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Laktosefreie Steinzeit-Plätzchen

In den letzten Tagen habe ich wieder viel in meinen Büchern über Paleo-Ernährung/Low Carb gelesen und bereut, dass ich in den letzten Monaten allmählich doch immer mal wieder auf “high carb” gerutscht bin — Pfannkuchen hier, Süßigkeiten da, unterwegs ein süßes Brötchen, …

Paleo-Plätzchen?

Der hehre Vorsatz, jetzt aber wieder strikt nach Low-Carb zu leben — traf dann auf einen Tag, den Eltern ziemlich fürchten: Die Nacht ständig unterbrochen von Kindergeschrei, ein fast ausgestandener Infekt, der aber hartnäckig ist. Morgens zum Frühstück ist noch alles Paletti, aber dann trifft unausgeschlafenes Kind auf unausgeschlafene Mutter … Dauer-Quengeln und -Weinen von 9 Uhr an. Zum Nickerchen hinlegen? “Rabäääh.”
Um 11 Uhr war ich dann weichgekocht. Irgendwie das Kind beschäftigen, wo es sich nicht verletzen oder vor Müdigkeit umfallen kann, am besten noch kombiniert mit etwas Essbarem, damit es im Anschluss vielleicht doch endlich ein Nickerchen macht …
Also: Brötchen oder Plätzchen backen. Mit der Küchenmaschine, wo müde Kinder selbst die Zutaten reinwerfen dürfen, was für die Zeit der “Action” die Müdigkeit vergessen lässt. Funktioniert übrigens bei 6-jährigen genauso wie bei knapp anderthalbjährigen ;- ) – natürlich immer unter Aufsicht.
Ich legte Plätzchenrezepte bereit. Aber dachte mit Grausen an die Zutaten: Margarine en masse, Zuckerberge. So gar nicht Low Carb. Dann fiel mir als Kompromiss das “Süße Ausnahmen”-Kapitel des schönen Paleo-Kinderkochbuchs “Eat like a Dinosaur” ein. Heute haben wir ausprobiert: die “Jederzeit-Kekse”/“Anytime Cookies”.

 

Kein Mehl, nur 3 EL Fett (na ja: plus die Unmengen Fett aus Mandelmus, aber immer noch wenige als in herrkömmlichen Plätzchenrezepten), Zucker nur aus 1 Banane und 1 Apfel. Also glutenfrei, laktosefrei. Und eigentlich sojafrei, wenn man es nach Buch zubereitet.
Da ich nur tiefgefrorene Banane (für Smoothies) im Haus hatte, habe ich die Banane (nach dem Antauen in der Mikrowelle) mit dem Apfel und einem Sojajoghurt püriert. Im Rezept ist kein Soja vorgesehen – ich vermute, bei einer frischen Banane ist der auch gar nicht nötig.

(Der Smoothie-Tipp: Reife Bananen in der Mitte durchbrechen und einfrieren. Ergibt zusammen mit Früchten einen ganz cremigen Smoothie, wie Eis. :- )

Das Ergebnis ist richtig lecker geworden.
Mit Henry musste ich schon während der Teigzubereitung ringen; er hat ständig genascht, weil er so auf den Teig abgefahren ist. Da keine rohen Eier enthalten sind, war es ja wurrscht: ob er’s nun roh oder gebacken isst. ;- ).

Die Jederzeit-Paleo-Plätzchen (erstmal nur ein Handy-Foto)

Geschmack der Paleo-Plätzchen

Die Plätzchen schmecken nussig, mit einem ganz leichten Hauch von Banane. Ich bin kein Fan von Bananengeschmack – und finde sie trotzdem sehr lecker. Wer aber partout keine Banane mag, muss mit etwas ersetzen, das ebenfalls süßt und als Emulgator funkionieren kann, eventuell etwas Kokoscrème (ungesüßt). Am leckersten fanden wir sie gleich nach dem Backen. Im Rezept steht, dass man sie am besten im Kühlschrank (1 Woche) aufbewahrt. Wir hatten sie, aus Versehen, offen bei Zimmertemperatur stehen lassen, da waren sie dann am nächsten Tag trocken. Liegt evtl. auch am Kokosmehl – siehe unten „Zutaten“.

 

“Jederzeit-Plätzchen” aus dem “Eat like a Dinosaur”-Kochbuch

Zutaten für 24 Plätzchen

  • 1 Banane, geschält
  • 1 Apfel, geschält und entkernt, grob in Stücke geschnitten
  • 1/2 cup Mandelmus (am besten mit Stückchen, ohne geht aber auch gut. Ich habe die Variante mit Schale verwendet. 1/2 Cup waren ein gutes halbes Glas Mandelmus.)
  • 3 EL laktosefreie Butter oder Pflanzenmargarine (keine Halbfett-Margarine)
  • 1 EL Vanille-Extrakt oder ein paar Tropfen Vanille-Aroma
  • 1 1/4 cup gemahlene Mandeln
  • 1/4 cup Kokosmehl
  • 1 TL Back-Natron (grünes, unscheinbares Tütchen in der Backabteilung)
  • optional: 1/2 cup Lieblingszutaten. “Eat like a Dinosaur” schlägt vor: Blaubeeren, gehackte Nüsse, gehackte Datteln oder Rosinen

Zubereitung (abgewandelt vom Buch)

  1. Butter auf Zimmertemperatur bringen.
  2. Den Ofen auf 180°C (Umluft etwa 170° C) vorheizen.
  3. Banane und Apfel im Mixer pürieren. Klappt das nicht, weil nicht genug Flüssigkeit vorhanden ist, ein paar Löffel Mandelmilch oder 1 kleines Töpfchen laktosefreien Joghurt “ohne Geschmack” dazugeben.
  4. Das Mandelmus dazugeben, noch einmal durchmixen. Butter/Margarine und Vanille dazugeben, wieder kräftig durchmixen.
  5. Das Püree aus dem Mixer in eine Teigschüssel geben.
  6. In einer anderen Schüssel die gemahlenen Mandeln, das Kokosmehl und das Back-Natron vermischen.
  7. Portionsweise das gesamte Nuss-Mehl-Gemisch unter das Püree arbeiten – in der Küchenmaschine oder mit dem Handrührgerät.
  8. Eventuell etwas gemahlene Mandeln oder Kokosmehl ergänzen, bis der Teig eine Konsistenz hat, die man mit den Fingern formen kann.
  9. Mit einem Teelöffel Teig abstechen (gehäufter TL), zwischen den Händen zu Kugeln formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. (Im Originalrezept stand “Esslöffel”, aber verwendet man einen gehäuften EL Teig ergibt es weniger als 24 Plätzchen.)
  10. Mit einer Gabel ein Muster eindrücken (ein bisschen wie Shortbread sieht das aus), das macht aus den Kugeln auch dicke Fladen.
  11. 8 bis 12 Minuten auf mittlerer Schiene backen, bis die Plätzchen goldfarben sind.
  12. Etwas abkühlen lassen, damit sie fester werden, dann umgedreht auf einem Rost ganz auskühlen lassen.

Die “besonderen” Zutaten

Die Süße kommt aus dem Obst, das reicht völlig.
Im Vergleich zum Original habe ich das Salz weggelassen und mehr Zutaten im Mixer vermengt, da das einfacher ging, als mit Rührhaken.
Im Original wird “Almond flour” verwendet. Ich bin mir nach der Beschreibung nie ganz sicher, ob das nun gemahlene Mandeln sind oder noch etwas anderes. Damit die Konsistenz etwas griffiger und knuspriger wird, habe ich daher ein Drittel des “almond flour” mit Kokosmehl ersetzt. Ich werde auf jeden Fall auch ausprobieren, wie die Konsistenz der Plätzchen ist, wenn man 1,5 cups gemahlene Mandeln verwendet. Für Kokosmehl spricht, dass es Protein mitbringt. Aber nach dem Abkühlen macht es Gebackenes gern mal trocken/zäh, was ja nicht so lecker ist.

Das Rezept stammt aus diesem Buch:

 

Und wer noch mehr Low-Carb-Rezepte und Smoothie-Tricks kennenlernen möchte, kann das in meinem neuen Buch „Laktosefrei essen in der Schwangerschaft“ tun:

Laktosefrei essen in der Schwangerschaft

 

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