Frau Aigner und die Heumilch

Leider kann ich grad keinen längeren Beitrag dazu schreiben, aber das müsst Ihr Euch anschauen – warum reden wir uns den Mund fusselig bzw. schreiben uns die Finger wund, um Menschen über Laktoseintoleranz aufzuklären, wenn noch nicht mal unsere Bundesministerin für Landwirtschaft etc. pp. Ahnung hat?!? *seufz*


Kalzium in der Schwangerschaft bei Laktose-Intoleranz

Besonders werdende Mamas mit Laktose-Intoleranz müssen an das Kalzium denken. Der hohe tägliche Bedarf ist selbst beim Verzehr von Milchprodukten nur schwer aus der Nahrung zu decken, bei LI und einer Schwangerschaft wird es noch schwieriger.
Die Gynäkologin, mit der ich für mein Buch “Laktosefrei essen in der Schwangerschaft” gesprochen habe, sagte, dass sie echt erstaunt sei, wie viele Schwangere mit LI ihr zunächst nichts von der Laktose-Intoleranz bei den Schwangerschaftsuntersuchungen erzählten und dass sie deshalb vermindert Kalzium-reiche Produkte zu sich nähmen.
Viele Frauen bedächten das nicht, da in ihren Schwangerschaftsratgebern stehe, dass der Kalziumbedarf in der Schwangerschaft nicht erhöht sei, erst in der Stillzeit. Dass er aber grundsätzlich sehr, sehr hoch ist und kaum von den täglich gegessenen Nahrungsmitteln gedeckt wird (selbst bei Schwangeren ohne Laktoseintoleranz), das stehe da meist leider nicht.
Auch die Schwangeren-Vitamine, die wir in der Praxis zusammen angeschaut haben, enthielten alle gar kein oder viel zu wenig Kalzium für den Tagesbedarf (meist um die 120 mg)! Das ist ganz vielen Frauen nicht bewusst – mir war es auch nicht klar, bis ich das Kleingedruckte auf der Packung gelesen habe.

Nina schwanger 2011

Schwanger mit Sohn Nr. 2 (daneben: Sohn Nr. 1 der mit der Wehen-App auf dem Handy spielt, weil die so lustige Farbkombis machte %-)

Jieper auf Milchprodukte?

Spätestens in der zweiten Schwangerschaftshälfte kommt es bei vielen Frauen verstärkt zu einem starken Heißhunger auf Milchprodukte. Das ist in den meisten Fällen ein deutliches Signal, dass der Kalziumbedarf nicht gedeckt wird durch eure Ernährung. Denn der Jieper kommt nicht von ungefähr: Euer Körper braucht täglich eine sehr große Menge an Kalzium, um das Baby und euch adäquat zu versorgen. Laut Hebamme bekommt das Baby im Zweifelsfall genug, auch wenn ihr zu wenig Kalzium zuführt. Aber das geht dann auf Kosten eurer Gesundheit. Ihr kennt ja sicher den Spruch, den man früher gesagt hat: “Jedes Kind kostet einen Zopf und einen Zahn.” Das muss heute nicht mehr so sein – aber viele Frauen denken einfach nicht daran, bzw. glauben, dass ein Joghurt und ein Becher Sojamilch pro Tag oder ihr Schwangerschaftsvitamin schon genug Kalzium mitbringen. Das ist aber nicht so.

Was tun in der Schwangerschaft mit LI?

Besprecht die LI auf jeden Fall mit eurer Hebamme und Gynäkologin, gleich zu Beginn der Schwangerschaft! Und lasst euch beraten, ob und wie viel ihr in der Schwangerschaft und Stillzeit an Kalzium substituieren solltet.
Bei LI kann z.B. mit Kalzium angereichertes Mineralwasser helfen, die Kalzium-Einnahme zu erhöhen. Ebenso kalziumreiches Gemüse und Obst. Oder eben Kalzium-Magnesium-Pellets (zur Direkteinnahme), Kalzium-Sprudeltabletten, etc. Da gibt es ganz viele Präparate, auch solche, die gleich mit Magnesium und Vitamin D3 angereichert sind. Alles zusammen sollte natürlich die gewünschten Mengen an Vitaminen/Mineralien nicht übersteigen.

Auch in der Stillzeit ist Kalzium relevant

Ich hatte in der Stillzeit andauernd die Kalziumeinnahme vergessen, vermutlich aus Schlafmangel ;- ). Und saß, wegen etwas anderem, beim Hautarzt, den ich dann auch wegen meines Haarausfalls gefragt habe. Ich hatte da schon monatelang gestillt — die erste “Mauser” nach der Geburt, wo man all die Haare verliert, die während der Schwangerschaft nicht ausgefallen sind, hätte also längst vorbei sein sollen. Bei jedem Haarewaschen hatte ich eine ganze Hand voll Haare in der Hand … Das machte mir so langsam echt Sorgen, auch wenn man es bei meiner dicken Mähne noch nicht richtig bemerkte.
Der Hautarzt fragte mich, ob ich stille. Wie viel Kalzium ich zu mir nähme. Und zog mir dann die Ohren lang, da man (laut ihm) als Nicht-Stillende erwachsene Frau mindestens 1200 mg am Tag zu sich nehmen solle, zusätzlich zur normalen Nahrung. “Und beim Stillen reicht das bei weitem nicht aus!”
Ich habe von da an zusätzlich zur Nahrung (Sojajoghurt, mit Calcium-angereicherte Soja- oder Kokosmilch) 1200 mg eingenommen. Und der Haarausfall hörte schon nach kurzer Zeit komplett auf.
Ob das die Kalzium-Menge ist, die auch für euch die richtige ist, müsst ihr in Schwangerschaft und Stillzeit mit eurer Hebamme oder Gynäkologin besprechen. Wichtig für eure Gesundheit, eure Schwangerschaft und euer Baby ist das Kalzium auf jeden Fall, ob nun als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen oder aus Nahrungsmitteln/Mineralwasser.

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Probleme mit Laktose in der Schwangerschaft

Wer Laktose-Intoleranz hat und schwanger wird, steht vor einer Flut von Schwangeren-Ernährungsvorgaben und Rezepten, die alle Unmengen an Milchprodukten enthalten, da Kalzium ja so gesund und wichtig in der Schwangerschaft ist.

Ist es auch! Aber es ist auf Dauer ermüdend, jedes Rezept umzubasteln, damit es auch für werdende Mamas mit Laktoseintoleranz verträglich ist.

Laktosereduzierte Produkte machen jetzt bei vielen Beschwerden

Denn wer auch kleine Restmengen Laktose nicht verträgt, muss grundsätzlich jedes Rezept mit pflanzlichem Milchersatz umbasteln (also mit Soja, Mandel oder Kokosmilch/-crème kochen/backen).
Wer Restlaktose in den sogenannten “laktosefreien” Produkten gut verträgt, konnte bisher einfach ersetzen: “echtes” Milchprodukt raus, laktosefreies Milchprodukt rein. Zur Überraschung vieler Frauen funktioniert das in der Schwangerschaft aber (meist) nicht mehr.
Vielen Frauen, die vor der Schwangerschaft locker Restmengen an Laktose (in “laktosefreien” Produkten) vertragen haben, bereitet genau diese Restlaktose jetzt Beschwerden.
Eine Gynäkologin, die ich für mein Buch “Laktosefrei essen in der Schwangerschaft” befragt habe, sagte mir, dass das am Gelbkörperhormon liege, das unter anderem bewirkt, dass der Darm träger und die Nahrung damit langsamer durch den Darm bewegt würde – um besser ausgewertet zu werden. Was ein Plus für alle Nährstoffe bedeutet, bringt gleichzeitig mehr Beschwerden mit Laktose mit sich. Außerdem fallen auch leichte Beschwerden, die man im nicht-schwangeren Zustand vielleicht ignoriert hat, jetzt mehr ins Gewicht, da viele Schwangere sowieso schon mit Völlegefühl, Blähungen und Verstopfungen zu kämpfen haben.
Wer also vor der Schwangerschaft alle Milchprodukte in Rezepten durch “laktosefreie” Produkte austauschen konnte, muss jetzt vermutlich pflanzliche Milch-Alternativen ausprobieren (Soja, Mandel, Kokos).

Foto Neugeborenes

„Produkt“ meiner laktosefreien Schwangerschaft, frisch geschlüpft ein paar Tage zuvor

Aber ich muss doch Restlaktose vertragen …

Es geistern Zahlen durch die Welt, bestimmte Grenzwerte, wie viel Laktose/Restlaktose angeblich jemand mit LI verträgt.

Aber das ist ganz individuell! Wie viel ihr vertragt und wie viel ihr in einer veränderten Lebenssituation (wie einer Schwangerschaft) noch vertragt, kann man nur durch eigenes Probieren herausfinden.
Ganz wichtig: Das Kalzium nicht vergessen! Besonders werdende Mamas mit LI müssen daran denken. (Ende der Woche mehr zu LI-Schwangerschaft und Kalzium von mir.)
Dass der Verzicht auf Laktose auch handfeste Vorteile mit sich bringt, auch in der Schwangerschaft, schildere ich im Blogpost morgen.

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Laktose-Allergie? Das gibt es nicht!

Immer wieder stolpere ich in Foren, auf Frage-Antwort-Portalen und sogar auf Nachrichten-Seiten auf den Begriff “Lactose-Allergie”. Es ist verständlich, dass gerade für Menschen, die sich nie mit Allergien und/oder Unverträglichkeiten auseinander setzen mussten, der Unterschied nicht klar ist oder auch unwichtig erscheint. Doch ist die richtige Zuordnung und Unterscheidung zwischen Laktose-Unverträglichkeit und Milcheiweiß-Allergie sehr wichtig, da auf beide im Ernstfall unterschiedlich reagiert werden muss.

Was ist also der Unterschied zwischen einer Lactose-Intoleranz und einer Milcheiweiß-Allergie?

Die Reaktion

Bei der Laktose-Intoleranz fehlt dem Betroffenen das Enzym Lactase, um den Milchzucker verdauen zu können. Laktose ist ein Zweifachzucker, der mithilfe der Laktase in Glukose (Traubenzucker) und Galaktose (Schleimzucker) aufgespalten wird. Ohne diese Aufspaltung sind die Moleküle zu groß, um die Dünndarmschleimhaut zu passieren, und so gelangt die unverdaute Laktose in den Dickdarm. Dort wird sie von Bakterien zersetzt, die dabei Säuren und Gase produzieren. Diese resultieren dann in unangenehmen Blähungen, Durchfall, Erbrechen usw. die manchmal erst nach Stunden auftreten. Die Laktose-Unverträglichkeit ist recht häufig, aktuelle Schätzungen gehen von 10-15 % der Bevölkerung in Deutschland aus, global gesehen vertragen lediglich 25% (Quelle: Wikipedia) der Menschen überhaupt Milchzucker.

Bei einer Milcheiweiß-Allergie reagiert das Immunsystem aktiv auf ein Allergen, in diesem Fall eben das Milcheiweiß, meistens ist es nur das Eiweiß der Kuhmilch, da es chemisch gesehen langkettiger ist. Nimmt ein Mensch mit einer Allergie das Allergen zu sich, werden sofort Antikörper ausgeschüttet. Dabei kann die Reaktion innerhalb von wenigen Minuten auftreten und unter Umständen sogar tödlich sein, wenn es nämlich zum allergischen Schock kommt und keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Die (Kuh-)Milcheiweiß-Allergie ist mit 1 % bei Erwachsenen relativ selten, während bei Kindern unter 2 Jahren 1,6 % bis 2,8 % betroffen sein können, sich hier die Allergie aber in den ersten 6 Lebensjahren häufig wieder auswächst. (Quelle: Wikipedia)

Die Diagnose

Bei einem ersten Verdacht kann man selber für einige Tage komplett auf Milchprodukte und Laktose-haltige Produkte verzichten. Aber Achtung: Laktose und Milcheiweiß versteckt sich in sehr vielen Produkten, wo man sie nicht unbedingt erwartet, z.B. ist Laktose häufig Trägerstoff in Tabletten. Stellt man nach einigen Tagen eine Besserung fest, muss nun ein Arzt entscheiden, wie weiter vorgegangen werden soll. Dafür ist es am Besten, dem Arzt die Beschwerden, die bei Milchkonsum auftreten, genau zu schildern, damit er entscheiden kann, ob es beim Gastroenterologen (bei Verdacht auf eine Laktose-Intoleranz) oder beim Allergologen weitergeht.

Die Laktose-Intoleranz wird in den häufigsten Fällen über den H2-Atemtest festgestellt. Hierbei wird auf nüchternen Magen in Wasser aufgelöster Milchzucker eingenommen und jede 20-30 Minuten der Atem ähnlich wie beim Alkoholtest untersucht. Kann die Laktose nicht verdauert werden, entsteht Wasserstoff im Darm, der zum Mund hin aufsteigt und über diese Untersuchung festgestellt werden kann. Beim Blutzucker-Test wird die Aktivität der Laktase über den Glukosegehalt im Blut gemessen. Auch hier nimmt man auf nüchternen Magen Laktose zu sich, vor, während und nach der Einnahme wird Blut entnommen und der Blutzuckergehalt gemessen. Ist dieser nicht erhöht, wird die Laktose nicht aufgespaltet und der Verdacht einer Laktoseintoleranz liegt vor. Bei Diabetes können sich allerdings die Werte verfälschen.

Bei einem Versacht auf eine Milcheiweiß-Allergie kann ebenfalls ein Bluttest und RAST-Test (Radio-Allergo-Sorbent-Test) gemacht werden – bei beiden muss zum Glück nur einmal Blut abgegeben werden und dieses Tests können auch bei Säuglingen durchgeführt werden! Bei diesen Tests wird beobachtet, wie das Blut auf bestimmte Allergene reagiert, allerdings sollte man dabei beachten, dass die so festgestellte Allergie nicht unbedingt der Auslöser der aktuellen Allergie sein muss und andererseits ein als nicht Allergie-auslösender erkannter Stoff doch plötzlich Allergien auslösen kann. Die sicherste Methode ist deshalb, über das Weglassen und schrittweise wieder Einführen von möglichen Allergenen den Täter zu überführen. Lasst Euch von einem Allergologen beraten!

Die Ernährungsumstellung

Bei der Laktose-Intoleranz sollte Laktose so weit wie möglich vermieden werden. Allerdings wird häufig noch ein Rest Laktose vertragen, so dass jeder einzelne austesten muss, ob die Butter auf dem Brot noch funktioniert oder eventuell der Mozarella auf der Pizza. Es gibt laktosereduzierte bzw. laktosefreie Lebensmittel auf Milch-Basis, bei denen das Enzym Laktase beigefügt wurde, um die Laktose aufzuspalten. Daneben gibt es natürlich noch die komplett milchfreien, pflanzlichen Produkte aus Soja-, Reis-, Hafermilch usw.

Die Milch-Allergie ist etwas schwieriger in der Handhabung. Kuhmilch muss absolut vermieden werden, auch die laktosereduzierten Produkte. Anders als bei der Laktose-Intoleranz sind Ziegen- und Schafsmilchprodukte jedoch nicht per se verboten, sondern jeder Allergiker muss selber testen, ob er diese Milchsorten verträgt: beide Milchsorten enthalten fast genauso viel Laktose wie Kuhmilch, allerdings sind die Milcheiweiß-Ketten anders beschaffen. Mehr zur Milch-Allergie findet Ihr hier: http://www.alles-zur-allergologie.de/Allergologie/Artikel/4053/Allergen,Allergie/Milch/

Alles in allem macht beides – die Laktose-Intoleranz wie die Milcheiweißallergie – keinen Spaß. Wichtig ist, dass wir als Betroffene lernen, vernünftig damit zu leben und uns nicht das Leben vermiesen lassen. Und zum Glück gibt es ja immer mehr Alternativen für uns!


Schafsmilch enthält nicht weniger Laktose!!!

Immer wieder liest und hört man es, sei es in der Presse oder in den Geschäften: Schafsmilch sei ja sooo sehr zu empfehlen bei Laktose-Intoleranz. Die aktuellste Meldung zu diesem Thema habe ich bei neo 1, einem Radio-Sender gefunden:

Schafmilch und Produkte daraus werden immer beliebter. Und dies vor allem bei Menschen, die unter Laktose-Intoleranz leiden.
(Meldung vom 30.4.2010)

Noch bedenklicher ist, dass auf der Webseite der Emscha GmbH die gleiche Angabe zu finden ist!
http://www.emscha.ch/schafmilch.html

Diese Meldungen sind nicht nur falsch, sondern auch gefährlich! Denn Schafsmilch hat fast genauso viel Anteil an Milchzucker mit 4,2 % – 5 % wie Kuhmilch mit 4,8 %. (Siehe Internetangebot des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz und Verbraucherschutz.)

Einzig bei einer Milcheiweiß-Allergie wird Schafsmilch besser vertragen!

Nachtrag:
Ich habe gerade auf der Webseite der Schafsmilch-Hersteller eine PDF-Datei gefunden (kann nur leider keinen direkten Link setzen, da die Webseite den rechten Mausklick unterbindet), in der folgendes steht:

Zitat:
Häufig liegt der Ursprung einer Laktoseintoleranz nicht bei der Laktose selber, sondern wird durch ein Eiweiss ausgelöst: Dieses Eiweiss verhindert, dass im Dünndarm ein Enzym zur Spaltung der Laktose ausgeschieden wird. Ohne dieses Enzym kann die Laktose nicht gespalten, also nicht verdaut werden – Laktoseintoleranz. Die laktosefreie Milch, welche im Handel erhältlich ist, ist nicht etwa laktosefrei, sondern vielmehr mit dem Enzym angereichert, welches für die Spaltung zuständig ist.
Nun ist es so, dass Schafmilch lediglich neun verschiedene Eiweisse besitzt, während Kuhmilch deren 54 hat. Das Risiko auf ein Eiweiss in der Schafmilch allergisch zu sein, ist also sehr klein. Und das Risiko auf Schafmilch allergisch zu reagieren ist noch kleiner.

Auch hier wird wieder die Laktose-Intoleranz mit einer Allergie verwechselt!

  • Denn das fehlende Enzym wird nicht durch Anzahl der Eiweiße in der jeweiligen Milch beeinflußt – anders als bei einer Allergie.
  • Natürlich ist die „laktosefreie“ Milch im Handel nicht komplett laktosefrei, aber durch das Enzym wird die Laktose ja bereits weitestgehend aufgespalten, bevor sie in den Körper gelangt. Deshalb wird diese Milch bei Laktose-Intoleranz vertragen, nicht aber bei einer Milcheiweiß-Allergie.
  • Und was ist mit der primären, also angeborenen Laktoseintoleranz, bei der das notwendige Enzym ja von Geburt an fehlt? Da hilft eine Milch mit weniger Eiweißen auch nicht!

Ich höre jetzt lieber auf, mich weiter mit diesem Anbieter zu beschäftigen, denn wer weiß, was ich da noch für einen Unfug finde. Au weia!


Falschmeldung: Bei Laktose-Intoleranz zu Ziegenmilch greifen

Auf einigen österreichischen Webseiten steht, dass man bei einer Laktose-Intoleranz „auf Produkte aus Ziegen- oder Schafsmilch zurückgreifen [kann]. Solche Lebensmittel enthalten weniger Laktose als Kuhmilchprodukte.
Achtung: das stimmt nicht!!! Natürlich gibt es z.B. leckeren Ziegenmilch-Käse bei Aldi mit wenig Laktose, aber grundsätzlich enthält sowohl Ziegen- als auch Schafsmilch fast genauso viel Laktose wie Kuhmilch. Lediglich bei einer Kuhmilch-Allergie kann man auf die anderen Milcharten umsteigen.
Hier findet Ihr eine Liste mit dem Laktosegehalt der verschiedenen Milcharten (die ersten 3 Zeilen).