Warum fällt der Verzicht so schwer?

Manchmal denkt man nur an Essen!

Manchmal denkt man nur an Essen!

Manchmal denkt man nur an Essen!

Wer kennt es nicht, die Tage, an denen man denkt, egal, ich esse jetzt, was ich will, sch*** auf meine Allergie oder Intoleranz. Und genau dann passiert es, dass wir Dinge essen, die uns nicht nur nicht gut tun, sondern je nachdem sogar schaden können. Aber warum kommen manche nicht weg von der Schokolade, dem Gluten, den Eiern oder was auch immer eine Reaktion auslöst?

Nun, es liegt sicherlich nicht daran, dass derjenige dumm wäre oder nicht über die Risiken eines Allergieschocks oder im Fall der Zöliakie von Darmkrebs Bescheid wüßten. Raucher wissen auch, dass jeder Zug an der Zigarette ihnen schadet – trotzdem reicht das meist nicht als Grund aus, mit dem Rauchen aufzuhören.

Doch warum sonst ist der Verzicht so schwer? Sind wir alle süchtig mach Brot und Pralinen?

Tatsächlich ist es zu einem gewissen Teil so. Denn unser Gehirn bildet suchtbildende Stoffe aufgrund von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Das funktioniert so: wenn wir Lebensmittel zu uns nehmen, die uns nicht bekommen, reagiert der Körper mit Stress. Es kann dann passieren, dass unser Körper darauf mit der Produktion von Endorphinen antwortet. Die Endorphine gehören zu den Opiaten, wie auch zB Morphium. Opiate geben uns ein gutes Gefühl, alles wollen wir immer mehr und mehr davon, damit wir mehr von diesem Glücksgefühl bekommen – wir können sogar süchtig danach werden. Es wird zu einem Teufelskreis aus Heißhunger und chemischer Reaktion. Wir werden zu regelrechten Junkies!

Diesen Teufelskreis zu unterbrechen ist natürlich extrem schwierig – aber besonders bei einer Zöliakie lebensnotwendig. Der erste Schritt ist, sich bewusst zu werden, dass man in diesem Kreislauf feststeckt und ihn als solches zu akzeptieren. Erst dann kann man an dem eigentlichen Problem arbeiten. Sinnvoll ist es, sich genau aufzuschreiben, wann der Heißhunger auftritt auf etwas, das einem schadet.

Ist es z.B. abends vor dem Fernseher? Dann könnte Langeweile das zu Grunde liegende Problem sein und der Körper will einfach einen „Kick“. Dann gilt es, gegen die Langeweile vorzugehen.
Kommt der Heißhunger plötzlich im Büro? Dann sollte man schauen, ob hier ebenfalls eventuell Langeweile das Problem ist oder eventuell Stress oder Unzufriedenheit. All das mögen wir nicht, also verlangt unser Körper mach unserer Glücksdroge, um den Tag zu überstehen.

Allein an diesen Beispielen wird schon deutlich, dass es langfristig natürlich nicht die richtige Lösung sein kann, sich durch eine absichtlich falsche Ernährung nicht den wirklichen Problemen zu stellen. Irgendwann schaden wir unserem Körper so stark, dass die Schäden nicht mehr reparierbar sind.

Ein Coaching kann in diesem Fall helfen, die negativen Gefühle aufzudecken und zu erkennen, und an einer Lösung zu arbeiten. Aber Du kannst auch alleine schon etwas tun: ich habe hier ein Arbeitsblatt zum Download bereitgestellt – lade es Dir herunter, drucke es aus und nutze es! Wenn Du noch weitere Hilfe brauchst, kannst Du mich hier kontaktieren.


Warum Verzicht manchmal so schwer ist oder: Was tun, wenn die Firewall löchrig ist

Firewall, Verzicht bei Allergien

Wegen Zöliakie, Unverträglichkeiten oder Allergien auf leckere Lebensmittel zu verzichten, kann manchmal wirklich schwierig sein. Viele denken, nur weil ich Ernährungscoach bin, würde mir das leichter fallen – aber um ganz ehrlich zu sein, das tut es nicht. Was mir leichter fällt, ist der Umgang mit diesen Gefühlen, aber auch das ist sehr tagesformabhängig.

Firewall, Verzicht bei AllergienIch weiß, normalerweise sollte ich ein „leuchtendes Vorbild“ sein. Aber ich will auch ganz ehrlich mit Dir sein. Das Jahr 2015 hat mich sehr viel Kraft und Nerven gekostet. Mein Mann wurde schwer krank, geplante Urlaube und Fortbildungen musste ich absagen, und dann konnte auch noch mein Sohn wochenlang nicht in die Kita gehen. Diese schwierigen Monate habe ich gut überstanden, bin immer einen Schritt nach dem anderen gegangen, einen Tag nach dem anderen, so wie ich es auch im Coaching vermittle. Jetzt am Anfang des neuen Jahres bin ich erschöpft, nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Und jetzt merke ich, wie meine Disziplin ins Wanken gerät und ich mich mit verträumten Blick in die Tiefkühltruhen mit Pizza starre oder plötzlich eine Smartiespackung in der Hand halte. Beides würde mich wegen meiner Zöliakie, Laktoseintoleranz und Histaminintoleranz auf Wochen krank machen und normalerweise verschwende ich keinen Gedanken daran. Doch im Moment hat meine Firewall ernsthafte Sicherheitslücken, um es mal als Nerd zu sagen. Ganz ehrlich: das macht mir Angst! Was also tun bei einer löchrigen Firewall?

Zuerst einmal habe ich versucht, meine Aktivitäten einzuschränken. Auch wenn einige Entscheidungen sehr schwer gefallen sind, aber mir tut es im Moment einfach gut, mich auch mal zu Hause einzuigeln.

Dann habe ich versucht herauszufinden, was meinen Hunger wirklich stillen könnte und mein Körper sagte mir ganz klar, dass er für den Moment mehr Nüsse haben möchte.
So konnte ich für mich persönlich mehrere Strategien entwickeln:

  • Ich achte im Moment sehr darauf, dass mein Notfallpack für unterwegs immer gefüllt ist, so dass ich nicht in Verlegenheit komme, unterwegs etwas kaufen zu müssen.
  • Ich habe eine größere Portion „skandinavisches Brot“ gebacken, die ich zum Frühstück essen kann, ohne das ich darüber nachdenken muss, was ich mir morgens mache.
  • Entgegen meiner sonstigen Essgewohnheiten habe ich mir sogar Rohmilch-Käse aus einer regionalen Käseherstellung geholt, bei der ich weiß, dass er seine Kühe auf der Weide hält (wenn Du mehr über Jules Käsekiste wissen will, kannst hier im meinem Schwesterblog darüber lesen).
  • Ich habe mir Cantuccini gebacken, die sich länger halten und die ich gut mitnehmen kann. So habe ich immer etwas zum Knabbern dabei.
  • Wenn ich wirklich das Bedürfnis habe, mir etwas gönnen zu wollen, mache ich mir eine Tasse griechischen Tee. Der Duft wirkt auf mich sehr beruhigend und allein der Akt des Teekochens (ich benutze lose Blätter) entspannt mich.

Was kann Dir helfen, wenn Du merkst, dass Deine Firewall nicht mehr ganz stabil ist?