Laktosefrei essen in der Schwangerschaft
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Probleme mit Laktose in der Schwangerschaft

Wer Laktose-Intoleranz hat und schwanger wird, steht vor einer Flut von Schwangeren-Ernährungsvorgaben und Rezepten, die alle Unmengen an Milchprodukten enthalten, da Kalzium ja so gesund und wichtig in der Schwangerschaft ist.

Ist es auch! Aber es ist auf Dauer ermüdend, jedes Rezept umzubasteln, damit es auch für werdende Mamas mit Laktoseintoleranz verträglich ist.

Laktosereduzierte Produkte machen jetzt bei vielen Beschwerden

Denn wer auch kleine Restmengen Laktose nicht verträgt, muss grundsätzlich jedes Rezept mit pflanzlichem Milchersatz umbasteln (also mit Soja, Mandel oder Kokosmilch/-crème kochen/backen).
Wer Restlaktose in den sogenannten “laktosefreien” Produkten gut verträgt, konnte bisher einfach ersetzen: “echtes” Milchprodukt raus, laktosefreies Milchprodukt rein. Zur Überraschung vieler Frauen funktioniert das in der Schwangerschaft aber (meist) nicht mehr.
Vielen Frauen, die vor der Schwangerschaft locker Restmengen an Laktose (in “laktosefreien” Produkten) vertragen haben, bereitet genau diese Restlaktose jetzt Beschwerden.
Eine Gynäkologin, die ich für mein Buch “Laktosefrei essen in der Schwangerschaft” befragt habe, sagte mir, dass das am Gelbkörperhormon liege, das unter anderem bewirkt, dass der Darm träger und die Nahrung damit langsamer durch den Darm bewegt würde – um besser ausgewertet zu werden. Was ein Plus für alle Nährstoffe bedeutet, bringt gleichzeitig mehr Beschwerden mit Laktose mit sich. Außerdem fallen auch leichte Beschwerden, die man im nicht-schwangeren Zustand vielleicht ignoriert hat, jetzt mehr ins Gewicht, da viele Schwangere sowieso schon mit Völlegefühl, Blähungen und Verstopfungen zu kämpfen haben.
Wer also vor der Schwangerschaft alle Milchprodukte in Rezepten durch “laktosefreie” Produkte austauschen konnte, muss jetzt vermutlich pflanzliche Milch-Alternativen ausprobieren (Soja, Mandel, Kokos).

Foto Neugeborenes
„Produkt“ meiner laktosefreien Schwangerschaft, frisch geschlüpft ein paar Tage zuvor

Aber ich muss doch Restlaktose vertragen …

Es geistern Zahlen durch die Welt, bestimmte Grenzwerte, wie viel Laktose/Restlaktose angeblich jemand mit LI verträgt.

Aber das ist ganz individuell! Wie viel ihr vertragt und wie viel ihr in einer veränderten Lebenssituation (wie einer Schwangerschaft) noch vertragt, kann man nur durch eigenes Probieren herausfinden.
Ganz wichtig: Das Kalzium nicht vergessen! Besonders werdende Mamas mit LI müssen daran denken. (Ende der Woche mehr zu LI-Schwangerschaft und Kalzium von mir.)
Dass der Verzicht auf Laktose auch handfeste Vorteile mit sich bringt, auch in der Schwangerschaft, schildere ich im Blogpost morgen.

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Keine Sorge übrigens: Es sind nicht nur Low Carb- und Paleo-Rezepte enthalten, sondern auch High Carb-Favoriten wie Gratins und Cremè Brulée oder Meersalz-Karamellbonbons ;- )

4 Comments

  1. Hallo,
    bei mir war es ganz anders. Vor der ersten Schwangerschaft habe ich auch keine Restlaktose vertragen. Als ich dann schwanger geworden bin, konnte ich von heute auf morgen ganz normal essen. Ich habe alles vertragen, weder Blähungen, noch Schmerzen, noch Durchfall. Das war während der ganzen Schwangerschaft und Stillzeit so und hat sich hingezogen bis mein Großer 18 Monate war, dann war alles wieder wie vor der Schwangerschaft.
    Die zweite Schwangerschaft war genau wie die erste. Allerdings hab ich länger gestillt, fast 11 Monate und die ersten Anzeigen waren da als der kleine 2 3/4 wurde. Dann wurden die Beschwerden wieder mehr, Der kleine ist jetzt 3 1/2, es gibt Tage, dann esse ich normal mit und es passiert nichts ( wenn ich mal meine Tabletten vergessen hab auf einer Feier) und es gibt Tage, da vertrage ich noch nicht mal Laktosefreie Produkte.
    Es konnte mir bis jetzt auch keiner sagen, warum das grade so war bei mir.

    Lg Vanessa

  2. Hallo Vanessa,
    klasse das von Dir zu hören! Ich hatte nämlich bei den Recherchen für mein Buch schon von einer Frau gehört, die entgegen aller Theorien mehr Laktose in der Schwangerschaft vertragen hat als vorher. Hatte das auch bei der Gynäkologin angesprochen, mit der ich für mein Buch gesprochen habe, und die konnte das gar nicht glauben, weil medizinisch alles eher dagegen spricht. Daher habe ich es als Ausnahme im Buch erwähnt.
    Ich finde das einen interessanten Ansatz, den man echt mal erforschen sollte, weil: Woran liegt das? Schüttet Dein Körper nur in der Schwangerschaft und Stillzeit mehr Laktase-Enzym aus, damit Du Dich breiter ernähren kannst bzw. Dir (aus Steinzeit-Sicht) mehr Nahrungsgrundlage zur Verfügung steht? Das wäre doch echt beeindruckend.

    Dass Du mal normal essen kannst, mal ganz wenig verträgst, kann wirklich zum einen von der Tagesform abhängig sein (z. B. der Tagesform Deiner Verdauung 🙂 und auf jeden Fall davon, wie viel von Deinem Laktase-Depot Du in den Tagen vorher schon aufgebraucht hast. So hat das zumindest ein Arzt meinem Mann erklärt. Also wenn er jeden Tag etwas mit Restlaktose äße und dann „normal“, habe er keinen Laktase-Puffer und kriege Beschwerden. Habe er die ganze Zeit laktosefrei gelebt und äße dann einmal als Ausnahme normal, stecke er das halbwegs gut weg. In der Theorie des Arztes zumindest. Aber da treffen ja immens viele Faktoren auf einander, so gibt es ja auch Leute, die mit einem Probiotikum der Laktase-Kampagne ihre Verträglichkeit total steigern konnten.

  3. Bei mir war das Gegenteil. Laktose Intolerance ist bei mir ganz schlimm und als ich Schwanger geworden bin, habe ich nie Probleme mit Laktose Intolerance gehabt. Ich habe manchmal Milch Produkte gegessen und vergessen mein LI tabletten zu nehmen und mir ist nichts passiert, kein bauchschmerzen, kein blähungen…utw. Alles war ganz Normal als ob ich nie LI hatte. Leider ist es alles wieder züruck zum Intolerance nach dem Entbindung aber war schöne 9 Monate 😉

  4. Hallo Engi,

    das ist ja echt spannend, was Du schreibst — dass Du genau für die Dauer der Schwangerschaft Laktose essen konntest! Es ist sicherlich gut für das werdende Baby, da es das Kalzium gut gebrauchen kann — wenn man LI hat, sollte man ja ansonsten Kalzium ergänzen.

    Warum erforscht das nicht mal jemand, wieso manche Frauen mit LI in der Schwangerschaft plötzlich Laktose vertragen — wer weiß, was für spannende Erkenntnisse man daraus gewinnen könnte.

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