Ein ernährungstechnischer Grenzfall in Hamburg

Der Hamburger Rathausplatz mal leer!

Der Hamburger Rathausplatz mal leer!

Wenn einer eine Reise tut, erlebt er häufig die merkwürdigsten Dinge. So ist es mir im Februar passiert, als ich geschäftlich zu einem Seminar nach Hamburg musste. Vom Pech beim Fliegen und beim Abendessen bis zum perfekten Mittagessen war alles dabei!

Der Flug nach Hamburg

Es fing schon beim Flug an. Ich hatte meinen Flug Köln – Hamburg und zurück mit dem  Smart-Tarif inklusive Snack bei Eurowings gebucht.  Während der Buchung gab es keinen Hinweis, dass es auf Kurzstrecken-Flügen keine laktose- oder glutenfrei Kost gibt. Ich hatte In meinem Unwissen extra dem Kundenservice angeschrieben, und bekam zur Antwort ja, sie würden es ans Flugpersonal weitergeben. Ich freute mich also auf einen Flug mit Snack!

Als ich dann im Flugzeug der Stewardess während der Snack-Ausgabe sagte, dass ich etwas extra bestellt hätte, pflaumt diese mich grob an, das würde es hier nicht geben, will ich das Käse- oder Wurstsandwich? Ich antworte, dass ich weder noch möchte, da ich kein Brot vertrage. Sie antwortet, dass hätte sie ja noch nie gehört! Wenn ich keinen Käse essen kann, solle ich doch Wurst nehmen. Ergebnis: ich ging leer aus, mir wurde auch keine andere Alternative aus dem Menü angeboten – wobei ich auch nicht weiß, ob es aufgrund der kurzen Flugzeit etwas anderes gab. Bei den Getränken wagte ich dann nach einem Tonic Water zu fragen und bekam nur einen Blick von ihr, der soviel sagte wie: was glauben Sie eigentlich, wer und wo Sie sind?

Im Board-Magazin fand ich dann immerhin kleingedruckt den Hinweis: „Auf kurzen Flügen mit einer Flugzeit unter 60 Minuten und einer hohen Passagierauslastung kann es zu einem eingeschränkten Serviceangebot kommen. Wir bitten um Verständnis, dass wir an Bord keine Sondermahlzeiten (wie z.B. gluten- oder laktosefreie Speisen) anbieten.“  In den FAQs auf der Webseite von Eurowinds steht jedoch: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir an Bord leider keine Sondergerichte (wie gluten- oder laktosefreie Speisen) anbieten können.“

Welche Information gilt denn jetzt, Eurowings: gibt es gar kein laktose- und glutenfreies Essen oder nur bei den Kurzflügen unter 60 Minuten? Natürlich überstehe ich einen Flug von 50 Minuten ohne Snack, aber dann sollte es von allen Seiten richtig kommuniziert werden. Auch die Unfreundlichkeit der Stewardess bleibt mir sauer in Erinnerung. Kunden- und Allergikerfreundlich sieht anders aus!

Mania – Paleo in a Box

In Hamburg angekommen, checkte ich in mein Hotel ein und machte mich auf den Weg zum  Mania – Paleo in a Box, östlich von der Innenstadt. Man darf sich nicht abschrecken lassen von der Umgebung – es ist ein kleines Gewerbegebiet und der Eingang zum Mania liegt in einem Hinterhof. Eigentlich ist das Mania auch nur der Eingangsbereich eines Crossfit-Studios. Wenn gerade ein Kurs läuft, ist es sehr laut, aber ansonsten ist der kleine Bereich hübsch und auf seine eigene Art nett eingerichtet. Das Mania bietet täglich ein warmes Gericht an. Leider hatte ich Pech, denn es gab Chili con Carne mit Süßkartoffeln. Wegen meiner Histaminintoleranz vertrage ich Tomaten allerdings gar nicht.

Mania - Paleo in a Box

Mania – Paleo in a Box

Die Dame, die für das Mania zuständig ist, ist total nett und ich habe dann zwei 2 Kugeln und 2 Mandelmuffins mitgenommen sowie den Weihnachtsshake probiert, der sehr lecker war. Leider fehlte mir dann noch ein Abendessen, so dass ich in einem Supermarkt mir noch Salat und Beilage geholt habe.

Leckere Dinge von Mania!

Leckere Dinge von Mania!

 

Sicheres Essen bei der Veranstaltung

Am nächsten Morgen hatte ich Glück beim Frühstück: es gab Lachs und ich hatte mein „Steinzeit“-Brot dabei, der Tag fing also gut an. Aber es wurde noch besser: Ich hatte mit dem Koch des Hotels, in dem die Veranstaltung statt fand, vorher abgesprochen, dass ich Zöliakie, Laktose- und Histaminintoleranz habe und dass ich mich zum Mittagessen einfach über ein Stück Fleisch mit Gemüse freuen würde. Das Personal war extrem hilfsbereit und rief sogar noch mal beim Koch an, um ganz sicher zu gehen, dass sie mich nicht „vergiften“. Und ich bekam nicht nur ein kleines Stückchen mit 3 Teilen Gemüse, sondern einen gut gefüllten Teller! Die neidvollen Blicke der anderen Teilnehmer waren mir sicher. 😉

Auch der Rückflug war sehr angenehm – die Crew hatte so gute Laune, dass ich keinen Stress machen wollte und beim Sandwich einfach nur ablehnte. Dafür wurde ich mit einem entspannten Flug belohnt.

Fazit

Es hat sich wieder einmal bestätigt, dass ich als ernährungstechnischer Grenzfall immer etwas zu essen in der Tasche haben sollte. Und das eine klare Absprache, was ich als Alternative zum Essen haben möchte, viel besser funktioniert, als wenn ich den Köchen nur eine Liste geben mit dem, was ich nicht essen darf. Mal schauen, wann ich wieder ins schöne Hamburg komme!

Besuch mich:

Julia Stüber

Jahrgang 1973, Mutter eines fünfjährigen Nerds (bei den Genen kein Wunder), Bloggerin, Ernährungsberaterin, psychologische Beraterin, Rezeptetesterin - und wenn ich mal eine Pause brauche auch Harfenspielerin...
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