Allgemein einfach laktosefrei leben

Heilung von Laktose-Intoleranz? Nicht wirklich…

Ötzi war auch schon laktose-intolerant!
Ötzi war auch schon laktose-intolerant!

Über meine Facebookseite bekam ich gestern diese Nachricht: „Hi ich kann Menschen mit dem gleichem Schicksal helfen ich war 1 Jahr lang an der laktose Krankheit erkrankt bin seid 3 Wochen wieder gesund und kann alles wieder vorher essen das ist kein Fake wirklich hab es durch ein Naturmedizin und einem plan Geschaft mir geht’s wieder gut kein Durchfall mehr kein Bauch schmerzen mehr keine Blähungen mehr alles weg ..
Einen ähnlichen Eintrag habe ich noch in einer Facebook-Gruppe gesehen, wahrscheinlich geistert der Herr auch durch andere Foren: „Leute ich hab ein Mittel und ein Plan wie man diese Krankheit besiegen kann ich bin bis vor einem Jahr kerngesund gewesen bis ich auch diese laktose Krankheit bekommen in meiner Umgebung haben es auch viele mittlerweile bekommen und ich glaube hier steckt was anderes hinter ich glaube es wird zu einer neuen volkskrankheit gemscht !!!!!damit die großen Firmen daran verdienen die Produkte sind auch deutlich teuerer das sagt schon viel diese Krankheit gab vor 15 Jahren fast gar nicht und diese sinnlose lacto stop bringen nix hab alles versucht bis ich eine Natur Medizin per Zufall gefunden hab es hilft ohne scheiß jetzt das ist kein Fake mit einem Plan dazu also ich benutze dieses Mittel seid 3 Wochen und ich bin glaube ich befreit davon hab kein Durchfall mehr keine Blähungen mehr und ich kann wieder alles essen gestern noch eine Pizza rein gehauen ohne Beschwerden und das geht bei mir schon seid 1 Woche so!!
NENNEN SIE DANN DIESES WUNDERMITTEL!!!!))))

Viele haben schon mit einem virtuellen Vogelzeigen geantwortet, ich möchte das jetzt aber mal differenzierter betrachten.

Ist also eine Heilung von Laktose-Intoleranz möglich?

Dazu muss man erstmal schauen, wie eine Laktose-Intoleranz entstehen kann. Zunächst gibt es den angeborenen Laktase-Mangel. Bei dieser sehr seltenen Form, die durch einen Gen-Defekt verursacht wird, kann bereits das neugeborene Baby selbst die Muttermilch kaum oder nicht richtig verdauen. Einige Tage nach der Geburt treten starke Durchfälle beim Baby auf, und es muss mit spezieller Nahrung gefüttert werden.
Dann gibt es die primäre Form. Die Fähigkeit, Milchzucker zu verdauen, ist eine recht späte Genmutation bei uns Menschen, die erst vor ca. 6.000 bis 8.000 Jahren auftritt. Ötzi war zum Beispiel laktose-intolerant – soviel zum Thema, dass laut der Aussage des jungen Herren die „Krankheit“ erst seit 15 Jahren besteht! Die meisten Menschen auf der Erde verlieren nach dem Kleinkindalter die Fähigkeit, Laktose zu verdauen. Lediglich in Gegenden, wo es von Vorteil war, auch weiterhin Milch und Lebensmittel, die aus Milch hergestellt wurden, zu verzehren, hat sich die Gen-Mutation durchgesetzt – dies trifft auf uns hier in Europa zu, aber auch zum Beispiel auf Tibet (wer schon mal tibetischen Buttertee getrunken hat, weiß, was ich meine). Die, die bis ins hohe Erwachsenenalter ohne Probleme Milch trinken können, sind also Mutanten! 😉 Aber selbst diese Menschen verlieren im hohen Alter häufig die Fähigkeit, Milch zu verdauen. In diesem Fall – und von dieser Art sind wahrscheinlich die meisten von uns betroffen – gibt es keine Heilung!
Die sekundäre Form ist eine Begleiterscheinung zu anderen Erkrankungen, z.B. nach Operationen oder bei Darmentzündungen. Wenn man diese Grundprobleme behandelt, kann die Laktose-Intoleranz wieder verschwinden. Hierbei liegt aber die Betonung auf „kann“, denn eine Garantie gibt es auch dabei nicht.
Ich gehe davon aus, dass dem jungen Mann, der diese Posts geschrieben hat, letzteres passiert ist. Mit natürlichen Mitteln hat er eine Darmentzündung behandelt und dadurch verschwand wahrscheinlich die damit einhergehende Laktose-Intoleranz. Das freut mich für ihn, aber alles andere ist leider „Dummfug“, wie mein Sohn es nennt.

4 Comments

  1. Nabend!
    Ja diese Nachricht kam heute in unserer Gruppe an. Auch ich habe den virtuellen Vogel gezeigt. Auch wenn meine Intolleranz nach einer Gallen Op kam,ist sie wohl eher nicht heilbar.
    Solche Menschen wolle uns doch nur für doof erklären und Geld kassieren.
    Ich mag daher deinen Eintrag mit einem dicken JA unterschreiben!
    Xoxo Nessi

  2. Hallo!:)
    Ich habe gestern erfahren, dass ich Laktose-Intoleranz habe. Ich bin erstmal total traurig gewesen, aber nachdem ich mich im Internet auf verschiedensten Seiten informiert habe, geht es mir schon besser. Deine Seite hat mir schon sehr viel geholfen, z.B. bin ich vor Freude bald in die Luft gesprungen, als ich erfahren habe, dass ich noch Schokolade essen kann!:D
    Allerdings habe ich eine Frage, die sich für mich noch nicht ganz geklärt hat: Warum soll/kann man nicht Lakto Stop vor den Mahlzeiten nehmen? Mein Arzt meinte, man solle das nur in Ausnahmefälle nehmen… Ich weiß das passte jetzt nicht zum Thema, aber trotzdem schon mal
    Danke für deine Antwort und Liebe Grüße!:)

  3. Hallo Julia. Ich verfolge deine Berichte seit den Anfängen, weil bei mir eine L-Intoleranz festgestellt wurde.Mir ging es in der Zeit sehr sehr schlecht. Im Anfang gab es auch nicht so viele Laktosefreie Produkt wie jetzt. Seit etwa 8 Monaten bekomme ich von meinem Fr-Arzt Hormone, bin fast 60 Jahre. Im März habe ich nochmals einen Intoleranztest machen lassen. Diagnose: Alles in Ordnung, keine Intoleranz mehr. Habe mit meinem Gastroendrolage darüber geredet warum alles weg ist und er sagte mir das durch die Hormone sowas sein kann. Siehe Schwangerschaft. Ich esse heute alles und habe keine Probleme mehr. Dieses zur Information.

    1. Hallo Inge,
      das ist doch super, ich freue mich für Dich! Ja, es gibt manchmal merkwürdige Dinge, besonders in Zusammenhang mit Hormonen. Ich konnte in der Schwangerschaft ja gar keine Milch zu mir nehmen, zum Glück hat sich das wieder stabilisiert, so dass ich jetzt wieder so laktoseintolerant bin wie vorher.
      Genieß Dein laktosehaltiges Leben!
      Viele Grüße,
      Julia

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