3 Varianten von glutenfreie Biscotti

Biskotti, glutenfrei, getreidefrei, laktosefrei

Biskotti, glutenfrei, getreidefrei, laktosefreiIch liebe Biscotti einfach! Besonders in einen Espresso getunkt oder mit der aufgeschlagenen Milch eines Cappuccino bedeckt, sind sie für mich der perfekte Begleiter zu einem Kaffee. Die meisten Biscotti werden allerdings mit Industriezucker hergestellt, außerdem bekommt man wenn überhaupt glutenfrei nur die übliche Sorte mit Mandeln. Deshalb wollte ich verschiedene Variationen vorstellen, die sich auch leicht weiter abändern lassen. Die Grundzutaten sind immer die gleichen:

  • 150g gemahlene Mandeln
  • 1 EL Johannisbrotkernmehl
  • 5 EL Honig

Für das klassische Rezept (siehe unten) kommen dann noch Mandeln, Zimt und Vanille dazu. Wichtig ist, die Mandeln oder auch andere Nüsse, die nicht zerkleinert in den Teig sollen, mindestens 2 Stunden im Wasser einweichen zu lassen. Man kann aber auch einfach variieren. Zu den Grundzutaten kann man für ein Pistazien-Schokoladen-Biscotti auch folgendes dazugeben:

  • 50g geschältem ungesalzene Pistazien
  • 2 EL Kakaopulver

Oder für weihnachtliche Biscotti:

  • 20g zerkleinerte Schokolade, das kann Borke sein oder Spiltter, je nach Geschmack Vollmilch oder Zartbitter
  • 30g getrocknete Cranberries

Das sind auch genau die 3 Sorten, die auf dem Foto abgebildet sind! Eurer Fantasie sind aber keine Grenzen gesetzt, wichtig ist, dass Ihr bei ca. 50g bei der Extra-Zutat bleibt, ansonsten kann der Teig es nicht aufnehmen und zerbröselt.

Sehr wichtig ist außerdem, die Teigwurst sehr fest zu machen, damit die Biscotti später nicht zerbrechen. Benutzt beim Schneiden ein glattes Messer und kein Brotmesser – letzteres bleibt durch die Zähne bzw. Zacken hängen und zerkrümelt die Biscotti. Schneidet auch sehr langsam und vorsichtig, manchmal ist Durchtrennen, wie z.B. beim Kräuterhacken – nur langsamer! – besser als eine Schneidebewegung. Man muss das ein wenig üben, aber man kriegt sehr schnell ein Gefühl dafür. Viel Spaß beim Backen!

3 Varianten von glutenfreie Biscotti
 
Zubereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
 
Portionen: 20
Zutaten
  • 50g ganze Mandeln
  • 150g gemahlene Mandeln
  • 1 EL Johannisbrotkernmehl
  • 5 EL Honig
  • ½ TL Zimt
  • Vanille aus der Mühle
Zubereitung
  1. Die ganzen Mandeln mindestens 2 Stunden in Wasser einweichen lassen.
  2. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.
  3. Alle Zutaten bis auf die ganzen Mandeln mischen, der Teig ist bröselig.
  4. Die ganzen Mandeln per Hand unterkneten. 2 Würste formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtem Backblech legen.
  5. 15 Minuten backen, dann herausnehmen und 10 Minuten kühlen lassen.
  6. In 1.2 cm dicke Scheiben schneiden und 8-10 Minuten zu Ende backen.
  7. Die Biscotti sind noch weich nach dem Backen und werden beim Abkühlen härter.

 


Skandinavisches Steinzeit-Brot – laktosefrei, glutenfrei, getreidefrei

paleo, brot, skandinavisch, glutenfrei, laktosefrei, milchfrei, getreidefreiIm Moment habe ich durch den ganzen familiären Stress Schwierigkeiten, mich auf das Essen zu konzentrieren. Besonders morgens fällt es mir sehr schwer, ein vernünftiges Frühstück hinzubekommen – ja, selbst als Ernährungsberater kann man schon mal planlos sein was das Essen anbelangt! Als ich auf dieses Rezept eines skandinavischen Steinzeitbrotes gestoßen bin, wurde ich neugierig – natürlich ist es glutenfrei, laktosefrei und getreidefrei! Auch wenn ich bezweifle, dass es solch ein Brot schon in der Steinzeit gab, hat es doch etwas sehr ursprüngliches, wenn man die Nüsse und Samen vermischt. Außerdem reichen mir 2-3 Scheiben am Morgen, mehr vertrage ich gar nicht pro Tag. Und so bleibe ich auch bei der von Paleo angedachten eine Handvoll Nüsse und Samen pro Tag.

Das schöne an diesem Rezept ist, dass man es variieren kann. Ich habe es z.B. in einer länglichen Brotform gemacht oder  auch in der Tchibo-Brötchenform gemacht – allerdings war mir eine Brötchen dann schon fast zu viel . Die Zutaten kann man sehr gut austauschen. Anstatt der gemahlenen Mandeln habe ich  mal gemahlene Haselnüsse ausprobiert und dann anstatt Walnüssen noch gehobelte Haselnüsse dazugegeben. Ich nehme auch gerne anstatt 100g Mohn nur 50g und gebe stattdessen 50g Chiasamen dazu. Wenn man also irgendeine Samen- oder Nussart nicht verträgt, kann man sie einfach austauschen.

Das Brot hält übrigens besser zusammen, wenn man vorher die Eier verquirlt!

Auch lässt es sich sehr einfach zubereiten, denn man kann alles mit einem Löffel verrühren. Das Brot lässt sich gut in Scheiben einfrieren und wieder auftauen. Ich genieße es morgens mit einer Scheibe Rohmilchkäse von einem regionalen Bauern, der seine Kühe wie Kollegen behandelt – und bin dadurch bis fast zum Mittag satt.

5.0 from 1 reviews
Skandinavisches Steinzeit-Brot - laktosefrei, glutenfrei
 
Zubereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
 
Zutaten
  • 100g Kürbiskerne
  • 100g Sonnenblumenkerne
  • 100g gemahlene Mandeln
  • 100g Walnüsse
  • 100g Leinsamen (können auch geschrotet sein!)
  • 100g Sesamsamen
  • 100g Mohnsamen oder 50g Mohnsamen/50g Chia-Samen
  • 2 TL Salz
  • 5 Eier
  • 100ml Olivenöl
Zubereitung
  1. Den Backofen auf 160 Grad vorheizen.
  2. Zuerst die Samen, Kerne und Nüsse mischen. Dann die Eier und das Olivenöl dazugeben und vermischen. Falls die Mischung zu trocken ist und die Zutaten nicht zusammenhalten, noch ein klein wenig Wasser dazugeben.
  3. In einer Brotbackform 1 Stunde backen lassen. In der Tchiboform braucht es ca. 45-50 Minuten.
  4. Erst abkühlen lassen, bevor man es schneidet.

 


Buchtipp: Backen Low Carb von Anja Leitz und Ulrike Gonder

backen low carb

backen low carbAusnahmsweise möchte ich mal kein reines Paleo-Kochbuch vorstellen, sondern ein Low-Carb-Koch-Buch, dass die verschiedenen Diät-Formen wie Paleo, Keto und eben Low Carb miteinander vereint. Das Buch heisst „Backen Low Carb“ von Anja Leitz und Ulrike Gonder und ist im Riva Verlag erschienen.

Auf den ersten 40 Seiten wird eine Einführung in die gesamte Thematik gegeben und die verschiedenen Ernährungsformen anschaulich erläutert, so dass man gut informiert sich an die Rezepte wagen kann.

An diesen Erklärungsteil schließen sich 80 Rezepte an, von Brötchen und Broten, über Riegel, Cookies, Kuchen und Torten(böden), Nachmittagskuchen, Flans bis zu Crackern. Alle Rezepte sind glutenfrei, häufig braucht man dann Mandelmehl, Chiasamen, Buchweizen, Leinsamen etc., die meisten Zutaten findet man aber mittlerweile im Supermarkt oder in den Drogeriemärkten. Was mir sehr gut gefällt, dass neben den üblichen Angaben zur Zubereitungszeit und Portionen auch angegeben ist, in welchem Maß das Rezept Low Carb/High Fat ist und für welche Jahreszeit und für welche Uhrzeit ein Rezept geeignet ist ausgehend vom Stoffwechsel. Gut, letzteres übersehe ich persönlich beflissentlich, da ich auch morgens um 7 Uhr schon einen Schweinebraten essen kann. 😉
Schön sind auch die Optimierungsvorschläge und Tipps zu jedem Rezept.

Hier einige Highlights der Rezepte:

  • Schwarzwälder Sport-Cookie (vegetarisch, moderat low carb)
  • Genussriegel (low carb, high fat, vegetarisch, ketogen)
  • Orangen-Schokoladen-Kuchen (moderat low carb, high protein)
  • Osterkuchen (moderat low carb, vegetarisch, high fat)
  • Feigenbrot (moderat low carb, high protein, vegetarisch, paleo – allerdings mit Whey-Protein-Pulver)
  • Speckstangen (very low carb, ketogen, high fat)

Aus Paleo-Sicht stört mich allerdings sehr, das bei den als Paleo gekennzeichneten Rezepten häufig Inulin oder Whey-Protein-Pulver benutzt wird – beides hochverarbeitet und absolut gegen den Paleo-Gedanken.

Überhaupt wird in dem Buch viel mit laktosehaltigen Zutaten gearbeitet, so dass es für Betroffene mit einer Milchallergie oder Laktoseintoleranz nicht zu empfehlen ist. Für alle anderen ist es ein schöner Einstieg in das Backen in der Low Carb-Variante.


Im Test: Andean Dream Quinoa Cookies – glutenfrei und laktosefrei

andean dream cookie, laktosefrei, glutenfrei

*** Achtung: Stand Februar 2017 gibt es zur Zeit keinen deutschen Vertrieb, deshalb sind die Kekse nicht in Deutschland erhältlich – leider… ***

andean dream cookie, laktosefrei, glutenfreiAuch wenn ich selber keine glutenfreien Ersatzprodukte mehr esse, stöbere ich immer noch gerne in den Bioläden und Reformhäusern nach neuen Produkten. Dabei bin ich neulich auf die Quinoa Cookies von Andean Dream gestoßen und musste sie rein aus Neugier und trotz des hohen Preises einfach mal mitnehmen. 198 Gramm kosten stolze 4,99 €, aber das liegt sicherlich auch an der Reise, die diese Kekse hinter sich haben: sie werden in Bolivien hergestellt.
Im Reformhaus in Hennef (Rhein-Sieg-Kreis) konnte ich nur die Sorte mit Kokosnuss finden. Geschmacklich finde ich sie recht gut, allerdings ein wenig trocken. Zwischendurch habe ich bei einer Freundin auch mal andere Sorten probiert, da fand ich Orange am Besten. Sehr praktisch ist die Verpackung: jeder Keks ist einzeln verpackt, so dass man sie sehr gut mmitnehmen kann. Auch ist zumindest der Quinoa aus Fair Trade. Die Kekse sind ei- und milchfrei, ohne Weizen, Soja oder Mais, cholesterinfrei und frei von Nüssen oder gehärteten Fetten. Für mich allerdings ein Riesenminuspunkt, dass Palmfruchtöl verwendet wird, hier sollte über eine Alternative nachgedacht werden.
Von Andean Dream gibt es übirgens noch Pasta und Suppen! Wer also mal Lust auf einen anderen Geschmack hat, sollte ruhig mal Quinoa-Produkte probieren.

Zutaten:
Bio Royal-Quinoa-Mehl aus den Anden, Tapioca-Mehl, ungehärtetes Palmfruchtöl, Rohzucker, geröstete Kokosraspeln, Bio-Reismehl, Zuckerrohrsirup, Natrium Bicarbonat, natürliches Kokosnuss- und Vanille-extrakt (frei von Mais und Soja).

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Leckere Kürbismuffins – Halloween kann kommen!

Kürbismuffins, Paleo, glutenfrei, laktosefrei

Kürbismuffins, Paleo, glutenfrei, laktosefreiAusgerechnet am 31.10. – also an Halloween – muss ich in die Kita meines Sohnes zu einem Termin. Also dachte ich mir, ich könnte dann ja auch etwas leckeres mitbringen. Schnell fiel die Wahl auf glutenfreie und laktosefreie Kürbismuffins, aber ich hatte kein vernünftiges Paleo-Rezept und wollte auch keins, das „zu speziell“ schmeckt. Viele Paleo und glutenfreie Rezepte haben ja ihren eigenen Geschmack und vor allem ihre eigene Konsistenz, die man schon gewohnt sein muss. Glücklicherweise hatte aber jemand in meiner Facebookgruppe Essen mit Gefühl mir dieses Rezept empfohlen. Sogar mein Sohn, der sonst sehr kritisch ist, liebt diese Muffins und auch meine Kollegin war begeistert.

Gewürz-Alternative

Gewürz-Alternative

Ich habe das Rezept jetzt für Euch übersetzt und mit Grammzahlen versehen, anstatt der in den USA üblichen Cups. Pumpkin Spice hier in Deutschland zu bekommen, ist leider noch ein Ding der Unmöglichkeit. Aber Ihr könnt entweder dieses Rezept von Chefkoch nehmen (hier klicken) oder auch auf ein Lebkuchengewürz umsteigen. Ich habe dieses hier genommen, dass ich bei Edeka gefunden habe. Achtet nur darauf, dass keine Orange mit dabei ist, sonst schmeckt es wirklich arg weihnachtlich.
Für das Kürbispüree kocht ihr einfach Kürbisfleisch mit etwas Wasser bis es weich ist und püriert es dann. Wir hatten soviel Kürbis beim Testbacken übrig, dass wir das restliche Püree für Halloween einfach eingefroren haben.
Als Verzierung könnt Ihr entweder Walnüsse oder Pecannüsse nehmen, es schmeckt beides sehr gut. Wenn ihr die Muffins etwas süßer haben wollt, gebt etwas mehr Honig dazu.
Ich habe Mini-Muffinform genommen, da ich es sehr praktisch finde, wenn man sie unterwegs mit einem Happs essen kann. Das Rezept reicht für 12 Mini-Muffins plus 2 große oder 10 normal große Muffins.

Leckere Kürbismuffins - Halloween kann kommen!
 
Zubereitung
Kochzeit
Gesamtzeit
 
Portionen: 10-15
Zutaten
  • 100g gemahlene Mandeln
  • 60g Kokosmehl
  • 1 TL Natron
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Pumpkin Spice/Lebkuchengewürz
  • 3 Eier
  • 170g Kürbispüree
  • 3 EL flüssiges Kokosöl
  • 100g Honig
  • Vanille aus der Mühle
  • Walnüsse oder Pecannüsse zum Verzieren
Zubereitung
  1. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  2. Die Muffinform einfetten.
  3. In einer großen Rührschüssel die gemahlenen Mandeln, Kokosmehl, Natron, Salz und die Gewürze mischen.
  4. In einer kleinen Schüssel die Eier leicht verquirlen.
  5. Die Eier, Kürbis, Kokosöl, Vanille und Honig zu den trockenen Zutaten geben und alles gut verrühren.
  6. In die Muffinform geben und mit den Nüssen garnieren. Man kann auch noch etwas Gewürz oder Kokosblütenzucker drüber streuen - aber Achtung: nicht zuviel!
  7. Je nach Größe der Form 15 Minuten (bei Minimuffins) oder 20 Minuten backen.
  8. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Fröhliches Halloween!


Mit Zöliakie keine Insekten essen!

Insekten, Zöliakie

Insekten, ZöliakieEin neuer Trend in der Ernährung steht in den Startlöchern und ist besonders jetzt kurz vor Halloween in Lutschern oder Getränken zu finden: Insekten. Klar, die meisten werden jetzt angeekelt das Gesicht verziehen und sagen, dass sie nie, nie, NIE! im Leben eine Grille oder ähnliches essen werden. Das wird sich allerdings in den nächstem 10-20 Jahren verändern! Die Vorteile von Insekten sind vielfältig: sie sind als Eiweißlieferant wesentlich kostengünstiger und mit weniger Energieressourcen zu züchten als unser klassisches Vieh wie Kühe, Schweine oder Hühner. Sie enthalten fast keine Kohlenhydrate, sind fettarm und reich an Spurenelementen, Vitaminen und Mineralien.

In Thailand, China oder Afrika ist der Verzehr von Insekten übrigens vollkommen normal. Bei uns gab es noch im 19. Jahrhundert die sehr beliebte Maikäfersuppe!
Auch gibt es immer mehr Versuche, Lebensmittel mit Insektenmehl herzustellen, so dass man nicht mehr das ganze Insekt vor sich hat, sondern nur noch eine anonyme Masse. Das alles ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings müssen Menschen mit Zöliakie vorsichtig sein. Denn im Moment werden Grillen, Heuschrecken und co. nämlich meistens mit Weizenflocken gefüttert. Bei den Mehlwürmern ist das vielleicht noch naheliegend, bei den anderen Insekten weniger. Und im Gegensatz zu Hühnern isst man hier das gesamte Tier und nicht nur das Muskelfleisch oder einzelne Innereien. Ich bin kein Biologe, aber ich denke, dass allein schon der Mageninhalt einer Heuschrecke zu viel Gluten für jemanden mit Zöliakie beinhalten kann. Bis jetzt habe ich auch nur einen Hersteller von glutenfreiem Insektenmehl finden können, der leider in den USA sitzt.

Seid also bitte vorsichtig, wenn ihr Euch mal an Insekten ran traut oder auch gerade jetzt zu Halloween Sachen aus der Rubrik: Ich bin ein Star – holt mich hier raus probieren wollt. Denn zur Zeit haben die Hersteller dieser Lebensmittel noch nicht daran gedacht, dass in den Insekten Gluten enthalten sein kann!


Paleo auf der Anuga 2015

Frische Kokosnuss bei Dr. Goerg

Paleo ist als Trend – wahrscheinlich muss man sagen: zum Glück – auf der Anuga, einer der größten Lebensmittelmessen der Welt, noch nicht angekommen. Es ist natürlich auch schwierig, Produkte an Menschen zu vermarkten, die keine fertigen Produkte essen wollen. 😉 Vier Anbieter konnte ich trotzdem finden, die Paleo anbieten und daneben noch zwei, die interessante Zutaten haben.

Dr. Goerg kennen die meisten ja wahrscheinlich schon. Diese Firma hat sich darauf spezialisiert, Kokosnüsse innerhalb von 72 Stunden zu verarbeiten, z.B. zu Kokosöl, Kokosmilch usw. – natürlich alles fairtrade und in Bio-Qualität. Sehr interessant fand ich das Kokosspeisefett, dass nur durch die Desodierung durch Wasserdampf seinen Kokosgeschmack verliert und so ein geschmacksneutrales Bratfett ist. Die knusprigen Kokos-Chips waren sehr lecker, aber ich durfte noch etwas anderes probieren, von dem ich seitdem schwärme: eine junge, grüne Trinkkokosnuss! Diese müssen erst mit einem speziellen Kokosnussöffner eingestochen werden (eine Bohrmaschine ginge aber auch, meinte der nette Mitarbeiter, der geduldig eine Kokosnuss nach der anderen öffnete). Durch das Loch kann man mit einem Strohhalm das Kokoswasser trinken, Dann kann man sie öffnen und das noch junge und weiche Fruchtfleisch genießen. Ich habe noch nie in meinem Leben so frische Kokosnuss gegegessen und der Geschmack und die weiche Konsistenz sind unglaublich!
www.drgoerg.com

Frische Kokosnuss bei Dr. Goerg

Frische Kokosnuss bei Dr. Goerg

Eine andere Firma, die mich durch ihre Produkte überzeugt hat, ist Pödör. Sie stellen eigentlich kaltgepresste, unraddinierte und ungefilterte Premium-Öle her, haben aber bei der Herstellung der Öle gemerkt, dass man auch den Presskuchen als Mehl weiter verwerten kann. Auf der Anuga haben sie jetzt das Erdmandel Presskuchenmehl vorgestellt, dass glutenfrei, reicht an Ballaststoffen, Mineralien und ungesättigten Fettsäuren ist. Sie bieten mittlerweile aber auch Chiamehl, Kürbiskernmehl undvier weitere Mehle an. Ich habe am Stand das Erdmandelöl probiert, dass einen sehr weichen, fast süßen Geschmack hat. Für Paleo sind die Öle und Mehle sehr geeignet, da ja soviel wie möglich verwertet wird.
www.podor.de

Erdmandelpresskuchenmehl von Pödör

Erdmandelpresskuchenmehl von Pödör

Da Foodloose mit ihren „Raw Smoothie Bars“ der Gewinner des anuga taste-Awards dieses Jahr war und diesen auch mit „Paleo“ beworben hatten, musste ich mir die Smoothies in Riegelform natürlich anschauen. Leider sind die noch in der Entwicklung und die Konsistenz war noch etwas krümelig. Geschmacklich waren sie aber auf jeden Fall gut. Alle sind auf Datteln-Basis und haben dann zum Beispiel Karotte und Kürbis oder Spinat, Moringa und Minze mit drin. Wenn sie die Konsistenz noch etwas fester hinbekommen, wird das eine gute Alternative zu den englischen Riegeln.
www.foodloose.net

Raw Smoothie Bars

Raw Smoothie Bars

Eher zufällig habe ich den Stand von Black Bear entdeckt (schräg gegenüber von Foodloose)- bislang kannte ich die Marke nur aus der Werbung bei Facebook. Sie bieten nur nur zwei Produkte an: einen Frucht-Nuss-Riegel und einen Protein-Riegel. Bei letzterem ist die Besonderheit, dass er anders als andere Riegel dieser Art ohne Proteinpulver auskommt, sondern nur mit natürlichen Zutaten hergestellt wird. Er ist extrem sättigend (und das nach all der Lupinen/italienischem-Dessert/Quinoa-Chips-Völlerei), allerdings fand ich den normalen Riegel vom Geschmack her wesentlich besser.
www.black-bear.ch

Paleo-Riegel von Black Bear

Paleo-Riegel von Black Bear

Die Firma Svanso aus Dänemark hat neben 3 Paleo-Riegeln auch noch eine Paleo-Brotmischung als neuen Backtrend im Programm. Ein Brot habe ich probiert und es war in Ordnung, allerdings bestand es zum größten Teil aus Samen und Nüssen. Wenn man überhaupt so einen Nachbau möchte, dann kann man es auch selbst zusammenstellen, oder? Ob und wann die Produkte nach Deutschland kommen, steht noch nicht fest.
http://www.svansoe.com/da-DK/Produkter/Produkter-Stenalder.aspx

Brotbackmischungen von Svanso

Brotbackmischungen von Svanso

Sehr enttäuscht war ich von dem „Paleo-Müsli“ von Bio Lifestyle. Denn ähnlich wie beim „Paleo-Müsli“ von myMüsli ist auch dieses nur von den Zutaten her glutenfrei, nicht aber von der Verarbeitung her. es wird an der gleichen Stelle, wie die normalen glutenhaltigen Müslis zusammengemischt und ist dadurch für Menschen mit Zöliakie (wie mich) ungeeignet. Es ist schade, dass da Firmen auf den Paleo-Zug aufspringen, ohne es wirklich zu durchdenken und zu überlegen, dass zumindest ein Teil der Paleo-Leute sich danach ernährt, weil sie eine Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie haben.
www.biolifestyle.at

Paleo-Müsli von BioLifestyle - nicht bei Zöliakie geeignet!

Paleo-Müsli von BioLifestyle – nicht bei Zöliakie geeignet!

Zum Schluss noch ein Produkt, dass zwar nicht Paleo, dafür aber mal etwas ganz anderes ist: Helga, ein Erfrischungsgetränk aus Algen. Den ersten Schluck fand ich sehr merkwürdig, aber dann war Helga lecker und sehr erfrischend. Das Getränk wird aus der Süßwasseralge hergestellt, und ist so auch kein Problem für die, die auf Jod achten müssen. Außerdem enthält Helga weniger Kalorien als Apfelschorle. Ich drücke den Entwicklern die Daumen, dass sie jetzt über das Crowdfunding es schaffen, Helga auf den Markt zu bringen!
Mehr dazu: http://www.hallohelga.at/index.php/algen/

Der Algendrink "Helga"

Der Algendrink „Helga“

Mehr über glutenfreie und laktosefreie Produkte auf der Anuga 2015 findet Ihr über die Links in diesem Satz!


Neue glutenfreie Produkte auf der Anuga

Der sehr appetitanregende Stand von Almondy

Jedes 2. Jahr findet einer der weltgrößten Lebensmittelmessen in Köln statt, die Anuga. In meinem anderen Blog habe ich bereits über die neuen laktosefreien Produkte berichtet. Neben der Suche nach glutenfreien Produkten habe ich mir – sozusagen als Mittagspause – auch einen Vortrag angehört über den stetigen Anstieg von „frei von“-Produkten. Dabei steht glutenfrei an erster Stelle, ein Trend, der aus den USA zu uns herüber gekommen ist. Es wurde immer wieder betont, dass bei der Herstellung von glutenfreien Lebensmitteln auf die Kontamination geachtet werden muss und dass es keine wissenschaftlichen Beweise dazu gäbe, das glutenfrei wirklich gesünder wäre für Menschen ohne Zöliakie und Glutenunverträglichkeit. Aus Sicht der Industrie, bzw. hier einem Marktforschungsinstitut, war ich überrascht, das zu hören. Nichtsdestotrotz war glutenfrei ein großes Thema auf der Anuga. Hier die spannensten Produkte, die ich gefunden habe:

Im laktosefrei-Blog habe ich ja schon davon berichtet: ab Anfang 2016 kommt die gluten- und laktosefreie Almondy-Mandel-Torte mit dunkler Schokolade in die Geschäfte. Dies ist eine gute Nachricht für alle, die mit Gluten und Laktose Probleme haben! Probieren konnte ich sie leider noch nicht, aber es dauert ja nicht mehr lange.
www.almondy.de

Der sehr appetitanregende Stand von Almondy

Der sehr appetitanregende Stand von Almondy

Von Coppenrath gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: sie haben glutenfreien Lebkuchen herausgebracht! Die schlechte: dieses Jahr sind die Lebkuchen nur in sehr wenigen Geschäften zu finden, also unbedingt danach Ausschau halten! Nächstes Jahr sollen sie dann überall erhältlich sein.

Glutenfreier Lebkuchen von Coppenrath

Glutenfreier Lebkuchen von Coppenrath

Achtet bei den Coppenrath Keksen nur bitte genau auf die Verpackung: es gibt zucker- und laktosefreie Kekse, die nicht glutenfrei sind!

Coppenrath Gebäck, laktose- aber nicht glutenfreie Sorte

Coppenrath Gebäck, laktose- aber nicht glutenfreie Sorte

http://www.coppenrath-feingebaeck.de/sortiment/gesunder-genuss.html

Seitz hat zum einen reine Buchweizennudeln und Kekse präsentiert, zum anderen unter einem eigenen Label Nudeln aus Hülsenfrüchten wie roten Linsen, Kichererbsen, Adzuki-Bohne und auch Hirse/Hanf und nochmal Buchweizen. Da sie im engen Kontakt mit Betroffenen stehen, haben sie versucht, für die, die kein Mais vertragen, Alternativen zu schaffen. Diese Nudeln kommen in ca. 8 Wochen auf den Markt.
www.seitz.de

Glutenfreie Kekse von Seitz

Glutenfreie Kekse von Seitz

Nudeln aus Hülsenfrüchten von Seitz

Nudeln aus Hülsenfrüchten von Seitz

Die Firma Eat Real hat Chips und Flips auf Quinoa-Basis vorgestellt, die sehr sehr lecker waren – wenn auch etwas scharf, puh. Bis jetzt gab es von der Firma Gemüse und Linsenchips (z.B. bei der Foodoase) aber durch den Eigengeschmack des Quinoa sind diese Chips mal etwas ganz anderes. Außerdem sind die Flips eine gute Alternative für Erdnussallergiker!
http://www.eatreal.co.uk/index.html

Glutenfreie Quinoa-Flips von eat real

Glutenfreie Quinoa-Flips von eat real

Ein großes Thema war auch Pizza – wobei ich bei der Pizza auf diesem Bild wirklich froh bin, dass ich sie nicht essen kann, weil sie nicht glutenfrei ist.

Zum Glück nicht glutenfrei! ;-)

Zum Glück nicht glutenfrei! 😉

Von Delicio aus Irland sollen unter einem anderen Namen in ca. 6 Wochen zwei Tiefkühlpizzen bei Lidl in die Tiefkühlabteilung kommen – also unbedingt auf die Werbeblättchen achten!

gf-delicio

Gleichzeitig und ebenfalls aus Irland werden zwei der vier glutenfreien San Marco-Pizzen auf den deutschen Markt kommen. Diese Marke ist sogar von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) mit Gold für die Margherita und Silber für die „Speciale“-Pizza ausgezeichnet worden. Dies sind auch die beiden Sorten, die als erstes auf den deutschen Markt kommen, aber die „Vegetale“ und die „vegetarische Pepperoni“ kommen bestimmt bald nach. Alle Pizzen sind übrigens auch weizen- und laktosefrei!
www.greenislefood.ie

Glutenfreie Pizza San Marco

Glutenfreie Pizza San Marco

Rosies aus den Niederlanden – die man hier bei der Foodoase bestellen kann – stellte ein glutenfreies Winter Crunchy Müsli und ein neues Kinder Superfood Müsli mit Granatapfel, Chia Samen, Himbeeren und Kokosblütenzucker vor. Außerdem bieten sie jetzt auch „Shake Awake“ an, ein glutenfreies Frühstück aus glutenfreiem Hafer, dass man nur mit Milch vermischen und schütteln muss.

Glutenfreie Frückstücksmischungen von Rosies

Glutenfreie Frückstücksmischungen von Rosies

Von Food for Life aus Californien habe ich etwas sehr interessantes probiert: Sprossenbrot! Dabei wird nicht das Korn zu Mehl verarbeitet, sondern eben die Sprossen aus dem Brot verbacken. Die Firma bietet auch normales glutenfreies Brot an, das aber bei weitem nicht so lecker und saftig ist. Es gibt sogar mehrere glutenfreie Varianten!
Zur Zeit sind die Brote noch nicht in Deutschland erhältlich, wenn überhaupt, kommen sie in die Bioläden und Reformhäuser. Man kann sie aber auch online bestellen bzw. sind sie in England erhältlich.
http://www.foodforlife.com/sprouted-for-life-bread

Glutenfreie Sprossenbrote von Food for Life

Glutenfreie Sprossenbrote von Food for Life

Ebenfalls sollte man in England nach der Marke „Food Heaven“ Ausschau halten. Diese haben mehrere Puddings, Nachtische, Kuchen und sogar Eis glutenfrei im Programm. Ob und wann die Produkte nach Deutschland kommen, ist leider noch ungewiss.

Besonders traurig in Hinsicht auf die Verfügbarkeit war mein Besuch bei La Donatella. Sie versuchen 1 tiefgekühltes laktose- und glutenfreies Dessert sowie 3 glutenfreie Desserts an die deutschen Restaurants zu verkaufen, die sich aber (noch) sehr dagegen sträuben. Das finde ich sehr schade, denn das Dessert, was ich probiert habe, war sehr lecker! Außerdem ist es einzeln mit Deckel verpackt, so dass wirklich keine Kontamination geschehen kann. Wirklich schade, aber vielleicht kommt es ja noch zum Umdenken in der Gastronomie….
http://www.ladonatella.eu/en/

Glutenfreie Desserts von La Donatella

Glutenfreie Desserts von La Donatella

Mehr über laktosefreie und Paleo-Produkte auf der Anuga 2015 findet Ihr über diese Links!


Buch-Tipp: „Alles beginnt mit dem Essen“ von Dallas und Melissa Hartwig

Alles beginnt mit dem Essen, HartwigAls ich die Ankündigung vom riva-Verlag las, dass das Buch „Alles beginnt mit dem Essen“ von Dallas und Melissa Hartwig auf Deutsch erscheint, dachte ich als erstes: endlich! Denn auf diesem Buch baut sich das in der Paleo-Szene bekannte „Whole30“ Programm auf, also das 30 Tage Programm, dass den Ein- und Umstieg auf Paleo begleitet.

Das Autoren-Ehepaar weiß, über was sie schreiben: Melissa ist eine zertifizierte Sport-Ernährungsberaterin und Kettlebell-Trainerin, Dallas hat zudem noch einen Master of Science und ist Physiotherapeut. Und dies merkt man dem Buch an: hier werden nicht nur die Grundsätze von Paleo vorgestellt, sondern auch wissenschaftlich – so weit möglich – begründet und mit Studien unterstützt. Ein wichtiger Satz findet sich direkt zum Anfang: „Wir beschäftigen uns deutliche mehr mit der Gesundheit als mit der Steinzeit“. Und genau deshalb heißt das Programm auch nicht Paleo30, sondern eben Whole30.

Der Großteil des Buches besteht nicht aus Rezepten, sondern aus Erklärungen, warum Diäten nicht funktionieren, weshalb Lebensmittelgruppen schädlich oder nützlich sind und was in unserem Körper und mit unserer Gesundheit geschieht. Dabei wird auch auf die Themen Entzündungen im Körper und Autoimmunerkrankungen eingegangen, was für mich ja einer der Hauptgründe war, auf Paleo umzustellen.
Besonders hilfreich ist das Kapitel „Mahlzeiten planen leicht gemacht“, weil man lernt, wie man seine Mahlzeiten so aufbaut, dass sie gesund sind und satt machen – und schmecken! Dies spiegelt sich in dem späteren Rezeptteil wieder, das mit 32 Seiten von insgesamt 368 Seiten knapp gehalten ist, denn die Formel für Mahlzeiten ist denkbar einfach:
Tierisches Eiweiss plus viel Gemüse plus hochwertiges Fett plus Gewürze.
Die Grundrezepte sind dann modular aufgebaut, so dass einem schnellen Einstieg nichts im Wege steht.
4 Kapitel sind dem eigentlichen Whole30-Programm gewidmet: was muss man beachten, warum man nicht schummeln darf und was einen auch psychisch erwartet.

Was mir persönlich am diesem Buch so gut gefällt, ist die klare Sprache und das zurückhaltende Design. Das ist kein Buch auf schickem glatten und glänzendem Papier. Sondern ein Buch, dass man durchackern kann. Es gibt einige Grafiken, die beim Verstehen helfen, aber auch diese sind sehr zurückhaltenden gestaltet. Und für 19,99€ erhält man sehr viel Wissen auf den über 350 Seiten, eine Investition, die sich wirklich lohnt.

Also: Buch kaufen, lesen und loslegen!
Mehr Informationen und ein Begleitprogramm gibt es auf der englischen Webseite:
whole30.com


Eis essen gehen mit Zöliakie

Eis essen mit Zöliakie
Eis essen mit Zöliakie

Das Eis war zu schnell weg für ein Foto. 😉

Kurz nach meiner Zöliakie-Diagnose war ich mit meinem Sohn in einer Eisdiele und überlegte, ob ich dort Eis essen kann. Der Besitzer sah mich Grübeln und fragte mich, was los sei. Also erzählte ich ihm von der Diagnose. Da er Italiener war, kannte er Zöliakie wie so viele seiner Landsleute. Er zeigt mir, dass bei ihm und wahrscheinlich 90% aller Eisdielen die Eiswaffeln oberhalb der Eisbehälter gelagert werden und außerdem beim Portionieren des Eises die Waffel über die Eisbehälter gehalten werden. Dadurch ist die Krümel- und Kontaminationsgefahr natürlich enorm und er riet mir dringend davon ab, bei ihm ein Eis zu essen. Auch wenn ich enttäuscht war, war ich ihm gleichzeitig dankbar, denn wir ich später erfahren sollte, habe ich vier Wochen etwas von einem Glutenunfall (ich rede nie von Diätfehlern, da ich finde, dass da implizit ein Versagen oder eine Schuldzuweisung mitschwingt).

Seit diesem Gespräch in der Eisdiele habe ich über zwei Jahre also meinem Sohn und meinem Mann beim Eisessen zugeschaut und mich an einen Espresso geklammert. Besonders schlimm war für mich jedes Mal das „erste Eis des Jahres“, etwas was ich als Kind nahezu zelebriert habe. Beim letzten Mal bin ich in einen Buchladen geflüchtet, da ich sonst zu traurig geworden wäre.

Jetzt war ich mit meinem Sohn eine Woche zu Besuch bei Verwandten in Ingolstadt und bekam den Tipp, dass es eine Eisdiele gäbe, die gluten- und laktosefreies Eis herstellen würde. Ich war sehr skeptisch und habe mich beim ersten Mal wieder nur an einen Espresso geklammert. Aber einen Tag später wollte mein Kind dort wieder ein Eis und ich konnte beobachten, wie sie dort mit dem ganzen Vorgang umgehen: die Eiswaffeln stehen auf einer getrennten Fläche neben dem Eis, die Kühltheke ist mit einer zusätzlichen Glasscheibe abgeschirmt und der Eisportionierer wird nach jeder Kugel unter fließendem Wasser abgespült.

Todesmutig bestellte ich direkt drei Kugeln und konnte mein Glück gar nicht fassen. Als ich grinsend dastand, kam die Geschäftsführerin dazu und wir redeten ein wenig über Zöliakie. Schließlich zeigt sie auf mein strahlendes Gesicht und sagte zu ihrer Angestellten: „Genau deswegen machen wir das so!“ Wir waren noch zwei weitere Male dort, denn das musste ich ja ausnutzen und ich versprach, über sie zu berichten. Versprechen erfüllt! Wer mal in Ingolstadt ist: die Eisdiele „Del Corso“ liegt in der Pfarrgasse zwischen Fußgängerzone und Wochenmarkt!

Wenn Sie mit Zöliakie Eis essen gehen möchten, sollten Sie sich also erstmal anschauen, wo die Waffeln gelagert werden und wie das Eis-Prozedere abläuft. Manchmal hat man einfach Glück und die Eisdielenbesitzer kennen sich aus, z.B. haben sie dann ein getrenntes glutenfreies Eis oder sogar glutenfreie Waffeln – was aber sehr selten ist. Verlassen Sie sich nicht drauf, wenn auf einem Schild steht: „glutenfreies Eis“. Dieses ist dann vielleicht glutenfrei hergestellt, kann aber durch die Handhabung der Waffeln wieder kontaminiert sein. Das wichtigste ist: reden Sie mit den Leuten, vertrauen Sie auch auf Ihr Bauchgefühl – und nehmen Sie zur Not lieber nur einen Cappuccino, natürlich ohne Keks.