einfach laktosefrei leben Laktosefreies Backen

Schoko trifft Schoki (laktosefreier Kuchen)

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten (plus zwei Kühlzeiten)

… auch genannt „Double Chocolate Layer Cake“, Spitzname: Dunkle Versuchung.

Es gibt Kuchen, die können sich nicht entscheiden: Bin ich ein Kuchen? Bin ich ein Nachtisch? Tue ich so, als wäre ich ganz leicht und luftig – oder gebe ich zu, dass ich schon beim Ansehen gefühlte drei Millionen Kalorien habe?
Dieser Kuchen steht zu seiner absoluten Dekadenz. Ein knuspriger Schokoladenboden, zart bedeckt mit einer Schicht aus Schokolade, die erst knackt und dann weich auf der Zunge schmilzt. Garniert mit einem Hauch fruchtiger Orange, wenn Sie den Sonnenschein nach Hause holen wollen. Und das ganze völlig laktosefrei und im Handumdrehen gemacht.


Am besten gekühlt servieren und in schmale Stückchen schneiden. Denn dieser Kuchen macht Lust auf zwei Stück oder mehr – aber er ist määäächtig.

Die Zutatenmenge ist gedacht für eine Kuchenform mit 26 cm Durchmesser. Man kann auch mehrere Mini-Kuchen daraus backen.

Zutaten für den Teig:
200 g Mehl
100 g Zucker, 1 Prise Salz
80 g gemahlene Mandeln
½ Päckchen Vanillezucker
3 mäßig gehäufte EL echtes Kakaopulver
2 Eier (Größe M)
170 g ALSAN (etwas weich, nicht direkt aus dem Kühlschrank)
optional: 3 EL Orangen- oder Himbeermarmelade

Zutaten für die Füllung:
250 g Zartbitterschokolade ohne Laktose
150 g Soja Cuisine (Sojasahne oder MinusL-Sahne geht auch, aber die Oberfläche sieht mit Cuisine besser aus)
50 g ALSAN oder Margarine
50 ml frischer Espresso oder starker Kaffee (für Kinder durch Soja Cuisine oder Soja-Kakaotrunk ersetzen)

Besonderes Zubehör?
– eine Springform mit 26 cm Durchmesser oder mehrere kleine Formen
– Klarsichtfolie
– Tonkugeln oder Hülsenfrüchte zum Blindbacken

1. Der Teig

Der Teig muss gut 1 Stunde kühl gestellt werden, daher vorbereiten.
Mehl mit einer Prise Salz, Kakao, Zucker und Vanillezucker, Mandeln, Ei und ALSAN mit den Quirlen des Handrührgeräts gut vermischen. Mit den Händen schnell weiterkneten zu einem kompakten Teig. Zu einer Rolle formen und in Klarsichtfolie eingerollt im Kühlschrank gut 1 Stunde kühl stellen.
Statt ALSAN können Sie auch Pflanzenmargarine nehmen, aber Sie brauchen dann deutlich mehr Mehl, bis der Teig eine formbare Konsistenz kriegt. Und durch das viele Mehl geht etwas der Geschmack verloren. Kleiner Trick: Geben Sie, wenn der Teig zu klebrig-weich ist, erstmal mehr Kakaopulver und gemahlene Mandeln hinzu. Vielleicht genügt das schon? Das gibt sogar mehr Geschmack.

2.Die Form vorbereiten/Blind backen

Den Backofen auf 180° Grad bei Umluft (E-Herd: 200°C) vorheizen.
Eine Springform unten mit Backpapier auslegen.
Ich klemme einfach das Papier zwischen Boden und Wand ein, schließe die Form und schnibbele das, was übersteht, grob ab. An den Seiten schaut nach Backpapier heraus – hier kann man später gut anfassen.

Ja, die Optik ist bescheiden. Aber dieses Papier macht den Unterschied zwischen zerbrochenem Kuchen und einem problemlosen Transfer von der Form auf die Kuchenplatte.
Die Wände der Form mit Margarine oder Alsan dick einreiben.

Tipp: Ein Stück Margarine auf einen Fitzel Küchenpapier geben und damit die Wände abreiben.

Den Teig mit dem Nudelholz zwischen zwei Lagen Klarsichtfolie ausrollen. In der Mitte etwas flacher als fingerdick. Machen Sie ihn nicht zu dünn!
Die Teigplatte in die Form legen und andrücken. Der Rand wird noch krumm und schief aussehen (bei mir zumindest). Basteln Sie ihn einfach in Form. Handmade ist ja in …
Hier sieht man, wie er nach dem ersten Reinlegen aussieht: noch viel zu hoch.


Der Teig enthält kein Backpulver und die Schokodecke wird sehr niedrig, also brauchen Sie auch nur einen flachen Rand. Wenn Teigstückchen übrig sind: Einfach zusätzlich auf den Boden der Form drücken.
Mit der Gabel ein paar Mal alles einstechen.
Einen Kreis aus Backpapier ausschneiden und auf den Teig legen. Hülsenfrüchte, Backtonkugeln o.ä. auffüllen und 7 Minuten bei 200°/180° Umluft blind backen.


Ich verwende gerne Strandglas zum Blindbacken. Mein Mann murmelt jedes Mal: „Aber was, wenn eine Scherbe das Backpapier zersticht und in den Teig gerät?“
Ich kann es mir nicht vorstellen, da ich natürlich nur vom Meer wirklich stumpf gespülte „Scherben“ verwende und ja auch große Stücke. Das würde man sehen, wenn davon eine „in den Teig gerät“.
Aber trotzdem zur Vorsicht: Sie können alles mögliche, das ofenfest ist, zum Blindbacken nehmen. Passen Sie nur auf, dass es nicht mit dem Papier, der Hitze oder dem Kuchen reagiert oder eingebacken werden kann!

3.Backen und abkühlen lassen

Nach 7 Minuten den Kuchen aus dem Ofen holen.
Unsere Erfahrung mit Mini-Kuchen ist, dass sie genauso lange brauchen. Die Backzeit richtet sich nach der Dicke des Teigs, nicht nach der Größe des Kuchens.
Ist der Teig bei Ihnen besonders dick, dann geben Sie dem Kuchen ein paar Minuten mehr, damit er nicht noch innen klitschig ist.
Das Pergamentpapier an zwei Seiten anfassen und mit den Hülsenfrüchten/Tonkugeln ausheben.
Den Kuchen noch einmal in den Ofen schieben und die Oberfläche 3 bis 4 Minuten kross backen. (Nicht zu dunkel werden lassen, sonst wird der Kuchen später trocken!)
Den Kuchen zwei Minuten abkühlen lassen. Mit einer Gabel vorsichtig „Blasen“ einstechen, die sich eventuell gebildet haben. Alles ganz zärtlich flachklopfen und dann abkühlen lassen.

Wenn Sie es eilig haben, können Sie den Teig schon nach ca. 10 Minuten aus der Form holen.
Backprofis wissen, wie es geht: Rundherum mit einem Messer den Rand von der Form lösen. Ring öffnen und nach oben abheben. Eine Kuchenplatte direkt neben den Kuchen stellen. Das Backpapier an zwei Seiten anfassen und den Kuchen vorsichtig seitlich vom Boden der Form auf die Kuchenplatte ziehen. Ganz vorsichtig: Er ist noch warm und gibt nach! Beim komplett ausgekühlten Kuchen geht das viel leichter.

4. Die Kür: Marmelade auftragen.

Orangen- oder Himbeermarmelade passt super zu Zartbitterschokolade und gibt einen fruchtigen Beigeschmack. Allerdings stehen viele Schoko-Fans lieber auf Schoko pur. Probieren Sie’s aus.

Wie der Profi sagen würde: Aprikotieren Sie nun den Kuchen mit der Marmelade.
Ich frage mich: Müsste es nicht konfitieren heißen, wenn man eine andere Konfitüre als Aprikose nimmt? Hm …
Im Bild sieht man auf jeden Fall, wie es nicht geht: Mein Mann strich die Schokodecke mit Orangenmarmelade ein. Schmeckte toll, sah witzig aus – aber eine wirklich klebrige Angelegenheit.
Also aprikotieren Sie besser richtig.
Klingt doll, ist aber einfach: Platschen Sie zwei bis drei Esslöffel Orangenmarmelade auf den noch warmen Boden des Kuchens und verteilen Sie sie. Die aufsteigende Wärme macht die Marmelade etwas flüssig. Sie bildet eine glasierende Schicht, die sich mit dem Teig verbindet. Ist der Kuchen schon abgekühlt oder wollen Sie’s ganz Profi-mäßig machen, dann geben Sie die Marmelade in einen kleinen Topf und erwärmen sie, bis sie etwas flüssig wird. Dann dünn auf dem Kuchenboden verteilen, glatt streichen und einziehen lassen. Am besten an einem kühlen Ort.

5. Währenddessen geht’s schon mal mit dem Topping weiter

In einem flachen Topf bei ganz geringer Hitze die Schokolade schmelzen. (Am besten im Wasserbad, aber das ist nicht unbedingt nötig). Aber wirklich nur so gerade schmelzen – sie darf nicht aufkochen!

Die Soja Cuisine in einen Topf geben und erhitzen, bis sie fast kocht. Alsan oder Margarine dazugeben und gut verrühren. Eine schönere Oberfläche gibt es übrigens mit Alsan. Bei Margarine kann es sein, dass ich ein paar hellere „Fettflecken“ absetzen. Das ist auch nicht weiter tragisch – aber wir wollten es hier nicht verschweigen.

Den Topf vom Herd nehmen. Den frischen Espresso; Kaffee oder Sojakakao (auch erhitzt!) und die geschmolzene Schokolade dazugeben. Alles gründlich mit einem Schneebesen zu einer glatten Crème verrühren. Die Zutaten müssen sich wirklich perfekt verbunden haben – das ist das Geheimnis des Kuchens.


Auf den Kuchenboden gießen und mit einem Backpinsel oder nassen Löffel ganz glatt streichen. In den Kühlschrank stellen und abkühlen lassen. Kalt servieren.

Es gibt viele schöne Dinge, die man mit diesem Kuchen noch machen kann.
– Ein Freund holt ihn beim Abkühlen noch einmal aus dem Kühlschrank und zupft „Igelborsten“ heraus (schwierig) oder presst ein Muster in die Schoko-Oberfläche.
– Mein Mann hat eine sehr leckere Variante mit Minzschokolade gebacken. Aber Achtung: Keine gefüllte Schokolade verwenden, sondern mit Minzöl aromatisierte Zartbitterschokolade!
– Ist die Schokoschicht fast erkaltet, kann man mit flüssiger Schokolade Schrift oder Buchstaben aufspritzen oder mit laktosefreier Back-Dekoration aufstreuen.

2 Comments

  1. Mein Freund hat mir diesen Kuchen zum Geburtstag gebacken. Der ist ja so lecker und so super schokoladig! Und er muss wohl auch recht einfach zu backen sein, Backen ist nämlich nicht gerade eine seiner Lieblingsbeschäftigungen…

  2. Schön, dass er Dir geschmeckt hat! (Und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag nachträglich 🙂
    Der Kuchen scheint wirklich männer-freundlich zu sein, denn mein Mann backt auch ungern, aber diesen Kuchen hat er schon ziemlich oft und ganz freiwillig gemacht.
    Zuletzt übrigens mit einer Schicht Himbeermarmelade unter der Schokolade – sehr lecker!

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