisten Komplexmittel – also Mittel z.B. gegen Heuschnupfen oder Erkältungen, die aus mehreren Wirkstoffen gemischt wurden – werden in Tablettenform verabreicht. Bei den Tabletten gibt es mittlerweile unterschiedliche Zusammensetzungen:

  • Tabletten mit Laktose und ohne Weizenstärke (nur bei Zöliakie geeignet)
  • Tabletten ohne Laktose und mit Weizenstärke (nur bei Laktoseintoleranz geeignet)
  • Tabletten mit Laktose und mit Weizenstärke

Hier muss man also IMMER auf die Zutatenliste achten und sie sich zeigen lassen.

Von der DHU (Deutsche Homöopathie-Union) gibt es z.B.

Von Pflüger gibt es die Schüsslersalze als Tabletten, diese sind aber laktosehaltig, genauso wie die Komplexmittel von dieser Firma.

Schüsslersalze als Globuli
Als ich vor Jahren anfing, mich mit Schüsslersalzen zu beschäftigen, gab es noch keine laktose- und glutenfreien Tabletten. Mit ein wenig Recherche habe ich damals die Firma Schuck-Mineral gefunden, die die Schüsslersalze in Globuli-Form anbieten:
http://www.schuckmineral.de/die-12-schuckmineral-globuli/

Auch die DHU hat jetzt neu die Schüsslersalze als gluten- und laktosefreie Globuli Variante herausgebracht.

Fazit:
Lass Dich also bitte nicht verunsichern, auch nicht von Aussagen von Apothekern, ohne dass derjenige in die Inhaltsstoffe geschaut hat. Und am Besten liest Du die Inhaltsstoffe der jeweiligen Packung selber noch mal durch.


Warum Verzicht manchmal so schwer ist oder: Was tun, wenn die Firewall löchrig ist

Firewall, Verzicht bei Allergien

Wegen Zöliakie, Unverträglichkeiten oder Allergien auf leckere Lebensmittel zu verzichten, kann manchmal wirklich schwierig sein. Viele denken, nur weil ich Ernährungscoach bin, würde mir das leichter fallen – aber um ganz ehrlich zu sein, das tut es nicht. Was mir leichter fällt, ist der Umgang mit diesen Gefühlen, aber auch das ist sehr tagesformabhängig.

Firewall, Verzicht bei AllergienIch weiß, normalerweise sollte ich ein „leuchtendes Vorbild“ sein. Aber ich will auch ganz ehrlich mit Dir sein. Das Jahr 2015 hat mich sehr viel Kraft und Nerven gekostet. Mein Mann wurde schwer krank, geplante Urlaube und Fortbildungen musste ich absagen, und dann konnte auch noch mein Sohn wochenlang nicht in die Kita gehen. Diese schwierigen Monate habe ich gut überstanden, bin immer einen Schritt nach dem anderen gegangen, einen Tag nach dem anderen, so wie ich es auch im Coaching vermittle. Jetzt am Anfang des neuen Jahres bin ich erschöpft, nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Und jetzt merke ich, wie meine Disziplin ins Wanken gerät und ich mich mit verträumten Blick in die Tiefkühltruhen mit Pizza starre oder plötzlich eine Smartiespackung in der Hand halte. Beides würde mich wegen meiner Zöliakie, Laktoseintoleranz und Histaminintoleranz auf Wochen krank machen und normalerweise verschwende ich keinen Gedanken daran. Doch im Moment hat meine Firewall ernsthafte Sicherheitslücken, um es mal als Nerd zu sagen. Ganz ehrlich: das macht mir Angst! Was also tun bei einer löchrigen Firewall?

Zuerst einmal habe ich versucht, meine Aktivitäten einzuschränken. Auch wenn einige Entscheidungen sehr schwer gefallen sind, aber mir tut es im Moment einfach gut, mich auch mal zu Hause einzuigeln.

Dann habe ich versucht herauszufinden, was meinen Hunger wirklich stillen könnte und mein Körper sagte mir ganz klar, dass er für den Moment mehr Nüsse haben möchte.
So konnte ich für mich persönlich mehrere Strategien entwickeln:

  • Ich achte im Moment sehr darauf, dass mein Notfallpack für unterwegs immer gefüllt ist, so dass ich nicht in Verlegenheit komme, unterwegs etwas kaufen zu müssen.
  • Ich habe eine größere Portion „skandinavisches Brot“ gebacken, die ich zum Frühstück essen kann, ohne das ich darüber nachdenken muss, was ich mir morgens mache.
  • Entgegen meiner sonstigen Essgewohnheiten habe ich mir sogar Rohmilch-Käse aus einer regionalen Käseherstellung geholt, bei der ich weiß, dass er seine Kühe auf der Weide hält (wenn Du mehr über Jules Käsekiste wissen will, kannst hier im meinem Schwesterblog darüber lesen).
  • Ich habe mir Cantuccini gebacken, die sich länger halten und die ich gut mitnehmen kann. So habe ich immer etwas zum Knabbern dabei.
  • Wenn ich wirklich das Bedürfnis habe, mir etwas gönnen zu wollen, mache ich mir eine Tasse griechischen Tee. Der Duft wirkt auf mich sehr beruhigend und allein der Akt des Teekochens (ich benutze lose Blätter) entspannt mich.

Was kann Dir helfen, wenn Du merkst, dass Deine Firewall nicht mehr ganz stabil ist?


Buchtipp: Paläo Vegan von Ellen Jaffe Jones

paläo veganMit diesem Buch habe ich mich auf ein Experiment eingelassen: vegane Paleo-Ernährung! Für mich ist das ein Widerspruch in sich, obwohl sich auf der anderen Seite auch vieles ähneln sollte, also z.B. der Versuch, so viel in Bioqualität, frisch und regional zu kaufen, wie irgendwie möglich. Auch nach der Lektüre des Buches muss zugeben – ich war und bin immer noch skeptisch bei einer veganen Paleo-Ernährung, oder pegan, wie es mittlerweile genannt wird. Doch das hängt damit zusammen, aus welchen Gründen man sich nach Paleo ernähren möchte. Für mich persönlich war das Weglassen von entzündungsfördernden Stoffen wichtig, und das ist bei der veganen Paleo-Ernährung leider nicht möglich, weil ja Hülsenfrüchte und Getreide als Ersatz für Stoffe im Fleisch verzehrt werden müssen. Auf der anderen Seite hat dieses Buch für mir auch die Augen geöffnet, da ich ja als Coach und Ernährungsberaterin immer aus der Sicht der Nahrungsmittelallergien, Intoleranzen und Autoimmunerkrankungen auf Paleo schaue. Doch das sind natürlich nicht die einzigen Gründe, warum man sich nach den Paleo-Prinzipien ernähren kann und warum sollten Veganer auf die Vorteile der Paleo-Ernährung verzichten.

Mit dieser für mich veränderten Sichtweise macht das Buch für mich Sinn. Denn das „cheaten“ mit Hülsenfrüchten oder z.B. hochwertigem Sojaprodukten und Getreide fällt somit unter die 15-20% Prozent-Regel, die man je nach Paleo-Autor an nicht Paleo-Lebensmitteln verzehren darf. Wie man das aufteilt, also z.B. pro Mahlzeit oder bei ca. 21 Mahlzeiten pro Woche 4x mit Getreide/Hülsenfrüchten bleibt dann jedem selbst überlassen. Wie gesagt, für Menschen mit Zöliakie, Autoimmunerkrankungen etc., die wie ich mit Paleo gute Erfahrungen gemacht haben, wäre diese Variante nichts, für alle anderen die aber auf Fleisch verzichten wollen oder müssen, ist das ein interessanter Ansatz.

Man muss sich allerdings bewusst werden, dass der Paleo-Gedanke an einigen Stelle doch sehr verwässert wird, z.B. in dem Amaranth, Buchweizen und Quinoa als Paleo-Nahrungsmittel betitelt werden.

Die Autorin des Buches Ellen Jaffe Jones ist zertifizierte Personal Trainerin, Reporterin und Autorin, aktiv im Verbraucherschutz tätig und lebt seit 30 Jahren vegan. Ihr Co-Autor Alan Roettinger ist Schriftsteller, Food Designer, Blogger und Reporter und hat mehrere vegane Kochbücher veröffentlicht.

Dieses Kochbuch enthält über 80 unaufgeregte Rezepte, die leicht nachzukochen sind. Schön sind die genauen Nährwertangaben bei jedem Rezept und einfach zu befolgende Anweisungen.
Hier ein paar Beispiele:

  • Gebackene Artischocken
  • Curry mit Zwiebeln und grünen Paprika
  • Butternutsskürbis mit Haselnüssen
  • Ananas-Avocado-Salsa
  • Harissa
  • Geröstete Möhren und Pastinaken

Auch wenn ich persönlich mich schwer tue mit pegan, so gibt mir dieses Buch doch viele schöne Anregungen, was man mit Gemüse noch alles machen kann.